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Verschlüsselung einrichten bei mehreren Partitionen

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 22.04 (Jammy Jellyfish)
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gazrilla92

Anmeldungsdatum:
16. Januar 2024

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Hallo zusammen,

ich verwende einen Schlepptop mit 16 GB Arbeitsspeicher und ner halben TB großen SSD. Darauf läuft ein hübsches Ubuntu 22.04.1 Insegasmt habe ich drei Partitionen auf meinem Schlepptop: /boot/efi (512 MB), sowie zwei weiteren ext4 Partitionen, wovon eine der beiden auf /home (knappe 320GB) gemountet ist. Auf die Swap-Partition verzichte ich. Der Arbeitsspeicher reicht mir dicke. Damit habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht, beispielsweise, wenn man sich mal das System zerschießt oder mal die Distribution wechseln oder neu aufsetzen will, ohne ein Drama mit seinen persönlichen Daten veranstalten zu müssen.

Jetzt würde ich die beschriebene Konfiguration gerne vollverschlüsselt betreiben. Weshalb? Mir gehts ums Prinzip. Informationelle Selbstbestimmung ist mir wichtig. Besonders bei mobilen Geräten besteht immer die Gefahr des Verlusts. Zur Einrichtung sind nach einigem herumlesen noch ein paar Unklarheiten geblieben. So wie ich das verstanden habe, muss ich beim neuaufsetzen des Rechners nun von den Standardeinstellungen bei dem Punkt "Partitionen" (oder so ähnlich) abweichen, richtig? Bei der Standardinstallation wird ja neben der /boot/efi-Partion noch eine ungewollte /boot und eine /swap-Partition angelegt. Der restliche Speicherplatz wäre dann als eine Partition verfügbar. Das möchte ich so nicht. Die Erste Unklarheit ist die folgende: lege ich mit LVM direkt zwei Partitionen an, die dann ihrerseits je mit LUKS verschlüsselt werden oder lege ich mit LVM eine Partition an, verschlüssele diese mit Luks und lege darin wieder mit LVM weitere Partitionen an? Geht das? Für jede Partition eine seperate Verschlüsselung zu haben stelle ich mir unvorteilhaft vor. Anschließend folgt der normale Installationsprozess, richtig?

Welche Variante ist sinnvoller? Gibt es cleverere Lösungen? Wie setze ich das Passwort um die Platte zu entschlüsseln? Wie sorge ich dafür, dass das Passwort bei jedem hochfahren abgefragt wird und nicht umgangen werden kann? Ich habe gelesen, dass da im Zusammenhang mit der Boot-Partition einiges schief laufen kann und dadurch die verschlüsselug ad absurdum geführt werden kann. Welche Verschlüsselungseinstellungen sind aus Eurer Sicht besonders sicher?

Sollte es dazu kommen, dass ich mein Betriebssystem auf einer der beiden Partitionen neu aufsetzen möchte, kann ich das tun, wie bisher auch? Worauf muss ich im Bezug auf die Verschlüsselte Platte achten?

Danke schon mal.

Groetjes

gazrilla

Moderiert von Taomon:

Passender verschoben.

weholei

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7. Februar 2019

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Ich habe nach der Anleitung meinen Laptop verschlüsselt.

https://wiki.ubuntuusers.de/System_verschl%C3%BCsseln/

Ist nicht ganz einfach, aber wenn man sich genau an die Reihenfolge hält, machbar.

Zur Sicherheit kann ich keine Aussagen machen

./. edit

Noch was ist mir eingefallen:

Solltest du den Ruhezustand nutzen wollen, empfiehlt es sich die Swap Partition größer zu machen, grösser als Hauptspeicher

DocHifi

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21. Oktober 2008

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Darauf läuft ein hübsches Ubuntu 22.04.1

Dann solltest du dringend mal updaten, wir sind bei 22.04.3.

gazrilla92

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
16. Januar 2024

Beiträge: 74

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Hallo ihr Zwei,

danke für eure Antworten. ☺

@DocHifi

Dann solltest du dringend mal updaten, wir sind bei 22.04.3.

Hab nochmal nachgeschaut, im Terminal wird mir warum auch immer immernoch die alte Version trotz erfolgtem Update angezeigt. Wer weiß woran es liegt. ☺

@weholei

Ich habe nach der Anleitung meinen Laptop verschlüsselt.

