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Kann man in einer VM eine Platte aus einem Win-System betreiben?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 24.04 (Noble Numbat)
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süßwassermatrose

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19. Februar 2024

Beiträge: 18

Hallo allerseits,

ich möchte im Parallelbetrieb in einer virtuellen Maschine die Festplatte meines alten Win-Notebooks booten und nutzen.

In meinen Laienträumen stelle ich mir vor, dass ich eine VM einrichte, diese die per USB angeschlossene alte HDD bootet und so vollumfänglich als VM nutzt.

Geht das so einfach, oder bin ich da im Lalaland?

Gruß und Danke!

Süßwassermatrose

andreasK

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13. Dezember 2006

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Verstehe ich das richtig: Auf einem PC, der nicht Dein altes Windows-Notebook ist, möchtest Du ein HDD per USB anschließen, auf dem ein Windows installiert ist, und dieses Windows dann als Windows-VM nutzen? Auf dem PC richtest Du eine VM ein (mit welchem OS?), die bootet dann in das auf der HDD installierte Windows?

Ich weiß schon nicht, wie Du die Festplatte Deines alten Notebooks per USB an einen anderen Rechner anschließt, wenn es kein externes Laufwerk ist, aber selbst dann kann das so nicht funktionieren. Selbst wenn es Dir gelingt, dass die VM in das USB-HDD bootet, kann das Betriebssystem darin, das für die Notebook-Hardware konfiguriert ist, in der VM nicht laufen.

Vielleicht kennt jemand einen Weg, wie Du das Windows in eine VM migieren kannst.

noisefloor Team-Icon

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6. Juni 2006

Beiträge: 29567

Hallo,

wenn auf der besagten Festplatte HDD ein bootfähiges Betriebssystem ist - warum bootest du den Rechner nicht direkt von der Festplatte? Warum denkst du, dass du zusätzlich eine VM brauchst?

Gruß, noisefloor

von.wert

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23. Dezember 2020

Beiträge: 13191

andreasK schrieb:

Ich weiß schon nicht, wie Du die Festplatte Deines alten Notebooks per USB an einen anderen Rechner anschließt, wenn es kein externes Laufwerk ist,

Das ist ja nun das geringste Problem. Entweder einbauen in ein entsprechendes Gehäuse mit SATA3-USB3.0-Converter oder letzteres ohne Gehäuse (10 €). Insbesondere letzteres aber nur bei SSD oder bestenfalls 2.5"-HDD, bei 3.5"-HDD braucht es eine zusätzliche Stromquelle.

Aber ernsthaft, wir haben 2024, wenn es ein HDD sein sollte, denkt man nicht weiter darüber nach, das Museumsteil noch irgendwie nutzen zu wollen (nur, wenn man davon noch einmalig Daten 'rüberziehen wollte).

SSD an einem SATA3-USB3.0-Converter ist dann wie ein USB-Stick.

aber selbst dann kann das so nicht funktionieren. Selbst wenn es Dir gelingt, dass die VM in das USB-HDD bootet, kann das Betriebssystem darin, das für die Notebook-Hardware konfiguriert ist, in der VM nicht laufen.

Jein.

VBox ist nicht dafür vorgesehen, von USB zu booten. Jedenfalls nicht durch simples Auswählen im VM VirtualBox Manager. Ich habe mich vor Jahren damit interessehalber beschäftigt, es gibt wenige Artikel, wo das jemand unter der Haube hingebastelt haben will.

Machbar wäre es über PLOP von FDD-Image - aber da muß man viel Zeit mitbringen, bei jedem Boot. Nicht mal des Lesen dieses Images wegen (Diskettenlaufwerk hört sich ja so an, aber das sind nur 1.44 MiB), sondern weil über USB dann extrem lange gelesen wird, denn das wird als USB 1.1 eingebunden, nicht mal 2.0 (jedenfalls damals). Ich hab's aus technischem Interesse probiert. Auf dem Stick habe ich aber Ventoy gehabt, damit das wenigstens schnell geht. Reicht ja dafür.

Linux kann von USB booten, Windows nicht. Jedenfalls nicht ältere bzw. nicht ohne Zusatzbehandlung, sprich Tools, die Windows entsprechend boot-fähig auf USB-Stick oder die hier angedachte Stecklösung bringen.

