So, jetzt sollten wir mal versuchen, Nägel mit Köpfen zu machen.
Im Prinzip hat linrunner nach wie vor Recht: Wie schon immer, müssen DNS-Server entweder in /etc/network/interfaces oder in /etc/resolv.conf eingetragen sein.
Bisher konnten die verwendeten DNS-Server (maximal 3 Stück) von Hand explizit in /etc/resolv.conf eingetragen werden. Außerdem konnten bestimmte Programme dort automatische Einträge vornehmen, wobei die Informationen vom NetworkManager, von Wicd oder, falls DHCP verwendet wurde, vom DHCP-Server bezogen wurden.
Ab Ubuntu 12.04 ist dies nicht mehr möglich; /etc/resolv.conf ist nur noch ein Softlink zu einer von resolvconf dynamisch erzeugten Datei /run/resolvconf/resolv.conf. Irgendwelche von Hand oder durch andere Programme in dieser Datei vorgenommenen Einträge werden von resolvconf überschrieben.
Per Default trägt ab 12.04 resolvconf in resolv.conf standardmäßig als einzigen DNS-Server
localhost, d.h.127.0.0.1ein. Dort wird dann ein lokaler DNS-Server dnsmasq verwendet, der seine Informationen über ein Plugin des NetworkManagers (!) erhält.Alternativen für /resolv.conf können im Ordner /etc/resolvconf/resolv.conf.d/ abgelegt werden. Diese werden dann nach vorgegebener Priorität von resolvconv übernommen. Als weitere verwendete DNS-Server werden von resolvconf auch Einträge in /etc/network/interfaces hinzugezogen.
Der Zustand wie in früheren Versionen kann wieder hergestellt werden, indem man bei /etc/resolv.conf den Softlink zu /run/resolvconf/resolv.conf wieder in eine reguläre Textdatei abändert. Dies wird aber nicht empfohlen.
Das Ziel dieser Änderungen ist es, einerseits zu verhindern, dass verschiedene Quellen einander Einträge in resolv.conf überschreiben können, und andererseits das Vorgehen bei VPN wesentlich zu beschleunigen.
Der aktuelle Sachverhalt entspricht ab Ubuntu 12.04 nicht mehr der Darstellung im Wiki. Deshalb besteht Handlungsbedarf.
Gruß - Max-Ulrich
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