Danke für den Link. Darauf bin ich auch schon mal gestoßen. Daraus bin ich aber in Bezug auf meine mehrfach anzulegenden Partitionen nicht ganz schlau geworden. Wie hast du es gelöst? Mit LVM vermutlich einfach zwei Partitionen angelegt, die du je für sich einzeln verschlüsselt hast? Wie läuft das dann beim Anmelden? musst du beim Hochfahren zwei Passwörter eingeben?

Solltest du den Ruhezustand nutzen wollen, empfiehlt es sich die Swap Partition größer zu machen, grösser als Hauptspeicher

Weshalb?

Danke dir schon mal!

undine

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25. Januar 2007

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fleet_street

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gazrilla92 schrieb:

Danke für den Link. Darauf bin ich auch schon mal gestoßen. Daraus bin ich aber in Bezug auf meine mehrfach anzulegenden Partitionen nicht ganz schlau geworden.

Daraus werde ich wiederum nicht schlau. Im Abschnitt Partitionierung sind die aufgezählt und nummeriert. Vielleicht habe ich das nur schon zu oft durchgeführt, als dass ich da ein Problem erkennen könnte. Wenn du trotzdem Verständnisschwierigkeiten hast, dann musst du etwas genauer fragen.

Mit LVM vermutlich einfach zwei Partitionen angelegt, die du je für sich einzeln verschlüsselt hast?

Nee, mit LVM legt man keine Partitionen an, sondern letztlich logische Datenträger (logical volumes, daher der Name LVM).

Wie läuft das dann beim Anmelden? musst du beim Hochfahren zwei Passwörter eingeben?

Es wird kurz nach dem Einschalten nach dem Passwort der Verschlüsselung gefragt und später dann das im Anmeldefenster. (Sinnigerweise sollten das zwei unterschiedliche Passwörter sein).

Weshalb?

Weil's einfacher ist. Aber du nutzt das nach eigener Beschreibung nicht.

gazrilla92 schrieb:

… wovon eine der beiden auf /home … gemountet ist.
… mal die Distribution wechseln oder neu aufsetzen will, ohne ein Drama mit seinen persönlichen Daten veranstalten zu müssen.

Naja, eine Neuinstallation eines verschlüsselten LUKS/LVM-Systems ist trotz eines separaten LV für home nicht so einfach. Eine gute Datensicherung und einfach die Standard-Verschlüsselung des Installers laufen lassen, ist um deutlich einfacher. Und eine Datensicherung ist so oder so Pflicht.

… noch eine ungewollte /boot …
… Ich habe gelesen, dass da im Zusammenhang mit der Boot-Partition einiges schief laufen kann und dadurch die verschlüsselug ad absurdum geführt werden kann.

Quelle? Noch nie von gelesen und habe auch keine Probleme. Ohne /boot-Partition ist noch ein Tick schwieriger. Ob GRUB mittlerweile mit LUKS2 klarkommt, habe ich noch nicht getestet (nur damals™ mit LKUKS1).

san04

Anmeldungsdatum:
19. Januar 2010

Beiträge: 1286

gazrilla92 schrieb:

noch eine ungewollte /boot

Die ist hilfreich: Hier liegt dann unverschlüsselt nur der Kernel, das erleichtert den Boot-Prozess und schlussendlich auch die Installation. Sonst gibt es zwei Möglichkeiten, wenn dich einfach nur die Partition stört, kannst du stattdessen auch GRUB in die ESP installieren. Genau so sicher/unsicher, aber eben eine Partition weniger. Oder du verschlüsselst die Boot-Partition (für die verschlüsselte boot fährst du mit Luks1 vermutlich besser).

Das möchte ich so nicht.

Was genau möchtest du daran denn nicht?

Die Erste Unklarheit ist die folgende: lege ich mit LVM direkt zwei Partitionen an, die dann ihrerseits je mit LUKS verschlüsselt werden oder lege ich mit LVM eine Partition an, verschlüssele diese mit Luks und lege darin wieder mit LVM weitere Partitionen an? Geht das?

Es ist Linux, alles geht 😀

Üblicherweise wird ein (wie auch hier: System verschlüsseln) wird ein LUKS-Volume angelegt und darin ein LVM. Bei Arch heißt das dann LVM_on_LUKS. (Der gesamte Artikel ist für dich eh empfehlenswert) Aber es geht natürlich auch LUKS on LVM....