Ich weiß nicht, warum man die Operei überhaupt vor hat. Nur weil das alte Zeug herumliegt, muß man es nicht weiterverwenden wollen.

Wenn es wirklich um die Installation geht und man das HDD/SSD nicht direkt an SATA anschließen kann (hört sich ja danach an, sprich jetzt Notebook), könnte man das HDD/SSD clonen, vorausgesetzt, dessen Kapazität liegt nicht jenseits von Gut und Böse.

Dazu legt man eine VBox-VM mit einem entsprechend großem virtuellem SSD (Ziel mindestens etwas größer wählen als die Quelle) an und bootet in der VM Clonezilla. Das über USB angeschlossene HDD/SSD clonet man dann auf das virtuelle SSD.

Für den folgenden Boot von diesem virtuellem SSD muß die VM natürlich entsprechend konfiguriert sein, also UEFI-Mode oder CSM, bei ersterem mit Secure Boot oder ohne.

Windows 10 und 11 werden mit großer Wahrscheinlichkeit in dieser VM booten, zumindest bei CSM (ältere sind End of Support, es gibt ergo keine Hilfe, die Wahrscheinlichkeit des Durchbootens sinkt sowieso stark, je weiter man mit der Version zurückgeht).

Hat man dann Windows in der VM hochgezwirbelt, eventuell installierte Nvidia-/AMD-eigene Treiber deinstalliert, kommt die nächste Hürde: die Windows-Aktivierung.

Also, süßwassermatrose, willst Du Dir das ganze Zeug wirklich antun?

Ich hab' das übrigens kürzlich andersherum gemacht. Ich habe eine Arch-VM, die ich für verschiedene Zwecke (z.B. eine nur für Citrix, dieser proprietäre Mist kommt mir nicht in meinen Arch-Host) mit VBox mehrfach geclonet habe (selbstverständlich jeweils danach Hostname und MAC-Adresse geändert). Einen solchen Clone habe ich zusätzlich bearbeitet (neuen User mit ID 1000, GA deinstalliert usw.) und dann mit Clonezilla über obig genanntem SATA3-USB3.0-Converter auf SSD geclonet. Das SSD habe ich zurück in ein kleines Notebook gesetzt. Läuft.

black_tencate

Avatar von black_tencate

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27. März 2007

Beiträge: 11411

Hej süßwassermatrose,

mal abgesehen von der Sinnhaftigkeit…

Gruß black tencate

süßwassermatrose

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
19. Februar 2024

Beiträge: 18

andreasK schrieb:

Verstehe ich das richtig: Auf einem PC, der nicht Dein altes Windows-Notebook ist, möchtest Du ein HDD per USB anschließen, auf dem ein Windows installiert ist, und dieses Windows dann als Windows-VM nutzen? Auf dem PC richtest Du eine VM ein (mit welchem OS?), die bootet dann in das auf der HDD installierte Windows?

Alles richtig verstanden. Als OS soll die VM das OS der HDD (HDD Win-Notebook alt (ab jetzt genannt: HDD-WNa)) verwenden.

Ich weiß schon nicht, wie Du die Festplatte Deines alten Notebooks per USB an einen anderen Rechner anschließt, wenn es kein externes Laufwerk ist,

Ich kann die HDD-WNa ja in ein externes Gehäuse stecken.

aber selbst dann kann das so nicht funktionieren. Selbst wenn es Dir gelingt, dass die VM in das USB-HDD bootet,

Und dass mir das gelingt, ist sehr unwahrscheinlich, habe ich das richtig verstanden?

kann das Betriebssystem darin, das für die Notebook-Hardware konfiguriert ist, in der VM nicht laufen.

Ich habe öfter die Erfahrung gemacht, dass HDDs zwischen Notebooks manchmal ausgetauscht werden können. Es gibt dann oft gewisse Schwierigkeiten mit gewissen Geräten, die aber leicht auszubessern und nicht kritisch waren (z.B. zu niedrige Auflösung, Touchpad geht nicht oder so). Daher die Hoffnung.

Vielleicht kennt jemand einen Weg, wie Du das Windows in eine VM migieren kannst.

