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Mumpitz
Anmeldungsdatum: 20. Januar 2010
Beiträge: 55
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Palmstroem schrieb: Hierarchische Ablagesysteme sind zweifellos nicht optimal und dennoch haben wir sie immer noch - eigentlich überall.
[offtopic] Das hat womöglich historische Gründe. Die Macher der ersten Dateisysteme haben sich am klassischen, papiergebundenen Archivsystem orientiert. Da Speicherplatz knapp und teuer war, schien dies naheliegend. Und hat sich bis heute vererbt. Dass es auch andere Ansätze gibt, zeigen die Beispiele in Dokumentenmanagement. Ich selber habe gute Erfahrungen mit Bitfarm-Archiv, das wir in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, für das Dokumentenmanagement der technischen Dokumentation einsetzen. War – zugegeben – für einen mit Windoof aufgewachsenen Mausschubser ein ziemlicher Paradigmenwechsel und erfordert auch heute noch sehr viel Disziplin. Die Verbesserung des Arbeitsflusses ist aber unbestreitbar. Leider ist der größte Teil der Entscheider in den Chefetagen jenseits der 50 Jahre und damit in einer Generation, für der IT noch raumfüllend, teuer, behäbig und nur für wenige Spezialanwendungen geeignet schien. Teuer ist sie zwar bei sinnvoller Verwendung immer noch, alle anderen drei Dinge haben sich aber gewandelt. Nur dass das bei den Entscheidern noch nicht angekommen scheint. In Relation zu seinem Anschaffungswert kann es gut sein, dass mein Arbeitgeber mehr Investitionen in das händische Werkzeug der elektrischen und mechanischen Werkstätten steckt als in die IT. Aber ich schweife ab… [/offtopic] Palmstroem schrieb: Also irgendetwas muss dran sein, wenn wir sie immer noch benutzen.
Der größte Teil von uns ist mit Systemen aufgewachsen, die keine besseren Möglichkeiten boten und auch immer noch nicht bieten. Zumindest nicht mit Bordmitteln. Ich bin aber zuversichtlich, das sich das noch ändern wird. Die heute neugeborene Generation wächst schon so selbstverständlich mit Tablets auf, dass die Bedienung mit Maus und Tastatur schon fast musealen Charakter hat. Mal sehen, was in diesem Fahrwasser alles möglich sein wird. Mit freundlichem Gruß Mumpitz aka. Lars
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chris109
Anmeldungsdatum: 12. Juni 2006
Beiträge: 375
Wohnort: Kempten
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2030 sieht vordergründig nicht viel anders aus, als 2016, doch haben sich aktuelle Entwicklungen fortgesetzt und sind nun viel deutlicher in der Gesellschaft sichtbar.
An welche aktuellen Entwicklungen denken Sie dabei? Nur an die von Ihnen im folgenden erwähnten 'Helferlein' im Haushalt ud die 'Smart Homes' oder denken Sie gar an noch weitere momentane Entwicklungen?
Mir geht es dabei weniger um einzelne Produkte als der Nutzen von Open Source selbst, wie Computer und Online-Dienste den Alltag durchdringen, und wie Programme und Dienste entwickelt werden. "Jede Generation baut auf dem auf, was die vorherige geschaffen hat." Freie Software steckt großteils in allen Software-Produkten. Auch jede proprietäre Lösung enthält mindestens ein halbes Dutzend offene Frameworks oder Bibliotheken.
Die Basis der meisten proprietären Software wäre also ein Framework oder Bibliotheken aus dem Bereich der OpenSource? Software Entwickler würden sich also den Gendanken von OpenSource zu nutze machen, um Ihre eigene Software zu vertreiben und damit profit zu erzielen? Ist das nicht in gewissen Teilen schon heute so oder wo sehen Sie dahingehend den Unterschied?
Richtig, es ist heute schon so und wenn man vor 10 - 15 Jahren Open-Source Software in seine Produkte eingebaut hat, musste man sich als Entwickler noch rechtfertigen. Das ganze wurde sehr argwöhnisch betrachtet. Heute kommt man in ein Projekt und jeder Entwickler schleppt mindestens ein Framework, eine Bibliothek oder einen Baustein für die Entwicklungsumgebung/-infrastruktur an, der unter einer Open Source Lizenz steht. Es ist normal geworden und es wird noch viel Stärker zur Normalität.
