Anwender, die unbedingt vollverschlüsseln wollen oder müssen, sollten darauf achten, einen Bereich der SSD unformatiert und damit unverschlüsselt zu lassen, so dass der Controller der SSD auf diesen zugreifen und das Wear Levelling dorthin verlagern kann. Auch TRIM kann dann wieder den Anforderungen entsprechend arbeiten. Dies kann allerdings dazu führen, dass (verschlüsselte) Daten vom Controller in den unpartitionierten Bereich geschrieben werden; diese könnten unter Umständen für Kryptoattacken nutzbar sein.
Ich halte diese Interpretation in mehreren Punkten für fehlerhaft.
Nach meinem Verständnis sind zwei Speicher-Schichten zu unterscheiden:
Logische Schicht: stellt die Nenn- oder Nettokapazität der SSD zur Verfügung. Ist per SATA für das OS sichtbar und von der Anzahl der Blöcke her fixiert.
Physische Schicht: stellt die Summe des Flashspeichers der SSD einschließlich Reserveblöcken dar - ist nach außen/für das OS nicht sichtbar
Zwischen diesen beiden Schichten "übersetzt" die Firmware. Durch den Wear Leveling Algorithmus ändert sich ständig das Mapping zwischen 1. und 2.
Ein OS schreibt niemals in den unpartitionierten Bereich von Schicht 1. Zugriff auf Schicht 2 und damit Kryptoattacken sind nur per direktem Auslesen des Flash (unter Umgehung des SSD-Controllers) mit Spezialhardware im Labor denkbar.
Die Blocknutzung bei einer LUKS-Partition ist abgesehen von einem Offset durch den Header 1:1 identisch zu einer unverschlüsselten Partition, da stets blockweise verschlüsselt geschrieben wird, ohne Seiteneffekte auf andere Blöcke. Kannst Du näher erläutern wo der Fülleffekt auf Schicht 1 herkommen soll?
Einen Teil der Schicht 1 freizulassen, erhöht zwar künstlich die Zahl der Reservesektoren, IMHO ist der dadurch erzielbare Gewinn an Lebensdauer aber für den durchschnittlichen User irrelevant. Genauso wenig wird dadurch automatisches TRIM einer gecrypteten Partition möglich, kein aktueller Kernel kann das. Entwicklerargument gegen eine Implementierung ist bisher (soweit ich weiß, hab die Quelle leider nicht zur Hand) die oben erwähnte hypothetische Möglichkeit von Kryptoattacken.
Es gibt eine modifizierte Version von wiper.sh die LUKS und LVM kann: TRIM support on LVM and dm-crypt. Für Lucid auch erhältlich als modifizierter hdparm-Backport in meinem PPA - NUTZUNG AUF EIGENE GEFAHR!
ps. zum Thema Hardwareveschlüsselung in der SSD (FDE) empfehle ich die Lektüre von Warum bricken im Moment alle ihre SSDs?
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ps2. Respekt für diese außergewöhnliche Artikelreihe!