Welche Variante ist sinnvoller? Gibt es cleverere Lösungen?

Mein Rechner hier gerade nutzt keine separate boot, ich habe GRUB in die ESP installiert und dann ein LVM on LUKS. Später hab ich noch eine weitere LUKS-Partition auf einem zusätzlichen Laufwerk für Fotos angelegt und diese mit in die gleiche Volume-Group gepackt und entschlüssele die Partition mittels Keyfile... Ob ich letzteres nochmal so machen würde? Vermutlich eher nicht. Weitere verschlüsselte Partitionen hab ich dann einfach über die crypttab eingebunden, hier wird allerdings eine Datei angelegt (die nur Root lesen kann) in der das Passwort zur Entschlüsselung drin steht. Die Datei wiederum befindet sich natürlich im verschlüsselten System.

Welche Verschlüsselungseinstellungen sind aus Eurer Sicht besonders sicher?

Wenn du nicht ganz, ganz tief in die Materie einsteigen willst, dann bleib einfach bei den schon sehr guten Standardsettings, sonst ist die Gefahr eher, dass du etwas verschlimmbesserst.

Worauf muss ich im Bezug auf die Verschlüsselte Platte achten?

Generell läuft das ganze sehr gut. Wenn allerdings etwas schief geht musst du immer ein paar Handgriffe mehr anlegen. Gutes Backup ist sicherlich von Vorteil, auch wenn ich es noch nie gebraucht hab..

Fang einfach an und probier ein bisschen rum, die erste Installation muss ja nicht gleich die letzte sein 😉

weholei

Anmeldungsdatum:
7. Februar 2019

Beiträge: 1074

Wohnort: Mittelfranken

@weholei

Ich habe nach der Anleitung meinen Laptop verschlüsselt.

Danke für den Link. Darauf bin ich auch schon mal gestoßen. Daraus bin ich aber in Bezug auf meine mehrfach anzulegenden Partitionen nicht ganz schlau geworden. Wie hast du es gelöst? Mit LVM vermutlich einfach zwei Partitionen angelegt, die du je für sich einzeln verschlüsselt hast? Wie läuft das dann beim Anmelden? musst du beim Hochfahren zwei Passwörter eingeben?

Solltest du den Ruhezustand nutzen wollen, empfiehlt es sich die Swap Partition größer zu machen, grösser als Hauptspeicher

Weshalb?

Danke dir schon mal!

Gute Frage, ich habe versucht das Wiki 1:1 umzusetzen, aber ein paar Anläufe benötigt, weil ich irgendwann "falsch abgebogen" bin.

Ich habe, wie im Wiki beschrieben 2 Partitionen angelegt, eine verschlüsselte für / und eine unverschlüsseltes für /boot.

IN der anderen, verschlüsselten, das LVM mit / und /swap

Beim Ruhemodus wird der Inhalt des Arbeitsspeichers in die Swap Partition geschrieben, so sagt man. Im Wiki werden 1 GB vorgeschlagen, was bei 16 GB RAM zu wenig ist.

Ich habe das gleiche PW für Luks wie für das Login verwendet und die automatische Login gewählt, damit ich das PW keine 2 x eintippen muss.

gazrilla92

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
16. Januar 2024

Beiträge: 74

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Moin zusammen,

danke für eure vielen Antworten. ☺ Ich habe mich jetzt nocheinmal damit auseinandergesetzt und ich muss eingestehen: jetzt habe ich mehr Fragezeichen als vorher. 🤣

Aufgrund der Infos die ihr mir gegeben habt und die ich zusätzlich woanders gefunden habe, denke ich dass ich es mit folgender Fesplattenaufteilung versuchen möchte:

  • /boot 512M (möglicherweise unnötig?)

  • /boot/efi 512M

  • /luks

    • /lvm (PV=VG)

    • /LV1(/) 110G

    • /LV2(/home) 100%Free

    • /LV3(SWAP) 8G

So. Soweit so klar. Jetzt habe ich ein UEFI-Bios und bin bisher entsprechend nur mit der /boot/efi-Partion super hingekommen. Muss ich jetzt zusätzlich die /boot-Partion einrichten, weil dort eventuell für die Entschlüsselung der SSD notwendige Daten hinterlegt werden?