Kleine Unternehmen oder Abteilungen nutzen diesen Reichtum und können deshalb immer noch mit großen Unternehmen mithalten. Es gibt immer noch Startups, die innerhalb weniger Jahre vom Zwei-Mann-Unternehmen zum Next-Big-Thing aufsteigen. Manager großer Software-Konzerne verstehen inzwischen durchgängig die Open Source Community als wichtige Ressource, die man entweder eine konkurrierende Lösung oder die eigene Unterstützt. Entsprechend häufig werden Komponenten eigener Produkte und Dienste unter einer Offenen Lizenz veröffentlicht.
Sehen Sie also eine reziprokete Verbindung von Open Source und propiertärer Software und deren Unternehmen in der Zukunft? Eine bloße Teilung in zwei Lager und eine unabhängige Existenz beider voneinander gäbe es nicht mehr. Der Eine würde vom Anderen profitieren und andersherum?
Natürlich! Entwickler proprietärer Software wären dumm eine Bibliothek, die unter z.B. LGPL oder BSD-Lizenz steht nicht zu verwenden, wenn sie die gesuchte Funktionalität bietet. Warum sollte man das Rad neu erfinden. Das ist unwirtschaftlich. Noch extremer wird die Situation wenn man einen Dienst anbietet, statt eine Software auszuliefern. Umgekehrt kommen dann auch von den Entwicklern proprietärer Software und Dienste, Fehlerberichte oder sogar Patches für freie Software. Entwickler selbst können sich durch die Mitarbeit an den freien Projekten, die sie auf der Arbeit nutzen öffentlich profilieren und ihren Wert für das (oder ein anderes) Unternehmen steigern. Unternehmen tuen gut daran bei Projekten, die einen Wertvollen Beitrag für ihr Geschäft leisten, mitzumischen. Das nennt sich dann Investitionssicherung oder strategische Investition.
Der PC ist längst nicht mehr das dominierende System und stark in den Hintergrund gerückt. Im Trend sind Smart-Pones, die man in Docking-Stations steckt und die dann zum PC werden. Auch hier kommt viel freie Software zum Einsatz und auch "wirklich freie" Systeme haben sich einen Respektablen Marktanteil im Vergleich zu 2016 verschafft. Sie bleiben aber eine Randerscheinung, auch wenn der Rand jetzt ein wenig breiter ist.
Meine Sie Konzepte wie das vom Ubuntu Phone zu beginn? Was genau verstehen Sie unter "wirklich freien Systemen" ? Wann ist ein System für Sie wirklich frei?
Für mich ist ziemlich eindeutig, dass der Personal Computer der meisten Menschen das Smartphone ist. 90% dessen was eine durchschnittliche Privatperson von einem Personal Computer erwartet, erledigt das Smartphone. Nur bei den letzten 10% Produktivität versagt es. Deshalb gehört Smartphones, die das auch können meiner Ansicht nach die Zukunft. Canonical hat das frühzeitig erkannt. Microsoft marschiert in eine ähnliche Richtung. Der klassische PC kann sich von solchen Geräten nur noch mit Leistung abheben. Ein "richtig freies System" ist (für mich) noch dann die selbe Plattform, wenn man alle Proprietären Komponenten entfernt. Bestes Beispiel ist Android. Ohne die Google-Dienste ist Android nicht Android. Über 50% der Apps würden den Dienst verweigern. RHEL dagegen ist ein freies System. Technisch kann es zu 100% z.B. durch CentOS ersetzt werden.
