Hallo!
Als erstes möchte ich für den sehr gelungenen Artikel über den Ubuntu-Einstieg
bedanken. ( http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,506386,00.html )
Der Autor begibt sich in die Perspektive eines PC-erfahrenen Anwenderes,
für den Linux und Ubuntu Neuland ist. Dabei hebt er die Stärken und Schwächen von
Ubuntu sehr realistisch hervor. Er zeigt auf, daß Ubuntu zunächst einmal mit einem
mächtigen Desktop und allen elementaren Funktionen wie Internet, E-Mail, Office,
Dateimanagement, Bild- & Musik Verwaltung/Berabeitung, Brennen, ICQ, etc.. daherkommt.
Es wird aber auch deutlich, daß man z.B. bei Hardwareproblemen schnell an die
Kommadozeile angewiesen ist.
Ich selber habe Ubuntu vor zwei Jahren entdeckt und bin auf der einen
Seite begeistert, auf der anderen Seite habe ich aber auch die Schwächen
des Systems erfahren müssen. Ich habe mir dieses Frühjahr zusätzlich zu meinem
Dektop-PC ein MacBook zugelegt, um Schwächen von Ubuntu zu kompensieren.
Bis heute hat dieser Thread 3287 Einträge, und das bei spiegel.de, also keiner
Computer-spezifischen Seite. Ein sehr erfreuliches Interesse! Über den Autakt
des Threads (Linux? Da kann man ja garnicht daddeln!) kann man nur schmunzeln 
Die Installation von Ubuntu ist einfach geworden und jedem Menschen mit rudimantären
Computerwissen zuzumuten. Dennoch gibt es hier noch Verbesserungspotential. So zwingt
einen die Verwaltung von verschiedenen Betriebssystem im Bootmanager GRUB immernoch,
Konfigurationen in Textdateien vorzunehmen. Im Idealfall erwartet man hier einen Dialog,
der alle auf dem Computer befindlichen System erkennt und einem die Möglichkeit bietet,
Reihenfolge, Optionen und dergleichen einzustellen.
Wie in dem Artikel beschrieben, wird es schnell kompliziert, wenn eine Hardware nicht richtig
funktioniert. Ich habe diese Erfahrung letztes Jahr mit einem klassenkompatiblen USB-Mikrofon
machen dürfen. Auch das Recherchieren in Foren und diverse gepostete Hilferufe haben zu keinem
Ergebnis geführt, letzten Endes habe ich das Mikrofon gegen ein anderes, ebenfalls klassenkompatibles
Mikrofon ausgetauscht. Ähnlich verhält es sich mit meiner Terratec Soundkarte:
Die Karte läuft zwar einwandfrei, aber nicht nach dem ersten
Booten. Ich muß einen Warmstart nach dem ersten Booten machen, damit die Karte richtig initialisiert
wird. Ich habe dieses Problem n-mal gepostet, ohne Ergebnis. Selbst der Report bei Launchpad
https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+bug/215053 hat nicht geholfen.
Grade diese Woche habe ich einen Hilferuf von einem Bekannten bekommen, dem ich Ubuntu vor einem
Jahr empfohlen habe und der ansonsten völlig unbedarft unter Linux ist.
Sein grafischer Login ist fehlgeschlagen. Wie sich herrausgestellt hat, war seine Festplatte voll.
Über das Telefon habe ich ihm diktiert, wie er sich im Terminal einzuloggen hat. Über
Kommandozeilenbefehle haben wir Platz geschafft (hey mach einfach rm -rf
und das Problem behoben.
Aber so eine Situation ist ein absoluter No-Go!! Wie soll den der Normalbenutzer Platz schaffen, wenn
er sich nicht grafisch anmelden kann?
Zu der Windows/Linux Debatte in diesem Thread: Windows hat seine Vor- und Nachteile. Vista ist teuer,
kauft man Windows XP, erhält man eine CD mit SP2. Sp2 ist zwei Jahre alt, und somit veraltet.
Die nach der Ubuntu-Installation funktionierenden Features wie Dualhead, Onboard-Sound, die Spezialtasten
auf der Tastatur, Dualcore Unterstützung, Soundkarte vermisst man zunächst und müssen umständlich
nachinstalliert werden. Windows hat aber auf bestimmten Anwendergebieten eine klare Vormachtstellung.
Dies gilt z.B. für Spiele oder z.B. auf dem Gebiet der Audioproduktion, wo es sogar den Mac überholt hat.
Sucht man im Netz nach freien Audioplugins wie z.B. Syntheziser oder Kompressoren, finden man deutlich
mehr Software für Windows.
Daher mein Appell an Softwareentwickler: Schreibt platformübergreifend und macht euch die
Mühe eure Applikationen nicht nur für Windows und Mac zu veröffentlichen, sondern auch für Linux.
Dies ist ganz klar ein Mehraufwand, und ist für kleinere Softwareschmieden ohne großen finanziellen
Puffer eine Herrausvorderung. Es wird sich aber als lohnende Investition herrausstellen, weil
Linux (und Ubuntu im Speziellen) schon heute ein leistungsfähiges Desktopsystem darstellt.
Mein Appell an die Ubuntuentwickler: Versetzt euch noch stärker in die Perspektive des unbedarften
Computeranwenders und macht die Sache rund. So rund wie den Apple. Die Kommandozeile
sollte nur für Menschen sein, die diese freiwillig benutzen möchten. Und fahrt mit den Updates
runter, dafür mit der Qualität hoch. Nehmt euch Zeit zum Testen. Ihr seit knapp vor dem Ziel,
aber es noch nicht erreicht.
Und an die Händler von PC-Hardware: Stellt euch einen Linux-Computer hin
und testet eure Produkte kurz, und wenn es nur auf Kundenanforderung ist! Nehmt Linux ernst!
Und zuguter Letzt der Appell an die Hardwareentwickler: Unterstüzt Linux aktiv mit Treibern
oder indirekt mit sauber definierten Schnittstellen! Der Markt wird es euch danken!
Mit freundlichen Grüßen,
beauman