@san04

Oder du verschlüsselst die Boot-Partition (für die verschlüsselte boot fährst du mit Luks1 vermutlich besser).

Inwiefern ist das denn möglich? Bisher habe ich überall gelesen, dass die Boot-Partition(en) nicht verschlüsselt werden dürfen.

Mein Rechner hier gerade nutzt keine separate boot, ich habe GRUB in die ESP installiert [...].

Das spricht gar nicht mit mir. Was genau hat es damit auf sich?

Als ersten Step würde ich nach dem Booten der Iso im Terminal mit shred die gesamte Platte platt machen.

sudo shred vzn 3 /dev/nvme0n1

Als nächsten Schritt würde ich die Partitionen anlegen:

  • > fdisk → mkfs unter mkfs

Ich habe kein FAT32 gefunden. Gibt es Alternativen?

Hierzu habe ich verschiedenes gelesen: manchmal wird FAT32 empfohlen, manchmal ext2. Was würdet ihr empfehlen und weshalb? Reicht es beim späteren Installationsprozess die Partitionen entsprechend zuzuweisen oder sind weitere Schritte im Terminal notwendig?

Als nächsten Step muss die verschlüsselte LUKS-Partition angelegt werden. Richtig? dazu mit fdisk eine dritte Partition anlegen.

Jetzt sollten drei Partitionen vorhanden sein:

  • /dev/nvme0n1p1 ->root

  • /dev/nvme0n1p2 ->root/efi

  • /dev/nvme0n1p3

Jetzt wird die Verschlüsselte Partition erzeugt:

sudo cryptsetup -c aes-xts-plain64 -y -s 512 luksFormat /dev/nvme0n1p3

ich bin bei meiner Recherche auf weitere mit LUKS möglich Verschlüsselungsarten gestoßen. Ist diese hier okay oder würdet ihr zu einer anderen raten?

Anschließend wird die verschlüsselte Partition geöffnet:

cryptsetup luksOpen /dev/nvme0n1p3 nvme0n1p3_crypt

Nun wird die LVM-Struktur angelegt:

  • pvcreate /dev/mapper/nvme0n1p3_crypt → physical volume: /nvme0n1p3_crypt

  • vgcreate vgubuntu /dev/mapper/nvme0n1p3_crypt → volume group: vgubuntu

  • lvcreate -L 8192M -n swap vgubuntu

  • lvcreate -L 112640M -n root vgubuntu

  • lvcreate -l 100%FREE -n home vgubuntu

So. Soweit bekomme ich das denke ich hin. Muss ich für die entsprechenden LV's und die beiden boot-Partitionen ebenfalls im Terminal ein Filesystem anlegen oder geschieht das nun im nächsten Schritt, wenn ich die Installtion im manuellen Modus in der graphischen Oberfläche fortsetze? Dort werden ja dann die entsprechenden Mountpunkte und der Partitionen und deren Funktion festgelegt.

Nach dem die Installation fertig ist, wirds bei mir so langsam unklar:

der Rechner darf nun nicht heruntergefahren werden, sondern die unter LVM angelegten Partitionen sollen einmalig irgendwo hingemountet werden? Sinn und Zweck der Aktion ist mir nicht gany klar.

Das sähe dann bei mir so aus:

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-root /mnt

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-home /mnt

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-swap /mnt

Zusätzlich muss noch etwas nach boot und boot/efi gemounted werden, wobei mir nicht klar ist, wie das bei mir aussehen sollte.

Anschließend folgen die folgenden Befehle. Wofür auch immer:

  • cp /etc/resolv.conf /mnt/etc/resolv.conf

  • chroot /mnt /bin/bash

Passt das so?

Als nächstes die Crypttab-Datei erstellen:

blkid /dev/nvme0n1p3

Anschließend die ermittelte UUID mit folgendem Befehl einfügen:

echo "/nvme0n1p3_crypt UUID=<VOLUME_ID> none luks" >> /etc/crypttab

update-initramfs -u -k all

Anschließend alles umounten.

Jetzt folgt der Systemneustart.

Nun habe ich die Stelle, an der das Passwort vergeben wird noch nicht identifiziert. Gibt es dafür einen seperaten Schritt?

