ubuntuusers.de

beaClientSecurity lässt sich nicht installieren

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 16.04 (Xenial Xerus)
Antworten |

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Guten Abend,

http://www.brak.de/fuer-journalisten/pressemitteilungen-archiv/2017/presseerklaerung-15-2017/ vermeldet:

Allen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die entsprechend der ursprünglichen Empfehlung vom 22.12.2017 das ersatzweise bereitgestellte Sicherheitszertifikat installierten, rät die BRAK dringend zur Deinstallation, um sich aus dem Zertifikat möglicherweise ergebende Sicherheitsrisiken für die individuelle PC-Umgebung auszuschließen. "Es ist bedauerlich, dass das beA, eine für die deutsche Anwaltschaft besonders wichtige technische Errungenschaft, derzeit nicht zur Verfügung steht. Die BRAK räumt der Sicherheit des beA und aller Anwältinnen und Anwälte, die das beA einsetzen, absoluten Vorrang ein. Das betrifft insbesondere auch mögliche Hackerangriffe auf die Client-Security", so Dr. Martin Abend, Vizepräsident der BRAK. Daher habe die BRAK auch vom technologischen Dienstleister vorgeschlagene Zwischenlösungen verworfen. „Im Interesse eines sicheren elektronischen Rechtsverkehrs und zum Schutze der Anwalt- schaft wird das beA wieder zur Verfügung stehen, sobald unser Dienstleister eine Lösung für diese Sicherheitslücke gefunden hat“, so Dr. Abend weiter.

Schön, dass Zwischenlösungen verworfen werden und das beA bis zu seiner Vollendung offline bleibt. Was bedeutet das für unser Problem? Wenn die Zertifikatssperre darauf zurückzuführen ist, dass der private Schlüssel für den Webserver, der lokal auf Port 9998 lauscht, in die Client-Software integriert ist,

Zertifikat samt privatem Schlüssel Teil der Software

Das Problem dabei: Da die Software ja selbst die HTTPS-Verbindungen durchführt, muss der private Schlüssel Teil der Software sein. Damit bietet aber eine solche HTTPS-Verbindung keinerlei Schutz. Ein Man-in-the-Middle-Angreifer hätte durch manipulierte DNS-Antworten Anfragen nach bealocalhost.de auf seinen eigenen Server umleiten und dort eine falsche Version der beA-Software präsentieren können.

Doch diese Vorgehensweise ist nicht nur unsicher, sie verstößt auch gegen die Regeln für Zertifizierungsstellen, die sogenannten Baseline Requirements. Diese sehen vor, dass Zertifizierungsstellen Zertifikate, deren privater Schlüssel kompromittiert ist, innerhalb von 24 Stunden zurückziehen müssen.

Markus Drenger vom Chaos Computer Club Darmstadt hatte dieses Zertifikat und den privaten Schlüssel entdeckt - und das Problem an Telesec gemeldet, die daraufhin das Zertifikat zurückzogen. Heise Online hatte gestern darüber berichtet.

(https://www.golem.de/news/bea-bundesrechtsanwaltskammer-verteilt-https-hintertuere-1712-131845.html)

wird man sich darauf einzustellen haben, dass am Konstrukt des Clients Änderungen vorgenommen werden müssen. Für die zukünftige Version stellt sich somit von Neuem die Frage: Läuft es unter dem eingesetzten Linux-Derivat oder nicht. Welchen Vorschlag würde ein Jurist in dieser Situation machen? Bringen wir den Thread hier durch übereinstimmende Parteierklärungen einstweilen zum Ruhen, bis ATOS bzw. die BRAK mit dem neuen Client am Start sind. Das ist in jedem Falle "zweckmäßig" aus sonstigen wichtigen Gründen i. S. v. § 251 S. 1 ZPO.

