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Softmaker Office 2008 – eine Alternative? – Vorabtest

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 8.04 (Hardy Heron)
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applecookie

Anmeldungsdatum:
22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo Leute.

Wahrscheinlich dürften der/die eine oder andere von Euch schon des Öfteren über Openoffice geflucht haben – zu langsam, zu träge oder zu überladen? Abiword ist bei größeren und längeren Dokumenten leider keine echte Alternative. Und anpassen kann man es (Symbolleisten etc.) auch nicht.

Seit einigen Jahren bietet die deutsche Softwareschmiede Softmaker ihr Office 2006 für Windows und auch für Linux und FreeBSD an. Obwohl recht unbekannt, ist das Paket einen zweiten Blick wert. Es stellt sich als sehr schnell, konfigurierbar und resourcenfreundlich dar – bes. auf älteren Systemen und Distris eine echte Alternative. Ich verwende es seit Jahren. Es wird auch in der Wiki erwähnt (zu meiner Schande: der Eintrag ist nicht von mir).

Unter Windows sind die Softmaker – Pakete auch von der Resale-Firma Ashampoo noch preiswerter erhältlich.

Kritikpunkte unter Linux waren meist: - kein Präsentationsmodul - kostenpflichtig

Nun zu Punkt 1 kann ich sagen, daß nach der Windows-Version nun endlich auch eine Linuxversion von Softmaker Office 2008 bereitsteht, die ein Präsentationsprogramm „Presentations“ bietet. Was Punkt 2 anbelangt, so ist dies natürlich Anschauungssache. Ich persönlich sehe das Nutzen von Linux nicht im Widerspruch dazu, auch mal Geld für gute Software zu zahlen. Aber das ist nat. Ansichtssache.

Bisher ist die Beta von Softmaker Office 2008 draußen und ich habe sie mit ein paar Freunden inzw. Mal auf acht untersch. Linux-Maschinchen getestet. Deswegen hier ein kurzer Abriß für alle Interessierten. Die Beta ist übrigens bis zum 30.09. nutzbar und durch Registrierung bei Softmaker frei erhältlich für Testzwecke.

Office 2008 besteht aus Textmaker 2008 – die Textverarbeitung Planmaker 2008 – die Tabellenkalkulation Presentations 2008 – das Präsentationsmodul Integrierter Duden (leider nur die „neue deutsche Rechtschreibung“) – nicht in der Beta enth.

Als Erstes fällt auf, daß die Installation merklich verbessert wurde. Hatte Office 2006 nur ein rudimentäres Installationsprogramm, wird Office 2008 auch als .deb und .rpm – Paket ausgeliefert, was die Installation merklich erleichtert. Es integriert sich im Gegensatz zum Vorgänger auch sofort natlos ins Startmenü und steht sofort zur Verfügung. Die Startzeit bleibt unter der von Openoffice, ist jedoch spürbar langsamer, als Office 2006 und Abiword. Die Zusammenarbeit zwischen der Windows- und der Linux-Version funktioniert jetzt sehr gut. Die Dokumente sehen – bei gleichen installierten und im Dokument verwendeten Schriften – praktisch gleich aus (diverse der Beta zuzurechnende Darstellungsfehler mal ausgenommen). Dies gilt für alle drei Module. Der Import von Powerpoint-Präsentationen in Presentations 2008 gelingt mühelos und sieht sehr ansprechend aus. Eine Anzahl guter Assistenten z.B. für Serienbriefe etc. wird mitgeliefert. Das Paket ist sehr einfach bedienbar und merklich übersichtlicher als Openoffice, was es Linux-Umsteigern sehr erleichtert, damit klarzukommen und sofort gute Ergebnisse zu erzielen, ohne lang in Handbüchern oder Textdokus zu stöbern. Planmaker bietet nun erheblich mehr Diagrammfunktion und Diagrammvarianten an. Für Abwechslung in der Darstellung kühler Zahlen ist also gesorgt.

