Hi,
also, den F-Spot habe ich mir mit Synaptic installiert, und war anschließend sehr (positiv) überrascht, als ich es unter ‚Programme‘ wiederfand, was nach meiner bisherigen Erfahrung mit ein paar anderen Programmen unter Linux, zuletzt mit dem ‚gtklp‘ (s. mein Posting ‚InkSaver für Linux‘ in diesem Forum) gar nicht so selbstverständlich ist.
Das war allerdings meine erste und gleichzeitig letzte positive Erfahrung mit F-Spot. Nachdem ich nach der Installation den Eintrag für F-Spot in ‚Programme‘ gefunden hatte, habe ich darauf geklickt. F-Spot hat auch gestartet. Jetzt weiss ich es leider nicht mehr genau, ob ich von mir aus auf ‚Import‘ (oder so ähnlich) geklickt habe, oder erst nachdem mich F-Spot danach gefragt hatte. Auf jeden Fall wurde ich nach der Quelle für den Import gefragt. Jeder Win-DAU würde sich an dieser Stelle denken, dass es sich dabei um den Import seiner Bilder handeln kann, und so habe ich es mir auch gedacht. Frohen Mutes wollte ich mich zu dem Verzeichnis, in dem alle meine Bilder enthalten sind, durchklicken. Als in Frage kommenden Quellen, wurden mir die zur Verfügung stehenden Partitionen angeboten. Habe mich logischerweise für die ‚DATA_NTFS‘ (meine Datenpartition unter Win) entschlossen, indem ich dieselbe angeklickt habe. Und damit war meine Kontrolle über F-Spot auch zu Ende, wie es sich noch später zeigen sollte. Ich war schon etwas erstaunt, dass F-Spot sich von mir nicht mehr sagen lassen wollte, was ich und woher importiert haben möchte, sondern gleich zu importieren anfing. Na ja, eine intelligente Bestie, habe ich mir gedacht. Es kennt schon seine Pappenheimer und weiss, dass man nach Bildern unter ‚Bilder‘, ‚Meine Bilder‘, ‚Bildergalerie‘, ‚Photos‘, ‚Photogalerie‘, ‚Pix‘, ‚Pics‘ o.ä. suchen soll. Hut ab!
Nach einer Weile des Wartens wurde ich ungeduldig, weil ich der Meinung war, dass die paar Hundert Bilder, die ich in meiner Sammlung habe, schon langsam importiert sein müssten. Der mir bereits von Windows her gut bekannte Fortschrittsbalken stand allerdings immer noch bei fast Null, was mich ziemlich gewundert hat. Noch mehr gewundert hatte es mich, als ich in dem Statusbalken irgendwas von (Zitat aus dem Gedächtnis, daher möglicherweise ungenau) ‚25 400 von 50 500 Bildern‘ gelesen hatte (so viele Bilder habe ich ja gar nicht!). Spätestens jetzt wusste ich, das F-Spot sich verselbständigt haben muss und gerade dabei ist, irgendeinen Mist zu bauen - von wegen intelligente Bestie! Tja, was macht man (zumindest unter Window) in einer solchen Situation? Natürlich klickt man aufs ‚Abbrechen‘, was ich auch gemacht habe. Keine Reaktion, aber kein Grund zur Beunruhigung - das kenne ich auch von Windows her: das Programm ist zu sehr, beschäftigt, um auf meine Eingabe zu reagieren, aber sobald es Zeit hat, wird es (vielleicht nach ein paar Minuten) auch tun. Ich lass‘ ihm also die Zeit, gehe aufs Klo, komme zurück, es hat sich immer noch nichts (sichtbares) getan. Jetzt folgen gleich mehrere ungeduldige Klicke auf ‚Abbrechen‘, und ich lasse dem Programm noch mal Zeit, diesmal ‚ne gute halbe Stunde, während ich in dieser Zeit ein längeres Telefonat führe. Nach dem Telefonat, komme zurück, es hat sich immer noch nichts getan. Es folgen weitere ungeduldige Klicke auf ‚Abbrechen‘, und auf das ‚x‘ in der rechten oberen Fensterecke, um das Programm zu schließen, und nachdem sich wieder nichts tut, lasse ich ihm diesmal sehr viel Zeit, und gehe zu Mittag zu essen, irgendwann wird sich schon was tun – Linuxprogramme stürzen ja nicht ab, und Linux selbst erst recht nicht, das weiss doch jedes Kind – also keine Bange! Nach zwei Stunden komme ich zurück und stelle fest, dass es sich immer noch nichts getan hat und bei dieser Gelegenheit fällt es mir auf, dass die in der rechten unteren Bildschirmecke angezeigte Uhr seit über zwei Stunden nicht mehr tickt. Jetzt reicht es mir aber. Jetzt bin ich, gelinde gesagt, sauer. Will den Task Manager aufrufen und das Programm beenden, nur wie ruft man unter Linux den Task Manager auf? Gibt’s den überhaupt? - der ‚Affengriff‘ (Strg+Alt+Enft) funktioniert auch nicht. Nichts einfacher, als suchen, unter ‚System‘ oder so. Gut gesagt, nur das Blöde an der Sache, dass das System, was man auch immer darunter verstehen mag, auf gar nichts mehr reagiert. Das Einzige ,was sich noch tut, ist der Mauskursor, der sich (und das auch nicht immer, aber zumindest ab und zu) bewegen lässt. Tja, Pech gehabt. Auch wenn ich es nicht wahrhaben will, muss ich feststellen, dass es mir innerhalb von paar Wochen, mittlerweile zum zweiten Mal gelungen ist, Linux zum Absturz zu bringen. Congratulations? - weiss ich nicht, mein Triumpfgefühl hält sich in Grenzen, der Ausdruck ‚Frust‘ wäre schon eher angebracht. Eins weiss ich: dass ich jetzt stocksauer bin, zumal ich ständig mit anderen Problemen unter Linux auch noch zu kämpfen hatte und immer noch habe. Weil nichts anderes funktioniert, bleibt mir nur noch der, auch unter Win, immer funktionierende und gut bwährte Griff zu dem Power-Schalter, von dem ich auch Gebrauch mache. Und weil mich Linux heute schon und sonst auch oft genug mit ein paar anderen Dingen mächtig genervt hat, habe ich die Schnauze voll, bin beleidigt und mache Schluß mit Linux, für heute und für immer (mittlerweile mindestens zum zwanzigsten Mal).
