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USB-Stick defekt?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 24.04 (Noble Numbat)
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Fearghas

Anmeldungsdatum:
28. August 2009

Beiträge: 8

Wer kennt es nicht: Der Chef hat Dich gefeuert weil er jetzt "KI" zum Programmieren hat und um Dein spärliches Bürger*innengeld aufzubessern, suchst Du in Berlin auf der Chausseestraße in Mülleimern nach Pfandflaschen und findest auf Höhe der Hausnummern 96-99 einen USB-Stick. Was da wohl drauf ist?

Ein Freund wohnt um die Ecke, hat zwar nur Windwos, aber egal, aus lauter Neugier direkt hin und erstmal mit Windows geschaut (ob) was auf dem Stick ist.

Exkurs Windows 11

Stick eingesteckt, nix passiert.

Im Explorer ist kein USB-Stick zu sehen, in der Laufwerksverwaltung auch nicht.

Erstmal eingestellt, dass auch leere Laufwerke angezeigt werden – und tatsächlich, plötzlich gibt es „D:“, lässt sich aber nicht öffnen, Meldung: "Legen Sie einen Datenträger in das USB-Laufwerk (D:) ein.".

Eingabeaufforderung ausgeführt („cmd“), „diskpart“ und „list disk“ und auch da taucht der Stick nun auf, als „Datenträger 1“ – genauso plötzlich in der Laufwerksverwaltung, allerdings mit einer Größe von 0 B und „Status“ „Kein Medium“.

Recovery-Programme wie „Easeus Recovery“, „Easeus Fixo“, „Recuva“ oder auch „TestDisk“ finden das Laufwerk auch weiterhin gar nicht und bringen nichts. In der Taskleiste ist inzwischen auch das Menü für Geräte und Wechseldatenträger aufgetaucht, doch da ist kein Stick, den ich nun aushängen könnte, aufgeführt, sondern nur drei Punkte („…“) auf die ich nicht klicken kann. Immerhin kann ich über die Laufwerksverwaltung den „Datenträger 1“ („Kein Medium“) seine „Eigenschaften“ anzeigen lassen. Gerätestatus: „Das Gerät funktioniert einwandfrei.“ Haha.

Bei den Datenträgerinformationen („Volumes“) stehen Kapazität, Verfügbarer Speicher und Reservierter Speicher alles auf „0 MB“, Status weiterhin „Kein Medium“, Partitionsstil wird als MBR erkannt (auch wenn ja laut Datenträgerverwaltung da 0 Partitionen gesehen werden).

Mit Linux hab ich sowieso immer das Gefühl, mehr sehen zu können und versuche es also über ubuntu.

Linux

Auch hier passiert mit Einstecken erst einmal nichts: „Disks“ sieht keinen Datenträger, „lsusb“ im Terminal sieht mit und ohne Stick genau gleich aus und ohne einen Hinweis auf den Stick.

Doch „journalctl -f“ liefert immerhin folgende Ausgabe:

Mar 26 01:20:06 ubuntu kernel: usb 1-1: new high-speed USB device number 5 using xhci_hcd
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: usb 1-1: New USB device found, idVendor=090c, idProduct=3000, bcdDevice= 1.00
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: usb 1-1: New USB device strings: Mfr=1, Product=2, SerialNumber=0
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: usb 1-1: Product: SM3255AA MEMORY BAR
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: usb 1-1: Manufacturer: Silicon Motion,Inc.
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: usb-storage 1-1:1.0: USB Mass Storage device detected
Mar 26 01:20:07 ubuntu kernel: scsi host2: usb-storage 1-1:1.0
Mar 26 01:20:07 ubuntu mtp-probe[11003]: checking bus 1, device 5: "/sys/devices/pci0000:00/0000:00:14.0/usb1/1-1"
Mar 26 01:20:07 ubuntu mtp-probe[11003]: bus: 1, device: 5 was not an MTP device
Mar 26 01:20:07 ubuntu mtp-probe[11009]: checking bus 1, device 5: "/sys/devices/pci0000:00/0000:00:14.0/usb1/1-1"
Mar 26 01:20:07 ubuntu mtp-probe[11009]: bus: 1, device: 5 was not an MTP device
Mar 26 01:20:08 ubuntu kernel: scsi 2:0:0:0: Direct-Access              USB MEMORY BAR   1000 PQ: 0 ANSI: 0 CCS
Mar 26 01:20:08 ubuntu kernel: sd 2:0:0:0: Attached scsi generic sg2 type 0
Mar 26 01:20:08 ubuntu kernel: sd 2:0:0:0: [sdc] Media removed, stopped polling
Mar 26 01:20:08 ubuntu kernel: sd 2:0:0:0: [sdc] Attached SCSI removable disk
Mar 26 01:20:08 ubuntu (udev-worker)[11016]: sdc: Process '/usr/bin/unshare -m /usr/bin/snap auto-import --mount=/dev/sdc' failed with exit code 1.