Bei allem Licht darf man allerdings auch den Schatten nicht vergessen. Allerdings muß ich fairerweise vorrausschicken, daß es noch eine Beta ist und ich hoffe, daß Softmaker noch was dran tut…

Die Integration ins Drucksystem von Linux ist sehr schlecht. So ist es nur über umständliche und nur Linux-Fortgeschrittenen klare Befehle möglich, einen anderen Drucker als den Standardprinter zu wählen. Die Druckoptionen sind rudimentär, Veränderungen im Ausdruck müssen also in den KDE-Dialogen bzw. bei Gnome in den zentralen Druckeinstellungen gewählt werden. Das ist in jedem anderen Programm unter Gnome oder KDE besser und professioneller!

Textmaker 2008 ist sehr langsam und ruckelig beim Scrollen geworden. Dies betrifft vor allem längere Dokumente. Ich habe hier mom. Ein Manuskript mit 280 Seiten habe ich hier z.B. gerade vor mir und es ist ruckelt extrem – bes. bei Seiten mit viel Text. Man kann das Ganze ein wenig beschleunigen, indem man im Menüpunkt Einstellungen unter Allgemein die "SHM-Erweiterungen verwenden" deaktiviert. Richtig Performance, wie in Textmaker 2006 hat man aber auch dann nicht. Lt. Information durch Softmaker verwendet SoftMaker Office 2008 für Antialiasing und für Alphatransparenzen erstmals die Xrender-Extension von Linux. Es stellt sich zudem dar, daß Office 2008 noch Probleme mit div. Truetype-Fonts, z.B. den msttcorefonts (Times New Roman, Comic Sans…) hat. Hier treten bei Überschriften und langen zentrierten Texten Darstellungsfehler auf. So warden z.B. Leerzeichen noch als umrandete Kästchen dargestellt, wenn man alle Zeichen und Umbrüche als sichtbar einstellt. Außerdem wird der Text dann oft über den Seitenrand hinaus dargestellt. Diverse Probleme sind auch noch mit den Symbolleisten festzustellen, die hin und wieder spurlos verschwinden und erst nach einem Neustart wieder da sind. Das Öffnen von längeren Dokumenten aus Office 2006 führt z.T. zu veränderten Seitenumbrüchen und Verschiebungen von Zeilen. Zeilen sehen bes. nach Absätzen aus, als wenn ein ungeleichmäßiger Zeilenabstand vorhanden ist. Eine Warnung an alle Office 2006 – Nutzer: Das Dateiformat hat sich geändert! Office 2008 – Dokumente können in 2006 nicht geöffnet werden und müssen explizit im Office 2006er – Format

Planmaker 2008: Bei Öffnen von 2006er – Dokumenten werden hin und wieder bei großen Tabellen zusammengefaßte Zellverbünde einfach aufgelöst werden und wieder als Einzelzellen dastehen. Das läßt sich aber mit zwei Mausklicks beheben. Eingebettete Grafiken verschwinden bei Import aus Office 2006 manchmal. Dies scheint jedoch ein Darstellungsfehler zu sein, da nach Neustart des Programmes und erneutem Versuch es dann meist klappt.

Presentations 2008: Ist gegenüber dem Präsentationsmodul von Openoffice 3 sehr langsam und im Bildaufbau träge – bes. bei der Verwendung eines proprietären Grafiktreibers! Hier sieht es subjektiv so aus, als wenn das Modul auf Biegen und Brechen zu integrieren versucht wurde, ohne sich ausreichend Zeit dafür zu nehmen.

Generell ist zu sagen, daß Office 2008 zwar MS Office 2003 lesen und schreiben kann, nicht jedoch das MS Office 2007er – Format! Zudem stellen sich die Import-/Exportfilter leider nicht so zuverlässig, wie die in Openoffice integrierten dar.

Irritiert hat uns, daß die Windows-Version von Office 2008, die von Stick gestartet werden kann, unter Wine besser, schneller und stabiler läuft, wie die native Office 2008 für Linux. Wer also die Windows-Version legal erworben hat, kann hier Geld sparen.