Nach der Installation müsste /home dann noch ganz normal in die fstab-Datei zur automatischen mounten beim Systemstart eintragen, richtig? Zusätzlich drängt sich mir gerade noch eine andere Frage auf: Ich nutze Ubuntu, darauf habe ich mir KDE nachinstalliert und bin damit sehr zufrieden. Wäre es sinnvoll in Zukunft direkt Kubuntu zu installieren oder spricht mehr dafür Ubuntu einzurichten und KDE nachzuinstallieren?

Würde meine herangehensweise sonst ungefähr im groben passen? Danke schon mal für eurer Feedback. ☺

san04

Anmeldungsdatum:
19. Januar 2010

Beiträge: 1286

Moin,

schön, dass du deinen Beitrag nochmal überarbeitet hast. Für Code solltest du aber auch den codeblock verwenden: {{{ CODE }}}, das würde die Lesbarkeit nochmal deutlich erhöhen.

Wenn das deine erste verschlüsselte Installation ist, dann halte dich erstmal an den Wiki-Artikel ohne viele Abwandelungen, die Partitionierung ist ja dann sogar schon exakt wie von dir gewünscht.

  • /boot 512M (möglicherweise unnötig?)

Ist das absolute Minimum, man muss regelmäßig auch während der Kernelinstallation händisch erstmal aufräumen, damit das Update fehlerfrei durchläuft. Ich würde hier mindestens 1 GB empfehlen, 2 GB schaden aber auch nicht... Und ja, installiere erstmal mit /boot

  • /boot/efi 512M

Soll nur Linux installiert werden? Dann reichen hier fast 10 MB. Nimm 100 MB, dann bist du auf der sicheren Seite.

Muss ich jetzt zusätzlich die /boot-Partion einrichten, weil dort eventuell für die Entschlüsselung der SSD notwendige Daten hinterlegt werden?

Musst du nicht, aber mach es so, ist einfacher, weil im Wiki-Artikel so abgehandelt.

Inwiefern ist das denn möglich? Bisher habe ich überall gelesen, dass die Boot-Partition(en) nicht verschlüsselt werden dürfen.

GRUB kann während des Startvorgangs die Boot-Partition entschlüsseln: dm-crypt/Encrypting_an_entire_system

Mein Rechner hier gerade nutzt keine separate boot, ich habe GRUB in die ESP installiert [...].

Das spricht gar nicht mit mir. Was genau hat es damit auf sich?

Ignoriere das vorerst, wie auch die verschlüsselte Boot-Partition und taste dich langsam an das Thema heran.

sudo shred vzn 3 /dev/nvme0n1

Willst du alte Daten überschreiben? Sonst ist das nicht nötig.

Ich habe kein FAT32 gefunden. Gibt es Alternativen?

Wenn du das Programm Laufwerke benutzt, dann heißt es einfach FAT. Bei gparted heißt es fat32.

Hierzu habe ich verschiedenes gelesen: manchmal wird FAT32 empfohlen, manchmal ext2. Was würdet ihr empfehlen und weshalb?

Die ESP die unter /boot/efi eingehangen wird formatierst du mit FAT bzw. FAT32, weil das UEFI sonst nicht damit umgehen kann. Alles andere mit ext4 (außer Swap).

Reicht es beim späteren Installationsprozess die Partitionen entsprechend zuzuweisen oder sind weitere Schritte im Terminal notwendig?

Ab hier zitierst du im Wesentlichen den Wiki-Artikel. Halte dich für deine Installation strikt an diesen Artikel, wenn du dann auf Probleme triffst oder etwas nicht funktioniert, dann frage hier einfach nochmal nach.

Jetzt sollten drei Partitionen vorhanden sein:

  • /dev/nvme0n1p1 ->root

  • /dev/nvme0n1p2 ->root/efi

  • /dev/nvme0n1p3

Nein, es ist /boot und /boot/efi, die Unterscheidung ist sehr wichtig 😉

Muss ich für die entsprechenden LV's und die beiden boot-Partitionen ebenfalls im Terminal ein Filesystem anlegen oder geschieht das nun im nächsten Schritt, wenn ich die Installtion im manuellen Modus in der graphischen Oberfläche fortsetze?

