hallo,
AVM scheint quasi mit MS "verheiratet"
nein das scheint nur so, in den Geräten von AVM werkelt Firmware auf Linuxbasis. Das Problem ist, dass es ISDN nur in Deutschland richtig gibt, die Franzosen haben was ziemlich ähnliches, aber der Rest der Welt, insbesondere die USA kommuniziert noch heute größtenteils über analoge Telefonleitungen.
Folge daraus, Hylafax ist im Grundsatz eigentlich für analoge Fax-Modems entworfen. Alles was sich um CAPI ( ISDN-Treiber im Kernel ) dreht ist eigentlich nur Stückwerk und Gefrickele.
Die elektronische Archivierung von Dokumenten steckt leider auch immer noch in den Kinderschuhen, da selbst bei uns noch nicht eindeutig rechtlich geklärt ist, wie es sich mit ihrer Gültigkeit verhält, von den doch eher niederschmetternden Vorhersagen über die Haltbarkeit von Bits and Bytes sowie deren Trägern, mal ganz abgesehen.
Bei den Entwicklern von Hylafax liegt der Gedanke zu Grunde, dass ja das Grunddokument, das per Fax versendet werden soll, in elektronischer Form schon vorliegt, eine redundante Speicherung als Faxdokument daher nicht notwendig sei. Nur leider Pustekuchen, kein deutscher Richter wird ein jederzeit manipulierbare Datei als Beweis für irgendetwas anerkennen, also brauchst du die interne Kopie des Faxausdruckes wie er über die Leitung ging !!
Diese Kopie existiert ( je nach Ursprungsdokument ) ja auch für kurze Zeit auf dem Rechner ( unter /var/spool/hylafax/...). Die Kunst besteht darin ein Script zu schreiben, das dann diese Kopie weiterbehandelt und archiviert ( mit Datumstempel, Uhrzeit und sinnvollem Namen versieht - und in einem Archivordner ablegt ).
Für eine solche Aufgabe ist unter Linux eigentlich "postfix" zuständig, was mit hylafax ja auch mitinstalliert wird, - nur leider postfix wurde für den Mailversand geschrieben und ist daher mit Sicherheitsfeatures derart befrachtet, dass ein normaler Mensch damit keine Aufgaben lösen kann ( trotz Beispielscripts die ich aus dem Netz gefischt hatte ). Da war der Punkt wo ich aufgegeben habe, da ich die Authentifizierung und Rechtevergabe dort einfach nicht durchblicken konnte.
Leider werden auch eingehende Faxe von hylafax in einem eher "proprietären" Format als Einzelseiten gespeichert ( postscript pur ), was eine nachträgliche Umwandlung in eine gebräuchlicheres Format ( z.B. PDF) und zusätzlich die Kopie für die Archivierung notwendig macht, denn Linux hat noch eine nette Eigenschaft, es putzt sich zu gewissen Zeiten selbst ( cron und anacron heissen die Übeltäter ), " ...und alles was dann noch nicht auf den Bäumen ist. " .. wird unbarmherzig geschreddert.
gruß
archy