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Probleme mit Jack

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu MATE 17.10 (Artful Aardvark)
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HolgerBr

Anmeldungsdatum:
18. März 2008

Beiträge: 275

Wohnort: Bremen

Liebe Leute,

das nächste Problem. Ich komme mit diesem Jack nicht klar. Wenn ich qjackctl imTerminal starte, erscheint in einem Fenster die folgendeMeldung: "D-BUS: JACK-Server konnte nicht gestartet werden. Tut mir Leid". Klicke ich im qjackctl-Fenster auf "starten", folgt eine weitere Meldung: "Keine Verbindungsaufnahme als Client zum JACK-Server möglich. - Gesamtbetrieb schlug fehl. - Verbindungsaufnahme zum Server gescheitert. Bitte sehen Sie im Meldungsfenster nach weiteren Informationen."

Nun läßt sich dieses Problem noch umschiffen, wenn man Glück hat und per Google den folgenden Text findet:

Quelle: https://lists.linuxaudio.org/pipermail/linux-audio-user/2012-October/087650.html

Dort findet sich ein Hinweis auf eine Umgebungsvariable, die man als root setzen sollte, um den Session-Bus auf den Socket des dbus-Daemons zu setzen:

export DBUS_SESSION_BUS_ADDRESS=unix:path=/run/dbus/system_bus_socket

Zusätzlich muß man in /usr/share/dbus-1/system.conf den folgenden Text einfügen, wenn man, wie ich, drei Soundkarten im System hat:

<policy user="root">
     <allow own="org.freedesktop.ReserveDevice1.Audio0"/>
      <allow own="org.freedesktop.ReserveDevice1.Audio1"/>
      <allow own="org.freedesktop.ReserveDevice1.Audio2"/>
</policy>

Ist dies geschehen, kann man als root den Jack-Server starten:

jackd -R -P40 -p128 -t5000 -dalsa -dhw:2,2 -r48000 -p2048 -n2 -S

Das Terminalfenster lasse ich an dieser Stelle offen und starte qjackctl, ebenfalls als root. Was folgt, ist erstmal ein Sack voller Fehlermeldungen.

root@P2:/home/holger# qjackctl
QStandardPaths: wrong ownership on runtime directory /run/user/1000, 1000 instead of 0
QStandardPaths: wrong ownership on runtime directory /run/user/1000, 1000 instead of 0
Qt: Session management error: None of the authentication protocols specified are supported

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_register_object: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_register_object: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_get_unique_name: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_register_object: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_register_object: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

(qjackctl:2642): GLib-GIO-CRITICAL **: g_dbus_connection_get_unique_name: assertion 'G_IS_DBUS_CONNECTION (connection)' failed

Der Jack-Server beschwert sich außerdem:

JackPosixProcessSync::LockedTimedWait error usec = 5000000 err = Connection timed out
Driver is not running
Cannot create new client
Unknown request 4294967295
CheckSize error size = 0 Size() = 12
CheckRead error
JackPosixProcessSync::LockedTimedWait error usec = 5000000 err = Connection timed out
Driver is not running
Cannot create new client
Unknown request 4294967295
CheckSize error size = 0 Size() = 12
CheckRead error
JackPosixProcessSync::LockedTimedWait error usec = 5000000 err = Connection timed out
Driver is not running
Cannot create new client
Unknown request 4294967295
CheckSize error size = 0 Size() = 12
CheckRead error

So. Und nun weiß ich nicht mehr weiter.

Grüße, Holger

mk1967

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24. April 2011

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Hallo Holger,

QJackCtl ist nach meiner Erfahrung unter vielen Distributionen tatsächlich so eine Sache. Richtig glatt OOTB lief es bei mir seit längerem unter Debian und unter gut angelegten Multimedia-Distris wie LibraZiK oder AVLinux. Schon unter UbuntuStudio läuft es seit 16.04 nicht mehr rund. 😐

Mir hat die deutschsprachige Anleitung zu QJackCtl bei den ersten Justagen sehr geholfen. 👍

Falls sie's in deinem Falle nicht tut - was hast du denn genau vor, und welches Programm soll auf JACK-Basis laufen? Falls es Ardour sein soll, kannst du Jack auch dort konfigurieren und brauchst QJackCtl nicht.