Ein Wort zum Forum und Support von Softmaker… Dieser ist – das muß man ganz klar sagen, unzureichend. Probleme werden versucht, abzustreiten oder totzureden. Eingesandte Testdateien werden ignoriert oder es wird versucht, zu behaupten, man hätte keinen Fehler feststellen können… selbst, wenn dieser in etlichen Foren bestätigt wird. Aber man kennt das ja von Microsoft… Hier sollte sich Softmaker ganz klar einmal selbst fragen, ob Linux-User bereit sind, Geld für ein Produkt auszugeben, dessen Funktionen sie bei anderen Programmen „für lau“ erhalten, wenn nicht mal der Support richtig funzt. Leider war dies bereits bei Office 2006 so. Ich spreche jedoch ausschließlich von meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen im Forum - diese können sich von denen anderer unterscheiden. Auch bin ich selbstverständlich keineswegs unfehlbar in meinem Urteil!

Fazit: Wenn Softmaker die Probleme in den Griff kriegen sollte, wird es ein brauchbares Produkt werden. Es ist jedoch fraglich, ob es die Performance und Zuverlässigkeit von Office 2006 erreichen wird. An den Features wurde z.T. an falscher Stelle gefeilt – die Integration bes. der Druckumgebung ist nach wie vor schlecht. Meine persönliche Empfehlung zum heutigen Tage ist (nur meine eigene Meinung), weiter Office 2006 zu behalten, oder – wer unbedingt Präsentationen braucht – das neue Openoffice 3.0 zu nehmen. Dieses startet zwar langsamer, läuft jedoch dann weitaus flüssiger, ist besser integriert und arbeitet mit der Druckumgebung von Linux besser zusammen. Auch sind die Filter zuverlässiger und importierte Dokumente müssen weniger nachbearbeitet werden.

Abschließend mache ich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß hier die Beta getestet wurde. Es gibt sicher einige Dinge, die sich bis zur Final noch ändern und hoffentlich verbessern werden. Sofern gewünscht, werde ich bei Erscheinen dieser entsprechend Erfahrungen posten, was das Bild abrunden dürfte. Ich will hier auch das Programm nicht schlechtreden, da ich von Office 2006 ein großer Fan bin. Ich empfehle aber dennoch jedem, sein eigenes Urteil zu fällen und bei Interesse die Beta bzw. später die befristete Testversion zu prüfen.Testet es jedoch gründlich, ob es bei dem von Euch verwendeten System problemlos läuft.

BuffaloBill

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28. März 2007

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Wie sieht es mit einem Serienbriefassistenten aus? gibt es einen - und ist er brauchbarer als der von OO?

applecookie

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22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo. Einen Assistenten für Serienbriefe habe ich nicht gefunden (jedenfalls in der Beta). Ich bin nun leider alles andere als ein Fachmann bei Serienbriefen und kann daher die Qualität dieser Funktion kaum beurteilen. Aber: Um Serienbriefe zu erstellen, muß im Menü eine Datenbank dem Brief zugeordnet werden und einzelne Felder erstellt und verknüpft werden. So weit ich bisher herausfand, manuell. Dann kann mittels "Serienbriefdruck" gedruckt werden.

applecookie

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
22. August 2006

Beiträge: 221

Ein paar Beispiele noch zu einzelnen besonderen Features bzw. Vorteilen von Openoffice 3 vs. Softmaker Office 2008:

Openoffice 3 - Konfiguration der Symbolleisten umständlich über suchen der einzelnen Befehle und Ziehen in ein Dialogfeld. Die Änderungen werden erst
nach Abschluß gültig und an der Symbolleiste sichtbar.
Softmaker Office 2008 - Konfiguration der Symbolleisten erfolgt bequem über Drag & Drop. Die Änderungen werden sofort gültig und sichtbar und können bequem -
und sehr schnell(!) geändert werden.
Openoffice 3 - Es sind bis zu x Seiten (verkleinert) auf dem Bildschirm als Voransicht darstellbar. Gerade für Autoren ist die 2 Seiten pro Bildschirm - Ansicht
ein Super Feature! Dafür ist jedoch der Zoom meines Erachten umständlich zu bedienen. Shortcuts sind nur für best. Funktionen vorhanden.
Softmaker Office 2008 - Nur eine Seite darstellbar (in div. Zoomstufen). Dafür sind diese jedoch als Buttons in der Symbolleist darstellbar, was das Umschalten schneller
möglich macht.
Openoffice 3 - Menüs überladen. Oft benötigte Optionen verschwinden im "Wust" der Möglichkeiten.
Softmaker Office 2008 - Menüs übersichtlich und klar strukturiert. Zuordnung der einzelnen Unteroptionen für Anfänger eingängiger als in Openoffice.
Openoffice 3 - Dialoge entsprechend der Oberfläche (Gnome, KDE...) sehr gut integriert und in Systemschriftart.
Softmaker Office 2008 - Dialoge eigenwillig und nicht systemkonform in eigener Schrift - nicht einstellbar.
Openoffice 3 - Absatzformat-Verwaltung umständlich und für Einsteiger sehr schwierig zu bedienen.
Softmaker Office 2008 - Absatzformate schnell und einfach definier- und übertragbar.
Openoffice 3 - -
Softmaker Office 2008 - Definition von Masterseiten möglich, deren Inhalte bei Erstellen neuer Seiten in einem Dokument automatisch übernommen werden.
Openoffice 3 - Darstellung und Öffnen von MS Office 2007 - Dokumenten möglich
Softmaker Office 2008 - -
Openoffice 3 - 1:1 Integration des Open Document Formates ("Vorreiter")
Softmaker Office 2008 - Öffnen und Speichern des Formates möglich, jedoch verrutschen Formatierungen und die Darstellungen entspricht nicht immer dem ODF - Standard.
Openoffice 3 - Dokumentgröße (je nach Inhalt) u.U. recht groß im Standardformat
Softmaker Office 2008 - Das proprietäre Standardformat (.tmv, .pmv. ...) ist sehr klein und handlich und wird schnell geladen und gespeichert
Openoffice 3 - Die Darstellung der gleichen Dokumente in der Windowsversion ist trotz gleicher installierter Schriften oft unterschiedlich
zur Darstellung in der Linuxversion.
Softmaker Office 2008 - Die Dokumente sehen unter gleichen Schriften in der Windowsversion und Linuxversion wie "geklont" aus.
Openoffice 3 - unter allen drei wichtigen (!) Plattformen nativ vorhanden - Linux, Mac OS X, Windows
Softmaker Office 2008 - nur unter Linux und Windows vorhanden - bei Umstiegsplanung auf Mac "totes Gleis"
Openoffice 3 - äußerst umfangreiches und großes Programmpaket mit mehreren hundert MB auf der Platte
Softmaker Office 2008 - klein und schlank (die 2006er - Version hatte rd. 20 MB!!! die 2008er ohne Duden rd. 58 MB)
Openoffice 3 - Support sehr groß durch Opensource-Gemeinde, Foren, eigene Openoffice - Wiki und viele Publikationen (diese noch für die 2.4er-Version)
Softmaker Office 2008 - Support nur über Softmaker und ggf. dessen Foren, bei dem man jedoch bei echten Problemen nicht unbedingt gute Erfahrungen macht
keine Publikationen, keine unabh. Foren - da proprietär
Openoffice 3 - Unglaubliche Vielzahl von Vorlagen im Internet vorhanden
Softmaker Office 2008 - einige wenige Vorlagen im Web zu finden
Openoffice 3 - Im Druckdialog können umfangreiche Einstellungen (prakt. ähnlich Windows-Dialogen) durch tiefgehende Integration in die
Oberfläche vorgenommen werden.
Softmaker Office 2008 - rudimentäre Druckdialoge mit wenigen Optionen - für den Alltag jedoch oft ausreichend
Openoffice 3 - große Erweiterbarkeit durch Plugins; extrem große Sprachvielfalt auch in nicht gängigen Sprachen
Softmaker Office 2008 - Beschränkung auf Herstellerumfang (Deutsch, Englisch und ggf. Erweiterung durch andere durch Hersteller bereitgestellte - wenige)
keinerlei Plugins
Openoffice 3 - Optik gleicht sich Oberfläche an, die verwendet wird und ggf. dem gewähltem Systemthema
Softmaker Office 2008 - quietschbunte Icons und proprietäre Oberfläche, die an Windows erinnert (geringe Änderungen der Buttondarstellung möglich)

applecookie

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo.