Das Internet Of Things ist größer geworden, hat aber noch nicht die Ausmaße angenommen, die Prophezeit worden sind. Kühlschränke und Toaster bleiben mehrheitlich ohne Internetzugang. Dafür sind jedes Auto, jedes Unterhaltungsgerät und viele Haushaltsgroßgeräte, wie Herd und Waschmaschine inzwischen Vernetzt. Auch neue Heizungen kommen nur noch mit Internetzugang auf den Markt. Wenn man in einem Haushalt ein Smart Home System antrifft ist auch keiner mehr überrascht. Leider prägen noch immer dutzende konkurrierender Standards das Bild und manchmal möchte man glauben, dass der einzige Grund ein Thing ans Internet anzuschließen darin besteht, dem Hersteller Daten zu liefern. Man hat sich zwar längst daran gewöhnt aber die anhaltende Datensammelwut und der stark gewachsene staatliche Überwachungwahn macht vielen Angst.
Glauben Sie, dass trotz der weit verbreiteten Angst die User dennoch zur Preisgebung ihrer Daten bereit sind? Oder werden es noch immer nicht viele wissen, wieviel man eigentlich weitergibt?
Ich glaube daran, dass Menschen von Natur aus nur auf das wirklich reagieren können, was sie direkt zu spüren bekommen. Die Auswirkungen der umfassenden Überwachung kommen indirekt bei uns an. Manche davon sind sogar positiv. - "Ist doch schön, dass das Programm im Radio sich nach mir richtet." - Die Wechselwirkungen von Angst, tatsächlichem Erleben, Vorteilen, Alternativen und fehlenden Alternativen zu diesem Thema genauer auszuführen, würde wohl den Ramen sprengen. Ich könnte es auch bestenfalls Modellhaft skizzieren und im speziellen ist das Thema "Überwachung" ja auch ein eigenes und ein anderes. 😉
Interessant ist ein neuer Innovationstrend, der inzwischen als "Eierlegen" bekannt ist. Dabei werden gezielt Open Source Projekte geschaffen und Communities aufgebaut, um eine Bühne für ein eigenes Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen. Es ist eine Lösung für das Henne-Ei-Problem, die vor allem wegen ihrem verhältnismäßig guten Kosten/Nutzen-Faktor immer beliebter wird. Wie immer scheitern aber auch hier viele an der Umsetzung.
Das klingt sehr interessant! Können Sie das genauer erläutern? Reden Sie von Communities, die nur für ein spezifisches Produkt geschaffen werden?
Ja, eine Community ist eine Ressource. Sie ist produktiv. Valve setzt zum Beispiel sehr auf Communities. Ich habe in einem Interview (ich glaube Gabe heißt der Typ) gehört, dass die Communities um den Faktor 10 bis Faktor 100 mehr Inhalte produzieren, als es die Firma selbst kann. Wenn also eine bestimmte Art von Inhalten produziert werden muss, um z.B. einen Dienst interessant zu machen, lohnt es sich sehr Werkzeuge zu schaffen, die es einer Community sehr leicht machen, eben diesen Inhalte zu erzeugen. Wird diese "Enabeling Technologie" dann auch noch Open Source, erhält man auch eine Community, die die Werkzeuge weiterentwickelt.
Insgesamt wird 2030 für Open Source also vordergründig nicht viel anders sein als heute, aber besser.
Auch von Ihren Ideen bin ich begeistert. Viele Ideen, die sehr realistisch klingen.
Danke! ☺
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Palmstroem
Anmeldungsdatum: 20. Juni 2016
Beiträge: 35
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Hierarchische Ablagesysteme sind zweifellos nicht optimal und dennoch haben wir sie immer noch - eigentlich überall.
[offtopic] Das hat womöglich historische Gründe.
Das mag sein. In diesem Fall bin ich pragmatisch. Es gibt sie, sie werden (immer noch) verwendet und ich sehe die Möglichkeit etwas zu verbessern. Also schlage ich's vor.
Dass es auch andere Ansätze gibt, zeigen die Beispiele in Dokumentenmanagement.
Richtig: es gibt andere Ansätze aber wollen wir unsere "Eigenen Dokumente" in einem Wikipedia pflegen?
Ich selber habe gute Erfahrungen mit Bitfarm-Archiv, das wir ... einsetzen. War – zugegeben – ... ein ziemlicher Paradigmenwechsel und erfordert auch heute noch sehr viel Disziplin. Die Verbesserung des Arbeitsflusses ist aber unbestreitbar.