Mit „lsblk“ kriege ich folgende Ausgabe:

sda           8:0    1     0B  0 disk
sdb           8:16   1  58.2G  0 disk
└─sdb1        8:17   1  58.2G  0 part /cdrom
sdc           8:32   1     0B  0 disk

Ich versuche mir mit ddrescue ein Image zu ziehen:

ubuntu@ubuntu:~$ sudo ddrescue -b2048 /dev/sdc /home/ubuntu/Datensicherung.iso mapfile
ddrescue: /dev/sdc: Can't open input file: No medium found

safecopy erstellt mir tapfer eine Datei mit 0 bytes, tsk_recover kann daraus (natürlich) nix extrahieren

Zwischendurch liefert mir lsusb dann doch mal auch den Stick, mit den inzwischen bekannten Angaben („Silicon Motion Inc.“ als Herstellerin und „Memory Bar“), und auch über „Disks“ kann ich jetzt den Datenträger sehen, siehe Screenshot. Doch da bleibt mir auch nur die Möglichkeit des „Power Off“, weder kann ich den Stick formatieren, aushängen oder sonst irgendetwas aus dem Kontextmenü.

Fragen also:

Gibt es irgendwelche Chancen, noch an Daten auf dem Stick zu kommen?

Was heißt "bus: 1, device: 5 was not an MTP device" und "sdc: Process '/usr/bin/unshare -m /usr/bin/snap auto-import --mount=/dev/sdc' failed with exit code 1." wenn ich den Stick einstecke?

Ist der Stick einfach wirklich komplett hinüber?

Lässt sich zumindest aus den Daten erkennen, was genau bei diesem Stick kaputt ist? (Denn Daten wie zB die Herstellungsfirma lassen sich ja offenbar noch erkennen.)

1000 Dank schonmal für Antworten.

Moderiert von redknight:

"Datenrettung" verschoben.

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Haste mal mit Gparted geguggt? Vielleicht ist ja nur keine Partitionstabelle / Partition drauf?

Ansonsten kann man sich das Ding auch mal mit f3 (zuerst installieren) ansehen.

f3probe --destructive --time-ops /dev/sdX

Ubunux

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Bringe den Stick schnell wieder zurück, der BND ist da ziemlich humorlos, wenn Unbefugte so einen für fremde Dienste ausgelegten Köder einfach so mitnehmen ... 😎

Mylin

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Fearghas schrieb:

... auf Höhe der Hausnummern 96-99 einen USB-Stick. Was da wohl drauf ist?

Das ist keine USB-Stick, da gibt es weit und breit keinen einzigen Mülleimer. Bringt das Teil wieder zurück es ist nicht das was es sein soll. Das nächste mal bestell so etwas online da hast du, nach dem Fernabsatzgesetz, 14-tägiges Rückgaberecht ohne Angabe von Gründen. Oder, anstatt Flaschen versuch es mit Kupferrohre, denke das lohnt sich auch mehr.