Eine Migration funktioniert nicht, das habe ich ausgeschöpft. https://forum.ubuntuusers.de/topic/virtual-box-von-einem-windowsrechner-kopierte-/

Danke schon mal!

süßwassermatrose

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
19. Februar 2024

Beiträge: 18

Hallo Noisefloor,

wenn auf der besagten Festplatte HDD ein bootfähiges Betriebssystem ist - warum bootest du den Rechner nicht direkt von der Festplatte? Warum denkst du, dass du zusätzlich eine VM brauchst?

Weil ich beim Arbeiten mit Programmen vom alten Notebook parallel an Programmen auf dem neuen Notebook arbeiten möchte.

Gruß,

Süßwassermatrose

shiro Team-Icon

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20. Juli 2020

Beiträge: 1386

Geht das so einfach, oder bin ich da im Lalaland?

Also "einfach" geht das nicht. Eventuell hilft dir der folgende Beitrag weiter: https://www.gaulnet.de/physikalische-echte-festplatte-in-virtualbox-vm-nutzen.html

Du weist aber doch sicher, dass schon der Umbau einer Platte von einem Win-PC in einen anderen und somit anderer Hardware schon Probleme bereitet (Aktivierung von alten, nicht mehr von MS unterstützten Systemen usw).

Kopiere die Daten von der Disk in eine Datei (virtual Disk), damit du sie in der VM zur Verfügung hast. Solltest du uralte Software installiert haben, die auf der physikalischen Platte ominöse Einträge zur SW-Freischaltung hinterlassen hat (z.B. Win3.1 bevor es das Registry gab), wirst du sowieso Probleme bekommen, diese "Lizenz" wieder zu nutzen.

von.wert

Anmeldungsdatum:
23. Dezember 2020

Beiträge: 13191

süßwassermatrose schrieb:

Eine Migration funktioniert nicht, das habe ich ausgeschöpft. virtual-box-von-einem-windowsrechner-kopierte-/

Den Thread hättest Du aber schon zu Beginn verlinken können. Da hätte man sich alles sparen können bei Deinem Spezialproblem mit der Lizenz dieser hornalten Software.

In einem Punkt hat der nervige KVM-Inquisitor allerdings Recht, wobei er den noch nicht mal nennt. Snapshots einer laufenden VM sind mit KVM, genauer gesagt libvirt/VMM, möglich (Du könntest also den Rechner 'runterfahren und später diesen Snapshot wieder laden). Aber nur, wenn die VM mit UEFI installiert ist, nicht bei CSM - und da sieht's dann wohl sehr düster aus.

shiro Team-Icon

Supporter

Anmeldungsdatum:
20. Juli 2020

Beiträge: 1386

Den Thread hättest Du aber schon zu Beginn verlinken können.

Danke an von.wert, die verschleierten Informationen entdeckt zu haben.

Bei einer SW, die auch ca 25 Jahre alt ist, gab es mal ein "Lizensierungsverfahren", dass die "Lizenzinformationen" am Betriebssystem vorbei in einen ungenutzten Plattenblock schrieb und diesen Block dann als "Bad-Block" markierte. Die physikalische Bad-Block-Adresse wurde dann durch das Lizensierungsprogramm in das Exe gepatched. Eventuell ist bei dieser Software eine ähnliche Lizensierung vorgenommen worden. Ein Backup würde dann nicht wirklich weiter helfen, da dieser die "Bad-Blocks" nicht mit sichert und wenn ja, die Daten an eine andere Adresse restaurieren würde. Das würde erklären, warum zwingen die alte HDD genutzt werden muss.

@süßwassermatrose: Wie hast du es denn geschafft, dass das Programm überhaupt in der VM gestartet wurde? Wenn sich dieser Weg nachvollziehen ließe, könnte man Rückschlüsse auf die Lizensierung ziehen. Hast du dich eventuell schon mit dem Herausgeber der SW in Verbindung gesetzt?

black_tencate

Avatar von black_tencate

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27. März 2007

Beiträge: 11411

Hej süßwassermatrose,

nach dem Link auf den anderen Faden kann ich nur sagen: Nein, auch mit den beiden Variante, die ich hier verlinkt habe, kann das nichts werden. Du schriebst ja, daß Du eben nicht runter fahren/neu booten kannst/darfst! Wie willst Du dann die Platte in ein USB Gehäuse bekommen, ohne den PC herunter zu fahren?

Schau Dich mal bei RDP um, evt. bringt Dich das weiter?

Gruß black tencate

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