Sie sagen es. Ich verstehe überhaupt nicht, was ich mit den komischen Tags auf meinem Apple anfangen könnte. Bräuchte mindestens 200 Tags und würde dann erst wieder die Übersicht verlieren. Aber mit 10 Tags (also einer noch irgendwie überschaubaren Anzahl) fange ich überhaupt nix an. Also irgendetwas muss dran sein, wenn wir sie immer noch benutzen.
Der größte Teil von uns ist mit Systemen aufgewachsen, die keine besseren Möglichkeiten boten und auch immer noch nicht bieten.
Ein hierarchisches Ordnersystem hat aber auch Vorteile. Einer davon ist: Jeder kapiert's ohne irgend eine Einschulung.
Ich bin aber zuversichtlich, das sich das noch ändern wird. Die heute neugeborene Generation wächst schon so selbstverständlich mit Tablets auf, dass die Bedienung mit Maus und Tastatur schon fast musealen Charakter hat. Mal sehen, was in diesem Fahrwasser alles möglich sein wird.
Mag sein. Wir werden sehen. Mich würde interessieren, wenn FreeDMS in LINUX verfügbar wäre. Wäre das ein Vorteil? Würde das LINUX helfen und den berüchtigten Durchbruch am Desktop bringen? Ich glaube natürlich JA. Was meinen andere dazu? Ich denke FreeDMS würde uns allen helfen mehr Ordnung in unsere Files zu bringen. Auf dieser Ordnung kann dann immer noch ein anderes Ordnungs- und Suchkonzept sitzen. Beste Grüße,
Palmstroem PS: Ich bin Ihnen sehr dankbar für die anregende Konversation Herr Mumpiz.
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chris109
Anmeldungsdatum: 12. Juni 2006
Beiträge: 375
Wohnort: Kempten
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Hallo Palmstroem! Über ein konkretes Projekt zu diskutieren scheint gerade attraktiver zu sein, als über Zukunftsszenarien. 😉 Würde mich freuen, wenn es zu dem Projekt noch mal einen eigenen Thread gibt. Unabhängig davon, hier ein paar Erfahrungen von jemanden, der sich sehr viel mit Ablagesystemen rumgeschlagen hat und schon mal ein eigenes Dokumenten Management System (Der Digitale Aktenschrank) geschrieben hat. Ablage von Dokumenten auf einem PC ist doof. Weil auf dem PC zu viel Risiko besteht, dass die Dokumente nicht mehr zu erreichen sind. Ein Dienst / ein spezialisierter Server mit Backup sind da geschickter. Hierarchische Strukturen sind doof. Egal welche Struktur du nutzt, du kannst es immer anders machen. Ich habe mir schon tolle Strukturen ausgedacht und dann wieder neue und wieder neue ...
Und hier noch ein Vorschlag: Nehmen wir mal an, du müsstest Deine Dokumente in einer Ebene ordnen, wie in einem physischen Ordner mit Registern. Denke Dir ein System aus und beschrifte danach deine Register. Nehmen wir zum Beispiel dein Beispiel "Projekte". Mach das konsequent. Dann nimm ein anderes Schema, z.B. Objekte wie Auto, Wohnung, PC. Dann noch ein anderes, wie Kontakte/Personen, dann noch ein anderes.
Um nun Ordnung in deine Dokumente zu bekommen musst du dein Dokument nach jedem Schema, dass du Dir ausgedacht hast einmal einsortieren. Jetzt kannst du daraus dynamisch beliebige hierarchische Strukturen bilden. Die Pfad-Tiefe, die du dabei erreichst entspricht der Anzahl deiner Schemata.
Technisch kannst du das mit einer SQL-Datenbank und Webtechnologien umsetzen. Du kannst z.B. über Webdav eine echte Ordnungsstruktur vorgaukeln und dank verschiedener schon existierender Apps, kannst du deinen Datenspeicher sogar mit mobilen Geräten synchronisieren. 😉
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Palmstroem
Anmeldungsdatum: 20. Juni 2016
Beiträge: 35
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Hallo, danke für dein Feedback. Vielleicht ist der Name DMS hier verwirrend. Ich meine nicht, dass man seine Papierdokumente einscannt und dann hier ablegt. Für so etwas scheint mir ein Chaotisches System geeigneter und natürlich, wie Du vorschlägst auf einem Server mit Backup.