Das macht der Installer (bzw. du machst das mit dem Installer): System verschlC3BCsseln (Abschnitt „Installation“)

der Rechner darf nun nicht heruntergefahren werden, sondern die unter LVM angelegten Partitionen sollen einmalig irgendwo hingemountet werden? Sinn und Zweck der Aktion ist mir nicht gany klar.

Steht im Artikel:

Um die nötigen Anpassungen vorzunehmen, wird mittels chroot in das eigentliche, verschlüsselte System gewechselt [8].

Du wechselst aus dem Live-System in dein installiertes System, um dort einige Anpassungen an der crypttab vorzunehmen, damit dein System beim Neustart auch wirklich startet.

Das sähe dann bei mir so aus:

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-root /mnt

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-home /mnt

  • mount /dev/mapper/vgubuntu-swap /mnt

Nein, du kannst nicht mehrmals auf den gleichen Mountpunkt mounten. (Also kannst du theoretisch schon, aber ist nicht sinnvoll, weil immer nur der letzte Mount dort angezeigt wird. Bei dir wäre es eher so:

# root Filesystem
mount /dev/mapper/vgubuntu-root /mnt
mount /dev/mapper/vgubuntu-home /mnt/home
# boot Filesystem
mount /dev/nvme0n1p1 /mnt/boot
mount /dev/nvme0n1p2 /mnt/boot/efi   # nur bei EFI-Systemen nötig; entfällt nicht!

Zusätzlich muss noch etwas nach boot und boot/efi gemounted werden, wobei mir nicht klar ist, wie das bei mir aussehen sollte.

Genau so wie im Artikel, da du eine NVMe verbaut hast, musst du einfach den sdX-Teil ersetzen. (Beispiel: Ohne NVMe = sda1 mit NVMe = nvme0n1p1)

  • cp /etc/resolv.conf /mnt/etc/resolv.conf

  • chroot /mnt /bin/bash

Du mountest die resolv.conf deines Live-Systems in dein installiertes System, um dort Zugriff auf das Internet (bzw. DNS) zu haben. Und wechselst dann mit chroot ins installierte System.

Als nächstes die Crypttab-Datei erstellen: blkid /dev/nvme0n1p3

Der Befehl zeigt dir die UUID an.

Nun habe ich die Stelle, an der das Passwort vergeben wird noch nicht identifiziert. Gibt es dafür einen seperaten Schritt?

Das passiert, wenn du den LUKS-Container anlegst (cryptsetup luksFormat -c aes-xts-plain64 -s 512 -h sha512 /dev/sdX3)

Nach der Installation müsste /home dann noch ganz normal in die fstab-Datei zur automatischen mounten beim Systemstart eintragen, richtig?

Das macht der Installer für dich, wenn du ihm oben angibst, dass welches deine Home ist.

Wäre es sinnvoll in Zukunft direkt Kubuntu zu installieren oder spricht mehr dafür Ubuntu einzurichten und KDE nachzuinstallieren?

Anderes Thema, aber ich würde direkt Kubuntu installieren, weil das System dann direkt stimmig ist.

Würde meine herangehensweise sonst ungefähr im groben passen? Danke schon mal für eurer Feedback. ☺

Ja, im Groben.... AAAber... Mach dir gar nicht so viele Gedanken beim ersten Versuch, sondern fang einfach an, wenn du mal zwei Stunden Zeit hast. Probier alles ans Laufen zu kriegen und wenn dir dann etwas nicht gefällt installierst du halt einfach nochmal. Das geht zügig, erst recht mit NVMe und ist sowieso eine gute Übung. Es kann ja nichts kaputt gehen (Datensicherung immer vorausgesetzt).

tl;dr: Einfach machen! Viel Erfolg!

weholei

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7. Februar 2019

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Ja, im Groben.... AAAber... Mach dir gar nicht so viele Gedanken beim ersten Versuch, sondern fang einfach an, wenn du mal zwei Stunden Zeit hast. Probier alles ans Laufen zu >kriegen und wenn dir dann etwas nicht gefällt installierst du halt einfach nochmal. Das geht zügig, erst recht mit NVMe und ist sowieso eine gute Übung. Es kann ja nichts kaputt >gehen (Datensicherung immer vorausgesetzt).

Dem kann ich mich nur anschließen.

Und wie san04 es so schön gesagt hat: Die erste Installation muss na nicht gleich die letzte sein 😉

gazrilla92

(Themenstarter)

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16. Januar 2024

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Super, danke euch.