Sofern du tiefer in den Audiobereich einsteigen willst, könnte sich ein Dualboot mit einer der beiden erwähnten Multimedia-Distris (oder mit KXStudio, das basiert allerdings noch auf Ubuntu 14.04) lohnen. 👍 Dann kannst du dir höchstwahrscheinlich das große Friemeln in Konfigurationsdateien (Chapeau - so tief bin ich dort noch nie reingestiegen 😳 ) komplett sparen. (Ich weiß, das ist eine eher konsumentenhafte Methode, mit einem Problem wie dem deinigen umzugehen 😉 - aber es schont die Nerven, und Multimedia-Distris haben generell für den Audiobereich gegenüber einem Standardsystem noch viele weitere Vorzüge.)

Michael

HolgerBr

(Themenstarter)

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18. März 2008

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Hallo Michael,

ich wollte sonic-pi benutzen, mußte aber aufgeben. Ich habe also jackd und qjackctl wieder gelöscht und werde es künftig nicht mehr benutzen. Via Github konnte ich lesen, daß es sich bei den Maintainern dieser Produkte in der Regel um Einzelpersonen handelt, denen schlicht die Zeit zur Pflege ihrer Software fehlt. Dadurch kommen all die Probleme da rein, und wenn ich alles richtig mache und qjackctl dennoch nicht in der Lage ist, den Jack-Server zu kontakten, dann sind da Bugs im Spiel, die mich überfordern. Schade.

Viele Grüße, Holger

Yanneck

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25. September 2009

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Ist das Paket dbus-x11 installiert?

HolgerBr

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
18. März 2008

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Yanneck schrieb:

Ist das Paket dbus-x11 installiert?

Ja. Die neueste Version sogar.

Holger

mk1967

Anmeldungsdatum:
24. April 2011

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HolgerBr schrieb:

mußte aber aufgeben

Was mich angeht - zu spät 😀, jetzt hast du mich neugierig gemacht.

Ich vermute mal, du hast Sonic-Pi auch über die normale Paketverwaltung installiert? Ich habe das jetzt gerade unter dem Ubuntu 16.04, das ich auch habe, mal nachvollzogen. Es scheint schon mal dort nur die Version 2.9 zu geben, während mich das Programm darauf hinweist, daß die aktuelle Version die 3.0.1 sei. Welche lief denn bei dir?

  • Also, mir scheint erst mal, daß Sonic-Pi auch ohne JACK läuft - jedenfalls tat's das jetzt gerade bei meinem Test.

  • Dann JACK auf dem Umweg über den Start von Ardour angeschmissen und dann Sonic-Pi gestartet. Funktioniert. Verbindungen habe ich jetzt über Patchage gezogen.

  • Dann noch der Vollständigkeit halber: QJackCtl kriege ich unter Ubuntu 16.04 nicht mal auf, geschweige denn konfiguriert. Während es unter den obigen Multimedias und unter Debian 8 und 9 problemlos funktioniert.

Ich geh also mal davon aus, daß sich QJackCtl und *buntu 16.04 inklusive UbuntuStudio nicht so richtig vertragen. Paßt allerdings auch zu dem, was ich schon vor einiger Zeit im Ardour-Forum gelesen habe (der Ardour-Entwickler Paul Davis ist auch für JACK verantwortlich): die Jungs dort sind von *buntu nicht begeistert. Die genauen technischen Gründe habe ich damals nicht so richtig kapiert, weil mir das Fachwissen fehlte (aber es deckte sich mit meinen Erfahrungen, daß das alles eher wacklig war). Empfohlen wurden dort u.a. KXStudio, Debian oder AVLinux. Wie schon erwähnt, würde ich LibraZiK mit zu der Liste packen.