Ich meine hier ganz profan: Du hast in der Firma mehrere Projekte zu managen. Was machst du? Du legst dir für jedes Projekt einen Ordner an, und wenn irgendwelche Dateien dazu anfallen - sei es selbst produziert oder per Mailanhang gesendet - speicherst du's dort hinein. Du hast ein Kind, das in die Schule geht. Irgendjemand schickt eine Lehrerliste oder eine Kontaktliste aller Eltern - wo speicherst du das jetzt ab? Ich mache mir halt einen Ordner mit dem Namen vom Kind und darin vielleicht einen Ordner "Schule" und dort lege ich das dann ab. Natürlich kann ich's auch ausdrucken, irgendwo auf eine Kastentüreninnenseite kleben und das File wieder löschen. Aber die meisten von uns speichern das File dann doch auch irgendwo ab.
Was ich in diversen Firmen erlebt habe ist gerade auf so gemeinsamen Laufwerken oft das reinste Chaos und es ist oftmals sehr hilfreich für alle, wenn man da etwas Struktur reinbringt. Das ist der Ansatz von FreeDMS.
Vielleicht gehört's ja doch nicht hier her. Ich dachte es könnte ein Beitrag sein weil ich wirklich schon erlebt habe, dass so eine Struktur nicht nur hilfreich sondern ein Gamechanger sein kann. LG Palmstroem
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Gideonmoeller
Anmeldungsdatum: 25. Februar 2014
Beiträge: 138
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Guten Tag Lars, aka Mumpitz: Ihre geäußerten Gedanken sind wirklich sehr umfang- und facettenreich und wirklich spannend zu lesen!
Ihre fachliche Kompetenz und Ihr Wissen sind sehr deutlich erkennbar.
Schon jetzt möchte ich einen Ihrer genannte Punkte aufgreifen und mich herzlich für Ihre Mitarbeit und Ihre Bemühungen bedanken. Ganz einfach und ohne viel Tamtam: Vielen Dank! 👍 Mumpitz schrieb: Sie merken nicht nur an der Länge meiner Antwort, dass "Die Zukunft von Open Source" ein facettenreiches Thema ist, das man kaum in der Limitierung eines solchen Forums wird diskutieren können. Ich würde mich daher über eine "Entwicklerkonferenz" sehr freuen. ☺
Die Idee werde ich in dem nächsten Gespräch mit Herrn Zeng und dem Rest des Institutes aufgreifen und einmal nachhaken!
Guten Tag Palmstroem, ich freue mich dass Sie und Ihr Projekt den Weg in diesen Thread gefunden haben.
Ihren Startpost habe ich mit viel Interesse gelesen. Nach ein wenig Recherche konnte ich Ihre angemerkten Punkte durchaus verstehen, ebenso wie die Kritik der anderen User. Wie der User Chris109 schrieb, besteht ein großes Interesse an einer Diskussion über Ihr konkretes Projekt. Dem aufkommenden Austausch von Ideen, Kritik und Ratschlägen heißen wir sehr willkommen. Die zu beobachtende Entiwcklung der Dynamik innerhalb der Diskussion über Ihr Projekt ist sehr interessant. Wenn Sie es gestatten, versuche ich im Folgenden Ihren ersten Post weitesgehend nach meinem Verständnis zusammen zufassen.
In Ihren Augen fehlt ein standardisiertes Verfahren zur Verwaltung von Ordnern auf dem Rechner.
Dabei stellen Sie sich ein Programm (?) vor, dass von vornherein in jedem Betriebssystem enthalten ist und Ihre vorgeschlagene Struktur anlegt, sobald der Anwender einen neuen Ordner erstellt?
Ziel ist es, dass sich jeder Benutzer aber auch jedes Programm, egal an welchem Computer und egal in welchem Ordner sofort zurecht findet.
