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Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin)
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Newubunti

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16. Februar 2008

Beiträge: 5149

Weil Du TOR noch mal ansprichst:

Bei TOR bzw. bei Anonymisierung sehe ich für Otto-Normal-Nutzer - damit meine ich jetzt jemanden, der zwar bisher schon versucht hat, nicht alles von sich Preis zu geben - aber dabei noch nicht spezielle Anonymisierungsverfahren angewendet hat - dürfte es IMO doch recht schwierig sein, im Netz fortan anonym zu posten. Anonym lesen dürfte wohl gehen, aber ansonsten dürften doch von Otto-Normal-Nutzer genug Schriftproben vorliegen, um ihn anhand des Schreibstils identifizieren zu können.

Oder sehe ich das falsch?

Gruß, Martin

duesentriebchen

Avatar von duesentriebchen

Anmeldungsdatum:
10. Februar 2012

Beiträge: 713

Wohnort: Im Inntal

Newubunti schrieb:

Weil Du TOR noch mal ansprichst:

Bei TOR bzw. bei Anonymisierung sehe ich für Otto-Normal-Nutzer - damit meine ich jetzt jemanden, der zwar bisher schon versucht hat, nicht alles von sich Preis zu geben - aber dabei noch nicht spezielle Anonymisierungsverfahren angewendet hat - dürfte es IMO doch recht schwierig sein, im Netz fortan anonym zu posten. Anonym lesen dürfte wohl gehen, aber ansonsten dürften doch von Otto-Normal-Nutzer genug Schriftproben vorliegen, um ihn anhand des Schreibstils identifizieren zu können.

Oder sehe ich das falsch?


Hallo Martin 😀

Ja, da gebe ich dir recht in beiden Punkten.
1.) Ich denke daß es für einen Otto-Normal-Nutzer, der sich nicht damit beschäftigt, schwer sein wird sich der totalitären Überwachung ohne fremde oder bekannte Hilfe zu entziehen.
2.) Da diese Algorithmen Muster anlegen, ist man klassifizierbar. Somit, und das weiss ich, ist man in einer Datenbank als User/Opfer xy abgelegt. Nimmt man Metadaten und vielleicht noch das Profil von Facebook dazu und legt das alles übereinander ist man personalisierbar.
Mir persönlich fällt das alles nicht schwer, aber viele viele Andere wissen nicht wie sie sich schützen könnten, gehen in Resignation und klicken munter weiter. Solange das ohne Verdächtigungen und Beschuldigungen bleibt, akzeptiert das der überwiegende Teil der Klientel von NSA & co.

Die technischen Möglichkeiten sind da, man müsste es nur schaffen eine Bewusstseinsbildung der Betroffenen dahingehend auszuprägen, daß diese ein wenig auf Komfort und Speed verzichten. Und schon habens die lieben Damen und Herren um einiges schwerer 🤓

Beste Grüße,
Düse.

EDIT: Es gibt auch noch i2p und einige Andere 👍

verdooft

Anmeldungsdatum:
15. September 2012

Beiträge: 4371

Hallo,

kam gerade bei Google News:

Neue Snowden-Enthüllungen: NSA knackt systematisch Verschlüsselung im Internet:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-und-britischer-geheimdienst-knacken-systematisch-verschluesselung-a-920710.html

Hier anscheinend ein Dokument:

http://www.nytimes.com/interactive/2013/09/05/us/documents-reveal-nsa-campaign-against-encryption.html

Edit:

Heise hat die News jetzt auch:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossangriff-auf-Verschluesselung-im-Internet-1950935.html

Inwieweit das für das Projekt von Bedeutung ist, weiß ich nicht.

drtri

Anmeldungsdatum:
9. Dezember 2012

Beiträge: 619

verdooft schrieb:

Hallo,

kam gerade bei Google News:

Neue Snowden-Enthüllungen: NSA knackt systematisch Verschlüsselung im Internet:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-und-britischer-geheimdienst-knacken-systematisch-verschluesselung-a-920710.html

Hier anscheinend ein Dokument:

http://www.nytimes.com/interactive/2013/09/05/us/documents-reveal-nsa-campaign-against-encryption.html

Edit:

Heise hat die News jetzt auch:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossangriff-auf-Verschluesselung-im-Internet-1950935.html

Inwieweit das für das Projekt von Bedeutung ist, weiß ich nicht.