Alternativ kann man JACK auch über die Suite Cadence steuern, die ist z.B. in KXStudio und LibraZiK mit dabei. Läuft nach meiner Erfahrung um Längen glatter als mit QJackCtl. Allerdings sind die Paketquellen für Cadence nicht bei allen Distris mit drin - ich glaube, bei Ubuntu und UbuntuStudio fehlen sie.

HolgerBr

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
18. März 2008

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mk1967 schrieb:

Ich geh also mal davon aus, daß sich QJackCtl und *buntu 16.04 inklusive UbuntuStudio nicht so richtig vertragen. Paßt allerdings auch zu dem, was ich schon vor einiger Zeit im Ardour-Forum gelesen habe (der Ardour-Entwickler Paul Davis ist auch für JACK verantwortlich): die Jungs dort sind von *buntu nicht begeistert.

Ich habe mal weiter recherchiert und fand eine Erklärung, der ich gerne nachgehen möchte: Das Audiosystem ist ALSA. Wird Pulseaudio installiert, wird meist eine Umleitung eingebaut, so, daß die Ausgabe von ALSA-Clients nach Pulseaudio geschoben wird. Installiert man JACK als Audio-Hauptsystem, muss man lediglich Pulseaudio so konfigurieren, dass es nicht VOR dem jackd gestartet wird, und dass es über JACK ausgibt.

Genau das möchte ich jetzt gerne einmal ausprobieren, aber dazu langen meine Linuxkenntnisse nicht hin. Wie richte ich die Start-Reihenfolgen bei den Modsulen ein, wo ist sie festgelegt? Und wie starte ich jackd mit welchen Parametern automatisch? Würde mich wirklich interessieren, vielleicht löst das mein technisches Problem.

Beste Grüße, Holger

mk1967

Anmeldungsdatum:
24. April 2011

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HolgerBr schrieb:

Das Audiosystem ist ALSA. Wird Pulseaudio installiert, wird meist eine Umleitung eingebaut, so, daß die Ausgabe von ALSA-Clients nach Pulseaudio geschoben wird.

Stimmt, nach meiner nebulösen Erinnerung geht das in der Richtung. Schon ganz vergessen, weil ich mit dem Problem seit Jahren nicht mehr zu tun hatte 😳 . Wenn man JACK nutzt, kann man PulseAudio in den meisten Fällen tatsächlich vergessen bzw. sollte es sogar (es sei denn, man muß Strippen ziehen zwischen z.B. einem VLC-Ausgang und dem JACK-Strippengeflecht o.ä.).

Es gibt einen Weg, PulseAudio einfach kalt- und das Audiosystem auf ALSA umzustellen: damals hat er bei mir gut funktioniert.

HolgerBr schrieb:

wie starte ich jackd mit welchen Parametern automatisch?

In den diversen Steueroberflächen gibt es dazu Sonderfenster - bei QJackCtl z.B. die dritte Registerkarte im "Einstellungen"-Fenster, dort kann man zusätzliche Befehle eintragen. Auch Cadence hat so was (ich weiß jetzt gerade bloß nicht, wo).

Die UU-Wikiartikel über das Audiosystem und Audio-Problemlösungen hast du schon gesehen? Haben mir sehr geholfen. 👍

Nachtrag: Der Entwickler der erwähnten Cadence-Suite wurde hier mal interviewt und stellt dort u.a. sein Projekt KXStudio vor. Wenn man sich intensiver in Linux und Audiobearbeitung reinfuchsen will, die nötige nicht zu langsame Maschine hat und sich nicht mit den debian-basierten Distris einlassen möchte (die ich weniger hakelig finde), ist KXStudio super. 👍

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