Am nächsten Tag denke ich mir (ebenfalls zum mindestens zwanzigsten Mal): na ja, so leicht sollte man doch nicht aufgeben, das sind ja nur die typischen Probleme eines Anfängers/Umsteigers, von denen ich ja genug im Forum gelesen habe. Nachdem sie überwunden sind, kommt Friede, Freude und Eierkuchen.
Immer noch vom Vortag angesäuert, mache ich mich, wenn auch, zugegeben, widerwillig, doch an die Arbeit ran. Fahre Linux hoch, auf F-Spot bin ich beleidigt, und will mit dem Sch…, nichts mehr zu tun haben. Dann siegt jedoch die Neugier: was hat es denn gestern so alles importiert? Starte es also, um mir die ‚Importware‘ anzuschauen. Und… mich trifft fast der Schlag: kein einziges meiner Bilder ist bei der ‚Importware‘ dabei, dafür aber jede Menge Müll, in dem ich paar Sachen sogar wiedererkenne: Hintergrundbilder von irgendwelchen Internetseiten, die ich vor paar Jahren besucht hatte, Logos, Buttons, Icons etc. von verschiedenen Programmen, die ich unter XP installiert habe, bzw. unter 98/2000 vor Jahren installiert gehabt habe, wie z.B. von pdf-Reader, Nero, verschiedenenen ISDN-Programmen, die ich schon lange nicht mehr habe, weil ich seit mindestens 2 Jahren mit DSL fahre, Illustrationen/Graphiken aus Installations- und Betriebsanleitungen von verschiedenen uralten Programmen, die ich schon längst vergessen habe, Panels von verschiedenen CD- und sonstigen Playern, darunter auch von solchen, die ich vor Jahren unter 98/2000 hatte etc., etc., und Tonnenweise irgendwelche dämlichen Graphiken und sonstige Bildchen, deren Herkunft mir schleierhaft bleibt, weil ich mich nicht erinnern kann, sie jemals gesehen zu haben. Dabei wurde diese Partition, auf der früher mein Win 98/2000 installiert waren, zwischendurch formatiert, bevor ich auf sie meine Daten eingespielt habe, und sie somit zur Datenpartition/Festplatte gemacht habe. Das Gefühl, von einem Schlag getroffen zu sein, weicht langsam einem anderen Gefühl - ich komme aus dem Staunen nicht heraus: nebenbei und ganz ungewollt, ist mir mit F-Spot unter Linux etwas gelungen, was mir unter Win, trotz intensiver Bemühungen und Einsatz (teuer) bezahlten Software nicht gelungen war: Wiederherstellung gelöschter und ‚drüberformatierter‘ Daten. Na, wenn das keine tolle Leistung ist! Und dazu noch alles kostenlos!
Ein paar Fragen bleiben da allerdings noch offen, z.B. die, woher kommt der ganze restliche importiere, mir unbekannte, Müll? Ach so, und auch die Frage, wie importiere ich meine Bildersammlung, die ich mir eigentlich mit dem F-Spot, als Ersatz für den IrfanView, anschauen wollte, denn das funktioniert immer noch nicht – das Programm will sich ums Verrecken nicht sagen lassen, was und aus welchem Unterverzeichnis ich importiert haben möchte, sondern, lange noch bevor ich mich zu dem Unterverzeichnis mit den zu importierenden Bildern durchklicken kann, fängst es schon fleissig an, irgendwas von irgendwoher zu importieren, und lässt sich bei dieser Tätigkeit nur sehr zögernd und ungerne stören - erst einige Minuten nach dem Klick aufs ‚Abbrechen‘ bricht es tatsächlich ab.
Erfreulicherweise bietet F-Spot das Hilfemenü an! Weniger erfreulich finde ich es allerdings, dass nachdem ich auf ‚Hilfe‘ geklickt hatte, zwar das Hilfe-Fenster aufgemacht wurde, es aber nichts außer zwei Buttons: ‚Mitwirkende‘ und ‚Schliessen‘ anzubieten hatte. Nachdem mich die Mitwirkenden nicht interessiert hatten (nicht nur auf deren Programm, sondern in erster Linie auf sie bin ich sauer), habe ich auf ‚Schliessen‘ geklickt und damit war die Sache mit der Hilfe auch erledigt.
So, und jetzt mit Hilfe von F-Spot-Hilfe stehe ich ohne Hilfe da.
Obwohl es mir nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Linux und Linux-Software (s. meine anderen Postings) schwer fällt, an dieser Stelle kein Kommentar abzugeben, werde ich es trotzdem nicht tun.
Mein Kampf auf der Linux-Front geht weiter, Fortsetzung folgt (garantiert!).
Chiqo