Heise zitiert:

In einem Interview mit dem Guardian bestätigte auch Insider Edward Snowden: "Verschlüsselung funktioniert. Sauber implementierte, starke Verschlüsselung ist eines der wenigen Dinge, auf die man sich noch verlassen kann.

Wer also unbedingt in den Fokus der Geheimdienste rücken möchte, bedient sich zweckmässig solcher Technologie.

Developer92 Team-Icon

Avatar von Developer92

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31. Dezember 2008

Beiträge: 4101

drtri schrieb:

Wer also unbedingt in den Fokus der Geheimdienste rücken möchte, bedient sich zweckmässig solcher Technologie.

Hoffentlich meinst du das sarkastisch.

drtri

Anmeldungsdatum:
9. Dezember 2012

Beiträge: 619

Developer92 schrieb:

drtri schrieb:

Wer also unbedingt in den Fokus der Geheimdienste rücken möchte, bedient sich zweckmässig solcher Technologie.

Hoffentlich meinst du das sarkastisch.

Überhaupt nicht!

Unverschlüsselte Mails laufen durch den Filter und gut. Wäre ja auch nicht der erste Filter, jeder Mailer prüft ja auf Spamverdacht und Viren.

Verschlüsselung hat den selben Effekt wie sicherheitsrelevante Schlüsselbegriffe, Du wirst interessant. So lange Du deine verschlüsselten Mails nicht aus Afghanistan schickst, tut das erst einmal nicht weh - falls doch, wäre die Beobachtung des Luftraums angezeigt. 😉

Verbreitete Anwendung von Verschlüsselungtechnologie erschwert die automatisierte Suche nach Hinweisen auf die Aktivitäten von Mörderbanden - wollen wir das wirklich?

Benno-007

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Bitte für gesellschaftliche Diskussionen das anfangs verlinkte Thema nutzen, hier geht's NUR um die Umsetzung der Technik.

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Avatar von Developer92

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31. Dezember 2008

Beiträge: 4101

drtri schrieb:

Developer92 schrieb:

drtri schrieb:

Wer also unbedingt in den Fokus der Geheimdienste rücken möchte, bedient sich zweckmässig solcher Technologie.

Hoffentlich meinst du das sarkastisch.

Überhaupt nicht!

Hoffentlich meinst du das sarkastisch.

Oh, ich seh hier ne Rekursion. Mist. Dann werd ich mir wohl etwas Text aus den Fingern ziehen:

Unverschlüsselte Mails laufen durch den Filter und gut. Wäre ja auch nicht der erste Filter, jeder Mailer prüft ja auf Spamverdacht und Viren.

Dem Spamfilter der Mailanbieter vertraue ich nicht mehr. Die Fehlerrate ist viel zu hoch. Wichtige Mails werden aussortiert (vor allem die, die in Englisch verfasst sind - da ich viel aus England bestelle und auch sonst mir der ganzen Welt irgendwie Kontakt habe ist das denkbar ungünstig) und zum anderen kommen ausgerechnet Spammails, also genau das, wovor das Teil mich eigentlich retten sollte, problemlos durch.

Viren? Das sich hier ein Virus auf meinem System breit macht ist schon enorm unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.

Weder Spam noch Viren rechtfertigen allerdings das Lesen vertraulicher Informationen.

Verschlüsselung hat den selben Effekt wie sicherheitsrelevante Schlüsselbegriffe, Du wirst interessant. So lange Du deine verschlüsselten Mails nicht aus Afghanistan schickst, tut das erst einmal nicht weh - falls doch, wäre die Beobachtung des Luftraums angezeigt. 😉

Ich bin bereits interessant - also für die Geheimdienste. Ich hab Linux installiert, meide soziale Netzwerke, bin bei sicherheitsrelevanten Dingen schon fast paranoid und befasse mich seit kurzem damit wie ich in andere Systeme eindringe. Das macht sicher ein gutes Bild. Fehlt nur noch, dass ich eine Handfeuerwaffe bedienen kann, was, um ehrlich zu sein, auf meiner ToDo-Liste steht.

Klingt erstmal wie ein erstklassiger Terrorist, gibt nur einen Haken: Ich bin keiner. Mich interessiert das alles eben, nicht mehr, nicht weniger. Ich will damit auch nichts böses, es gefällt mir einfach.