Im Grunde wollen Sie die Ordnerverwaltung des Users / Menschen an die Denk- und Arbeitsweise eines Computers annähern? Habe ich das richtig verstanden? Sollte ich Ihren Ansatz falsch verstanden haben, dann korrigieren Sie mich bitte! Ich möchte noch einmal folgendes Aufgreifen: Palmstroem Mich würde interessieren, wenn FreeDMS in LINUX verfügbar wäre. Wäre das ein Vorteil? Würde das LINUX helfen und den berüchtigten Durchbruch am Desktop bringen? Ich glaube natürlich JA. Was meinen andere dazu? Ich denke FreeDMS würde uns allen helfen mehr Ordnung in unsere Files zu bringen. Auf dieser Ordnung kann dann immer noch ein anderes Ordnungs- und Suchkonzept sitzen.
Warum genau meinen Sie, dass Ihr FreeDMS den Druchbruch bringen kann?
Was genau ist der Unterschied zu den von Chris109 genannten Systemen? Palmstroem Vielleicht gehört's ja doch nicht hier her. Ich dachte es könnte ein Beitrag sein weil ich wirklich schon erlebt habe, dass so eine Struktur nicht nur hilfreich sondern ein Gamechanger sein kann.
Werfen Sie nicht die gleich die Flinte in's Korn!
Ich finde Ihre Ausführungen durchaus interessant und würde gerne gemeinsam mit den anderen Usern weiter darauf eingehen. ☺ Auch Ihnen möchte ich für Ihre Beteiligung und Mühe danken! Beste Grüße,
Gideon Möller
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Zeng1987
Anmeldungsdatum: 23. Juni 2016
Beiträge: Zähle...
Wohnort: Hamburg
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Hallo an alle, nach meinem Urlaub möchte ich mich hier auch mal einschalten, da ich ja zusammen mit Gideon Möller dieses Projekt von Seiten der Universität leite. Die spannenden Diskussion zum Thema, wie Open Source in Zukunft ausschaut, sind wirklich toll und interessant. Ich hab ja schon einiges in dem Interview (https://ikhaya.ubuntuusers.de/2016/06/15/open-source-zukunftsideen/) zu dem Projekt gesagt und will jetzt viel lieber noch ein paar Gedanken zu den Zukunftsideen los werden: Chris109 Für mich ist ziemlich eindeutig, dass der Personal Computer der meisten Menschen das Smartphone ist. 90% dessen was eine durchschnittliche Privatperson von einem Personal Computer erwartet, erledigt das Smartphone. Nur bei den letzten 10% Produktivität versagt es. Deshalb gehört Smartphones, die das auch können meiner Ansicht nach die Zukunft. Canonical hat das frühzeitig erkannt. Microsoft marschiert in eine ähnliche Richtung. Der klassische PC kann sich von solchen Geräten nur noch mit Leistung abheben. RHEL dagegen ist ein freies System.
Können Sie sich vorstellen, dass RHEL irgendwann ein eigenes Smartphone-OS herausbringen wird? Welches Potenzial sehen Sie bei Canonical? Chris109 Ich glaube daran, dass Menschen von Natur aus nur auf das wirklich reagieren können, was sie direkt zu spüren bekommen. Die Auswirkungen der umfassenden Überwachung kommen indirekt bei uns an. Manche davon sind sogar positiv. - "Ist doch schön, dass das Programm im Radio sich nach mir richtet." - Die Wechselwirkungen von Angst, tatsächlichem Erleben, Vorteilen, Alternativen und fehlenden Alternativen zu diesem Thema genauer auszuführen, würde wohl den Ramen sprengen. Ich könnte es auch bestenfalls Modellhaft skizzieren und im speziellen ist das Thema "Überwachung" ja auch ein eigenes und ein anderes. 😉
Sind Sie demnach der Meinung, dass die Überwachung und das Sammeln von Daten in der Zukunft von stärker betrieben wird und der Großteil der Nutzer darin sogar eher einen Nutzen als einen Nachteil sieht?
Ja, eine Community ist eine Ressource. Sie ist produktiv. Valve setzt zum Beispiel sehr auf Communities. Ich habe in einem Interview (ich glaube Gabe heißt der Typ) gehört, dass die Communities um den Faktor 10 bis Faktor 100 mehr Inhalte produzieren, als es die Firma selbst kann. Wenn also eine bestimmte Art von Inhalten produziert werden muss, um z.B. einen Dienst interessant zu machen, lohnt es sich sehr Werkzeuge zu schaffen, die es einer Community sehr leicht machen, eben diesen Inhalte zu erzeugen. Wird diese "Enabeling Technologie" dann auch noch Open Source, erhält man auch eine Community, die die Werkzeuge weiterentwickelt.