😬

Viele Grüße und allen einen guten Rutsch nach 2018, coolwalda.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Update: Die BRAK empfiehlt dringend, die beAClientSecurity zu deinstallieren, nachdem Markus Drenger vom Chaos Darmstadt e. V. eine weitere gravierende Sicherheitslücke im Rahmen des gestrigen "beAthon" mitgeteilt hat. Einzelheiten gibt es hier, die Anwaltschaft tobt ("#beaGate"): http://www.brak.de/fuer-journalisten/pressemitteilungen-archiv/2018/presseerklaerung-04-2018/

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Update: Der neue Client wird nicht vor Juni am Start sein: https://www.brak.de/zur-rechtspolitik/newsletter/bea-newsletter/2018/ausgabe-7-2018-v-19042018.news.html#hl156495

Fest steht m. E. zwischenzeitlich, dass keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung implementiert ist. Es gibt ein "HSM", mit dem an zentraler Stelle Nachrichten umgeschlüsselt werden können. Hintergründe dazu: https://erbguth.ch/bea/#E2EE

Es hat sich eine Gruppe von Juristen zusammengetan, um auf dem Klagewege den Einsatz einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durchzusetzen: https://www.bea-aber-sicher.de/sicheres-bea/

Daneben gibt es Bestrebungen, aus dem beA ein Open-Source-Projekt zu machen: https://fsfe.org/campaigns/publiccode/bea.de.html

Es bleibt also spannend.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Die aktualisierte beaClientSecurity steht zum Download bereit.

Keine Fehlermeldungen mehr in Lubuntu 16.04.4 LTS. Dito in Lubuntu 18.04 LTS.

Die Anmeldung selbst konnte ich noch nicht testen, da diese wohl erst ab September wieder möglich ist, nachdem weitere Mängel behoben sind. Vgl. dazu:

https://www.brak.de/w/files/04_fuer_journalisten/presseerklaerungen/pe-18-anlage1.pdf

https://www.brak.de/w/files/04_fuer_journalisten/presseerklaerungen/pe-18-anlage2.pdf

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

In der Tat funktioniert der Download jetzt bei Ubuntu 16.04 problemlos. Allerdings werde ich dann gefragt, ob eine aktuelle Version geladen werden soll. Wenn man dem zustimmt, landet man auf der auf der bekannten Seite der BRAK. Ich bekomme die clientsecurity auch nicht gestartet. Funzt das bei Euch?

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

faxepolis schrieb:

Funzt das bei Euch?

Bei mir alles ohne Probleme. Habe es gerade nochmals getestet. Auf Port 9998 lauscht die Version 3.1.3.9-HF01. Ich habe zudem den Registrierungsschalter auf der beA-Homepage genutzt (bin schon registriert), um die Funktionalität des Kartenlesers zu testen. Sicherheitstoken wird anstandslos erkannt.

Dass der Client sich aktualisiert, passiert. Bei mir allerdings ohne Ausflug auf die Homepage, sondern innerhalb und durch die clientSecurity. Deine Schritte? Fehlermeldungen?

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

keine Fehlermeldung. die clientescurity startet einfach nicht. weder über die sh. datei noch über das Terminal. Hattest Du die über den Download von der BRAK-Seite installiert oder über das Terminal? Habe beides probiert. Wenn ich über das Terminal installiere, startet die clientsecurity mit der bekannten Frage nach der Aktualisierung. Wenn ich die Ablehne, wird die Anwendung beendet.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Ich habe die Datei von der Seite heruntetgeladen, via shell in home entpackt und die sh-Datei gestartet. Fertig. Kein Trick.

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

seltsam. immer wenn ich die sh. datei starten will passiert nichts....

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Wie startest Du sie denn aus der Shell?

./xyz.sh

?

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

Entpackt habe ich mit der Archivverwaltung.

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

coolwalda schrieb:

Wie startest Du sie denn aus der Shell?

./xyz.sh

?

yes.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Ähm. Entpackt nicht nur die sh-Datei, sondern alles inkl. Unterordnern und so?

faxepolis

Anmeldungsdatum:
17. Dezember 2017

Beiträge: 13

is schon klar.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

Beiträge: 110

Sry.

Java installiert?