Die waren Terroisten sind meiner Meinung nach die Amerikaner selbst. Es gibt nur ein Land, welches Atombomben auf besiedeltes Gebiet geworfen hat, und zwar gleich zwei mal: Die USA. Die „Demokratie“ in Länder bringen in denen sie nichts zu suchen haben. Und Deutschland liefert auch noch Soldaten und Panzer dafür. Ganz großes Kino. Aber ich weiche ab:

Verbreitete Anwendung von Verschlüsselungtechnologie erschwert die automatisierte Suche nach Hinweisen auf die Aktivitäten von Mörderbanden - wollen wir das wirklich?

Grundsätzlich ja ein guter Gedanke, dagegen spricht ja erst einmal nichts. Das Problem dabei: Irgendwann wird diese Macht missbraucht. Sie wird immer missbraucht.

Was passiert also, wenn wir das ganze etwas weiter spinnen?

Leute wie ich werden verhaftet. Grundlos. Die freie Meinungsäußerung wird abgeschafft (bereits jetzt ist sie ja schon stark eingeschränkt). Der Staat wendet sich gegen das Volk. Geheimgerichte urteilen über das Schicksal anderer - ohne dass man darauf Einfluss nehmen könnte. Versucht man etwas zu ändern, verschwindet man einfach von der Bildfläche.

Die Demokratie wird immer weiter niedergerissen in der Gier der Machthaber.

Dem Ein oder Anderen hier sagt vielleicht das Grundgesetz etwas, lest das mal und befasst euch damit, warum man Dinge wie Privatsphäre zumindest theoretisch gut geschützt hat. Warum zur Datensparsamkeit aufgerufen wird (Krasses Beispiel ist/war die sog. Rosa Liste). Informationelle Selbstbestimmung wurde nicht einfach so zu einem Grundgesetz nachträglich erhoben, man mag es kaum glauben aber das war Absicht. Und begründet.

Selbst jetzt müssen Journalisten schon Angst davor haben, wenn sie über brisantes Material berichten. Aus diesem Grunde kann man auch den Medien nicht mehr vertrauen - die ehemalige 4. Gewalt hat sich dem Staat und den Unternehmen unterworfen.

Unter Umständen bekommt man für einen Mord weniger Jahre Haft als wenn man Whistleblower spielt. Da sollte man sich schon fragen: Wie konnte das passieren?

Ich hoffe das regt ein wenig zum Nachdenken an.

Fragen, Kommentare, Tipps, Tricks und Hinweise sowie Korrekturen wie immer erwünscht, wenn auch manchmal von mir ignoriert 😉

mfg

EDIT: Polizisten nehmen sich jetzt bereits vereinzelt das Recht heraus, über andere zu richten, und das obwohl wir hier eine Gewaltenteilung haben, zumindest theoretisch. Und das Beste dabei: Es gibt immer (ausnahmslos, mir ist da kein anderes Urteil bekannt) unter 12 Monate Bewährung, denn, und das ist der Witz dabei, sie sonst ihren Beamtenstatus verlieren würde. Ist jetzt etwas Fefe-lastig, aber hier: Klick, Klick, Klick, Klick, Klick, Klick

Und wehe jetzt kommt jemand mit „bedauerliche Einzelfälle“. Fällt jemanden was auf? „Einzelfälle“ ist im Plural geschrieben. Wenn, dann muss da Einzelfall stehen. Singular, ihr wisst schon.

EDIT2: Benno-007 schrieb:

Bitte für gesellschaftliche Diskussionen das anfangs verlinkte Thema nutzen, hier geht's NUR um die Umsetzung der Technik.

Entschuldige. Ich frag mal nen Mod, vielleicht kann man das ja verschieben ☺

MetaSystem

Anmeldungsdatum:
28. September 2011

Beiträge: 119

Hey gibt es eine möglichkeit das ganze System zu verschlüsseln, wenn ich schon 80% des Speichers nutze? Also ohne externe Festplatte wo alle Daten zwischengespeichert werden. Ich stell mir das so vor das er eine Partition Schrittweise verschlüsselt und Datein stückweise verschiebt bis er alles außer die bootfiles verschlüsselt hat. Oder funktioniert diese Anleitung nach diesem Schema? Ist für mich ehrlich gesagt etwas kryptisch das ganze. Aber so wie ich die Anleitung verstehe, funktioniert dass nur wenn ich Ubuntu installiere und dann sofort alles verschlüssle, sobald ich das System schon eine Zeit lang nutze, müsste ich alles extern zwischenlagern.!?

Achja und wie erkenne ich eine verschlüsselte Partition? Welchen Befehl muss ich da eingeben und was muss dann da stehen damit ich weiß die Partition ist verschlüsselt?