Ein kurzer Nachtrag: Auch in der zweiten Beta hat man die Darstellungs- und Performanceprobleme noch nicht in den Griff bekommen. Wie man in den Softmaker-Foren lesen kann, treten noch eine größere Anzahl weiterer gravierender Fehler zutage. Auf dem jetzigen Stand ist das Produkt für den Produktiveinsatz keinesfalls geeignet! Wenn Ihr an der Software interessiert seid, empfehle ich Euch, das Programm eingehend zu testen - aber sichert Eure Texte vorher und verwendet es (noch) nicht für den Produktiveinsatz!

applecookie

(Themenstarter)

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22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo.

Nachdem inzwischen eine weitere Beta draußen ist, hier noch ein Nachtrag:

Die Geschwindigkeit der Darstellung wurde inzwischen unter Textmaker verbessert. Sie reicht aber immer noch nicht an die Version Textmaker 2006 heran - nicht mal annähernd!

Der Open Document - Filter bzw. die Darstellung sind richtig buggy! So ist es nicht möglich, ein mit Textmaker 2008 angelegtes Dokument in Open Document zu speichern, erneut zu öffnen und dann wieder das gleiche Dokument angezeigt zu bekommen... Ulkigerweise erzeugt das Öffnen mit Abiword oder Openoffice wieder die Originaldarstellung!

Das Öffnen ein und desselben Dokuments auf untersch. Plattformen mit Textmaker 2008 zeigt unterschiedliche Darstellungen. So sind bei zwei Systemen die Seitenumbrüche (manuelle) komplett verschwunden und Absätze verschoben. Beim dritten werden Schriften nach einzelnen hochgestellten Zeichen für den kompletten Absatz falsch dargestellt.

Dies betrifft wohlgemerkt die gleichen Distris auf untersch. Systemen mit den gleichen Schriften!

Also momentan: Vorsicht! Testen ja, produktiv arbeiten NEIN!!!

applecookie

(Themenstarter)

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22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo nochmal...

So Leute. Und nu' ist die Finalversion released.

Bei der Gelegenheit möchte ich nochmal auf die Dinge eingehen, die sich seit der letzten Beta geändert bzw. nicht geändert haben und welche mir erwähnenswert erscheinen:

- Das Programm ist inzwischen erheblich stabiler, als die Beta-Releases (bisher hatten wir hier auf fünf Geräten keinen Absturz). - Der Datenaustausch mit der Windows - Version und mit Installationen des gleichen Releases unter Linux auf anderen Geräten klappt nahtloser. - Die Geschwindigkeit kommt nun sagen wir zu 60 % an die der Vorversion (Softmaker Office 2006) heran. Es ist aber immern noch spürbar langsamer - auch, als die Windowsversion. - Es gibt immer noch Darstellungsprobleme mit div. Truetype - Schriften. - Die Dateidialoge sind immer noch weder KDE- noch Gnome - konform. - Die Druckerverwaltung hat sich nicht verbessert und ist leider immer noch als "grottig" zu bezeichnen. So ist es nicht möglich, innerhalb des Softmaker Offices zu beeinflussen, ob der Drucker Hochkant- oder Querformat druckt - egal, in welchem Format man das Dokument abfaßt! - Die Unterstützung der MS Office 2007 - Formate fehlt nach wie vor. - Die Unterstützung von Open Document ist mehr als Fehlerhaft. Dies gilt insbesondere für Planmaker, welches Open Document praktisch nicht verarbeiten kann.

Positiv gegenüber Openoffice 2.4 und auch 3.0:

Die Start- und Ausführungsgeschwindigkeit ist schneller als in Openoffice. Zudem belegt das Programm erheblich weniger Platz auf der Festplatte. Auch ist ein Duden (für diejenigen, die auf fehlerhafte Rechtschreibung der "neuen Rechtschreibung" stehen) integriert. Wer auch die Windows - Version (Empfehlung: Kann auch auf USB-Stick installiert werden!!!) verwendet, für den ist das Programm als Linux - Version Spitze! Der Dateiaustausch der beiden Versionen Windows->Linux und Linux->Windows klappt wesentlich besser, als mit den Äquivalenten unter Openoffice. Vorraussetzung allerdings ist, daß man das proprietäre Softmaker - Dateiformat jeweils verwendet. Mit Open Document sollte man lieber Openoffice nehmen - ist einfach besser integriert.