Frieder108

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7. März 2010

Beiträge: 9441

Ubunux schrieb:

Bringe den Stick schnell wieder zurück, der BND ist da ziemlich humorlos, …

nun ja, Moabit hat auch Vorteile, du bekommst täglich 3 warme Mahlzeiten ganz ohne Flaschenpfand. 😇

Fearghas

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
28. August 2009

Beiträge: 8

schwarzheit schrieb:

Haste mal mit Gparted geguggt? Vielleicht ist ja nur keine Partitionstabelle / Partition drauf?

Ansonsten kann man sich das Ding auch mal mit f3 (zuerst installieren) ansehen.

f3probe --destructive --time-ops /dev/sdX

Danke für die Lösungsansätze!

Wegen Gparted: Sieht das Laufwerk leider gar nicht erst, also obwohl lsblk im Terminal sdc anzeigt (siehe oben), kann ich in Gparted nur sda und sdb auswählen.

Auch sudo blkid liefert mir sda und sdb, nicht aber sdc - d.h. der Stick lässt sich offenbar partout nicht einhängen (?).

Was Partition(stabelle) betrifft: Mit der graphischen Laufwerksverwaltung ("Disks", siehe Screenshot Thread-Eröffnung) wird der Stick ja angezeigt, doch auch da sind die ganzen Optionen wie "Format Partion" oder ähnliches alle nicht möglich, weil das Ding nicht erkannt wird - anstatt der einzelnen Partitionen bzw. der Partitionstabelle(nvisualisierung) wird da ja leider nur "No Media" angezeigt.

Wegen f3: Auf deren Seite - https://fight-flash-fraud.readthedocs.io/en/latest/introduction.html - steht ziemlich deutlich:

This will destroy any previously stored data on your disk!

Das möchte ich gern verhindern. Denn ich gebe es jetzt mal zu, ich weiß ziemlich genau, was auf dem Stick ist bzw. war: Der Schlüssel für einen Onlinezugang zu einem Konto (ja wirklich, kein Witz!).

Ich vermute mal, das Dateisystem war FAT, und der Stick lief zusammen mit der Banksoftware auf Windows 10; er steckte dafür dauerhaft an dem PC (jaja, soviel zum Thema "Sicherheit" - ich war's aber nicht und habe erst davon erfahren, als ich den Stick zur Wiederherstellung bekommen habe, soviel kann ich zu meiner Entschuldigung sagen). Wenn sich das noch wiederherstellen ließe, würde das die Zeit und Mühe ersparen, im Zusammenspiel mit Bank + Buchhaltungssoftware einen neuen Schlüssel zu erstellen...

PS: Mylin schrieb:

Fearghas schrieb:

... auf Höhe der Hausnummern 96-99 einen USB-Stick. Was da wohl drauf ist?

Oder, anstatt Flaschen versuch es mit Kupferrohre, denke das lohnt sich auch mehr.

Das hab ich vor ein paar Jahren genau bei der Adresse bereits gemacht, da gibt es also keine Kupferrohre mehr: https://www.abendblatt.de/vermischtes/article205627837/BND-Neubau-Millionenschaden-durch-geklaute-Wasserhaehne.html 😇

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Du machst also wissentlich Falschangaben zur Ausgangssituation!

Da es offensichtlich ein Win-Format ist lass es auch da reparieren.

Ausserdem sind dann noch diese Punkte zu beachten:

Prüfe ob im Windows und im UEFI/Bios das Fastboot deaktiviert ist.

Und für die Zukunft: externe Geräte immer ordentlich aushängen vorm abziehen sowohl in Windows wie auch in Ubuntu und anderen Geräten.

Und damit bin ich hier raus.

Ubunux

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Mylin

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Beiträge: 225

Fearghas schrieb:

... Das hab ich vor ein paar Jahren genau bei der Adresse bereits gemacht, da gibt es also keine Kupferrohre mehr:

Es läuft bei dir nicht sonderlich gut an dieser Anschrift. Man hat dir minderwertige Materialien angedreht, Armaturen bestehen meist aus Messing, also lediglich einer Kupferlegierung (CuZn40), ich würde den Krempel wieder zurück bringen.

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