PS: Und es wär schön wenn Du brauchbare Tipps (wie z.B. der Hinweis auf Prism-break, etc.) in den ersten Beitrag reineditieren könntest, dann ist alles wichtig gleich beisamen ☺

Benno-007

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
28. August 2007

Beiträge: 29240

Wohnort: Germany

Danke für dein Interesse und Feedback. Da kann (und will) ich jetzt nicht mehr editieren - ich sehe das als Details, die man lesen kann, wenn man will, aber nicht damit erschlagen werden muss. Die Anleitung hat mich am Anfang auch etwas abgeschreckt - aber wenn (!) man weiß, was Partitionen sind und wie man unter Ubuntu manuell partitioniert, also z.B. der Partition /dev/sda2 den Mountpoint /home zuordnet, dann ist der Rest auch ein Klacks.

Ohnehin wird man im Wiki an die Hand genommen und komplett durch den Prozess geführt. Im Grunde geht es um vier Sachen: Partition anlegen → Verschlüsselung anlegen → LVM anlegen (anstatt von nur einer Partition) → Formatieren. Die Verschlüsselung ist nix andres als crypsetup mit paar Optionen, die dort bereitstehen. LVM ist optional, aber wichtig, wenn man mehrere Partitionen/ LVs haben will, also z.B. ein extra /home.

Falls man sich aber automatisch ein vollverschlüsseltes System im Installer eingerichtet hat bzw. das machen möchte und zusätzlich eine verschlüsselte Backupplatte braucht, kann man auf LVM verzichten und zum Verschlüsseln ein grafisches Programm (s.u.) verwenden oder cryptsetup mit Option luksFormat usw. als Befehl.

Das funktioniert nur für Neuinstallationen, aber man sollte sowieso immer eine Backupplatte haben und solche Vorgänge niemals ohne Backup anstoßen. Wozu eine 2-TB-Platte, wenn man dafür zwei 1-TB-Platten haben kann und somit gleich wenigstens ein Backup hat. Im Prinzip braucht man sogar mindestens zwei externe Backuplaufwerke, falls während dem Neuinstallieren auch das Backup ausfällt oder für einen zweiten sicheren Ort, falls Brand/ Einbruch etwas zerstört.

Wichtig ontopic wäre nur: Das Backup sollte natürlich auch verschlüsselt sein. Entweder macht man ein Image, z.B. mit dd. Oder man erzeugt mit cryptsetup luksFormat (+ sudo und Optionen) die verschlüsselte Partition. Diese kann man dann grafisch in der Unity-Leiste oder im Dateimanager Nautilus nach Eingabe des Passwortes entschlüsseln (natürlich weit jenseits von 10 zufälligen Zeichen).

Es gibt auch eine GUI zum Erzeugen verschlüsselter Partitionen, Gdecrypt, mit Bildern. Enthalten in der Paketverwaltung.

Achja und wie erkenne ich eine verschlüsselte Partition? Welchen Befehl muss ich da eingeben und was muss dann da stehen damit ich weiß die Partition ist verschlüsselt?

Dies siehst du z.B. ganz normal bei der Laufwerksauflistung:

sudo parted -l

anhand einer Bemerkung wie "lvm" (das ist nur ein Indiz, da es LVM auch unverschlüsselt gibt) oder "luks" bzw. grafisch ohne weitere Software durch ein Schlosssymbol (cryptsetup ist vorinstalliert). Alternativ

sudo file -s /dev/sdXY

gibt z.B. sowas aus:

/dev/sd**: LUKS encrypted file, ver 1 [aes, xts-plain, sha1] UUID: ***

Genauere Infos zur Verschlüsselungsart gibt es bei:

sudo cryptsetup luksDump /dev/sdXY

Grüße, Benno

HeikeHarnack

Avatar von HeikeHarnack

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5. Mai 2014

Beiträge: 70

Wohnort: Meiderich (Duisburg)

Hi an Benno und alle anderen,

wie geht E-Mail verschlüsseln, wenn man KEIN Thunderbird hat? Ich nutze Sylpheed, weil das so auf meinem .iso mit drauf war.

Danke für technische (!) Hilfe

Heike

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Avatar von Developer92

Anmeldungsdatum:
31. Dezember 2008

Beiträge: 4101

HeikeHarnack schrieb:

Hi an Benno und alle anderen,

wie geht E-Mail verschlüsseln, wenn man KEIN Thunderbird hat? Ich nutze Sylpheed, weil das so auf meinem .iso mit drauf war.

Das Wiki hat dazu angeblich einen Artikel 😉

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