Ein dicker Bug ist zuletzt noch aufgefallen... Softmaker Office macht etwas, was man schon von MS Word schmerzlich kennt: Es formatiert die Texte bezogen auf den jeweiligen Drucker. Dies läßt sich entgegen der Angaben von Softmaker auch durch Entfernen der ensprechenden Einstellung in Dokumenteneinstellungen nicht verhindern! So sieht ein Dokument mit 238 S. auf dem einen PC mit Softmaker Office für Linux mit einem HP Photosmart C5280 z.B. anders aus, als mit dem gleichen oder einem anderen PC mit einem Kyocera - Laserdrucker (wo es plötzlich 247 S. hat...). Hier werden Seiten- und Absatzumbrüche plötzlich umformatiert. In diesem Bezug muß Softmaker dringendst Abhilfe schaffen.

Ansonsten... ...sage ich ganz ehrlich: Empfehle ich das Programm trotz seiner Haken und Ösen, wenn man bereit ist, sich auf den proprietären Ansatz einzulassen und ein paar Mankos (Druckerverwaltung) in Kauf zu nehmen. Ich persönlich komme aufgrund verschiedener Eigenheiten (Absatzformate z.B. lassen sich besser definieren und auch die mitgelieferten rauswerfen etc.) besser klar, als mit Openoffice, welches ich parallel verwende (wg. Open Document). Außerdem sollte man sich klar sein, daß der Support alles andere als gut ist! Aber hier muß klar gesagt werden, daß dies bei Openoffice auch nicht anders ist - diverse Bugs schleppen sich seit Version 1.5 noch mit!!!

Eins muß jedoch jedem Käufer klar sein, wenn er die Vorversion schon hat: Er muß den Großteil aller seiner Textmaker 2006 - Dokumente, die umfangreicher sind (z.B. Manuskripte) komplett kontrollieren und ggf. Absätze / Seitenumbrüche alle nachformatieren. Hintergrund ist, daß die Leute von Softmaker die Abstände in den Dokumenten einfach im neuen Dateiformat geändert haben und die Dokumente daher anders formatiert sind. Man will dies auch nicht rückgängig machen. Lt. Auskunft ist dadurch eine größere Kompatibilität mit Word gegeben.

Aber ich empfehle jedem, sich die 30Tage - Testversion selbst zu ziehen und es einfach auszuprobieren. Meine Meinung ist, daß das Programm seine 69,95 € Wert ist. Außerdem bin ich der Meinung, daß es wünschenswert ist, Firmen zu unterstützen, die sich den Schuh anziehen, für uns Linux - Anwender zu programmieren und das "Risiko" des kleinen, schwierigen Marktes hierfür einzugehen. Auch sehe ich die Lizenzpolitik der Softmaker GmbH als mehr als fair an.

PS: Und Nein, ich gehöre nicht zu dem Laden und kriege keine Prozente. Ihr seht selbst, daß ich ziemlich kritisch schreibe 😉

Gruß

applecookie

applecookie

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
22. August 2006

Beiträge: 221

Hallo.

Leider muß ich doch noch einen negativen Nachtrag nachschieben und eine

WARNUNG!!!

äußern:

Softmaker hat eine inakzeptable und äußerst unseriöse Einschränkung in die Test-Final eingebaut. Mit der vorherigen Beta gesicherten Dateien können größtenteils NICHT MEHR GEÖFFNET WERDEN!!! Softmaker begründet dies mit der Angst, man könnte das Programm mehrfach in VMs installieren und dann ohne Registrierung nutzen. Solltet Ihr also Softmaker 2006 haben und mit der Beta Dateien im neuen Format gesichert haben, so lassen diese sich erst wieder öffnen, wenn Ihr die Vollversion gekauft habt! Auf gut Deutsch - Ihr kommt nicht mehr an Eure Daten und habt auch nicht mehr die Gelegenheit, diese in einem anderen Format zur weiteren Verwendung zu speichern, falls Ihr Euch entscheidet, die Vollversion nicht zu kaufen!!!

Man beurteile dieses Verhalten lieber selbst. Ich sage da nichts zu...

Abhilfe: Bleiben bei der Beta und wenn man sich nicht sicher ist, ob man kaufen will, im alten Format bzw. in Open Document - Format sichern! Oder: Windows-Version nehmen, fragliche Dateien darin öffnen und wieder speichern.

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