Ich werde mich da am Wochenende mal in Ruhe dran setzen und dann berichten oder kritische Fragen stellen. 😛

Nur nochmal zum Verständnis:

die EFI-Partition darf generell nicht Verschlüsselt werden, wenn ich keine Boot-Partition anlege, richtig? Dann wird entsprechend dort mein Grub bei der Installation abgelegt, richtig? Der Rest wäre dann mit LUKS-Partitionierbar?

Eine Möglichkeit die gesamte Platte mit Luks zu verschlüsseln, also auch die EFI, bzw. boot, geht nicht, weil dort Informationen hinterlegt sind, die zur Entschlüsselng notwendig sind, richtig?

Danke schon mal.

Viele Grüße

weholei

Anmeldungsdatum:
7. Februar 2019

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Wohnort: Mittelfranken

Nach meinen - bescheidenen - Wissen "wohnt" in der /boot/efi Partiton z.B auch Windows.

und /boot ist bei mir nicht verschlüsselt, weil irgendein Programm muss ja zuerst starten um nach dem Schlüssel fragen zu können.

Zwar habe ich gelesen, dass man den Grub auch im der efi Partition speichern kann, das würde ich aber erst dann probieren, wenn ich schon mehrmals erfolgreich ohne boot Verschüsslung installiert habe 😉

Viel Erfolg!

san04

Anmeldungsdatum:
19. Januar 2010

Beiträge: 1286

Guck mal hier: Bootvorgang.

Das UEFI lädt die EFI-Partition (ESP), hier befindet sich GRUB, welches Ramdisk und Kernel lädt, die wiederum das OS starten.

Wäre die ESP verschlüsselt, müsste das UEFI die Fähigkeit haben, dieses zu entschlüsseln (ist zumindest mir nicht bekannt, dass es da gibt). Ist aber auch nicht notwendig, hier liegen ja keinerlei Informationen und durch Secure Boot kannst du absichern, dass hier nichts verändert wurde. Ramdisk und Kernel liegen dann optional auf einer verschlüsselten boot-Partition. GRUB kann damit umgehen und diese während des Startvorgangs entschlüsseln.

Diese Konstellation ist vermutlich das Beste was du erreichen kannst, wenn du Sorge hast dein Rechner könnte manipuliert werden. Wenn es dir lediglich darum geht, beim Verlust des Gerätes deine Daten zu schützen ist das meiner Meinung nach etwas overkill. Hier würde eine Vollverschlüsselung ohne verschlüsselte boot-Partition wohl reichen.

gazrilla92

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
16. Januar 2024

Beiträge: 74

Wohnort: Berlin

Super, danke für die schnellen Antworten. 😎

weholei

Nach meinen - bescheidenen - Wissen "wohnt" in der /boot/efi Partiton z.B auch Windows.

Mein Laptop bietet nur ein Habitat für Linux.

san04

Ramdisk und Kernel liegen dann optional auf einer verschlüsselten boot-Partition. GRUB kann damit umgehen und diese während des Startvorgangs entschlüsseln.

Das ist soweit für mich verständlich. Danke.

Wenn ich also eine einzelne unverschlüsselte EFI-Partion anlege, auf dem nur Grub liegt und die Boot-Partition innerhalb des verschlüsselten LUKS-Bereiches samt Kernel und Ramdisk auf einem eigenen LV abgelegt werden soll, muss ich dann bei der Installation weitere Einstellungen vornehmen oder reicht dann im Installer die Zuweisung der jeweiligen Partitionen aus? Bisher habe ich nur eine EFI-Partition auf meinem Rechner. Das führt nach meinem Verständnis dazu, dass dort sowohl GRUB, das Kernel und Ramdisk liegen?

In der oben beschriebenen Konstellation würde ein sehr kleiner Bereich für die EFI-Partion ausreichen, oder? 100MB? An Grub selbst sollte sich nicht sehr viel ändern, oder? Es käme nach meinem Verständnis viel mehr auf eine großzügige Boot-Partition zwecks Kernelupdates an, oder?

Nach meinem Verständnis ändert sich dann lediglich der Pfad der zu mountenden Ordner in dev/mapper/vgubuntu-boot nach dem Installotionsprozess, richtig?

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