Ein sehr interessanter Punkt! Können Sie uns dieses Interview zur Verfügung stellen? Ich bin wirklich auf die weiteren Entwicklungen hier im Thread gespannt. Viele Grüße Michael Zeng
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chris109
Anmeldungsdatum: 12. Juni 2006
Beiträge: 375
Wohnort: Kempten
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Für mich ist ziemlich eindeutig, dass der Personal Computer der meisten Menschen das Smartphone ist. 90% dessen was eine durchschnittliche Privatperson von einem Personal Computer erwartet, erledigt das Smartphone. Nur bei den letzten 10% Produktivität versagt es. Deshalb gehört Smartphones, die das auch können meiner Ansicht nach die Zukunft. Canonical hat das frühzeitig erkannt. Microsoft marschiert in eine ähnliche Richtung. Der klassische PC kann sich von solchen Geräten nur noch mit Leistung abheben. RHEL dagegen ist ein freies System.
Können Sie sich vorstellen, dass RHEL irgendwann ein eigenes Smartphone-OS herausbringen wird?
Redhat hat seine Kunden im Enterprise Bereich. Ich denke nicht, dass sich dieses Unternehmen auf den Consumer-Markt einlassen wird. Es gab nur ein Unternehmen, dass je Smartphones im Besonderen für Firmen entwickelt hat, Blackberry. Dieses Unternehmen wurde von der Entwicklung des Consumer-Marktes überholt. Ich glaube nicht, dass Redhat hier ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf die Straße bringen könnte oder wollte.
Welches Potenzial sehen Sie bei Canonical?
Canonical ist extrem Mutig und traut sich an Projekte heran, die solch ein relativ kleines Unternehmen eigentlich überfordern sollte. Sie haben die richtigen Ideen aber sie brauchen immer viel länger als gedacht für die Umsetzung und die Welt dreht sich weiter. Ich hoffe sehr, dass Canonical genug Erfolg hat, um immer weiter zu machen. Ich glaube aber nicht an der Übererfolg des Unternehmens. - Fest überzeugt bin ich aber vom Convergence-Konzept oder Continuity, wie es Microsoft nennt.
Ich glaube daran, dass Menschen von Natur aus nur auf das wirklich reagieren können, was sie direkt zu spüren bekommen. Die Auswirkungen der umfassenden Überwachung kommen indirekt bei uns an. Manche davon sind sogar positiv. - "Ist doch schön, dass das Programm im Radio sich nach mir richtet." - Die Wechselwirkungen von Angst, tatsächlichem Erleben, Vorteilen, Alternativen und fehlenden Alternativen zu diesem Thema genauer auszuführen, würde wohl den Ramen sprengen. Ich könnte es auch bestenfalls Modellhaft skizzieren und im speziellen ist das Thema "Überwachung" ja auch ein eigenes und ein anderes. 😉
Sind Sie demnach der Meinung, dass die Überwachung und das Sammeln von Daten in der Zukunft von stärker betrieben wird und der Großteil der Nutzer darin sogar eher einen Nutzen als einen Nachteil sieht?
Es gibt zwei große zweige der Überwachung. Das eine ist die Staatliche. Sie dient dazu etablierte staatliche Machtstrukturen (bisher auch sehr unsere Demokratie) zu verteidigen und zu erweitern. Von dieser Überwachung sollen wir im Alltag möglichst wenig spüren und man (staatliche Organisationen, um mehr Befugnisse zu erlangen und die Medien, der Einschaltquoten wegen) schürt bei uns die Angst vor Terrorismus, um diese weiter auszubauen. Die zweite Form der Überwachung findet durch Unternehmen statt. Sie zielt darauf ab unser Konsumverhalten, zu verstehen, vorherzusagen und zu manipulieren. Google, Microsoft, Amazon und Co. arbeiten mit Nachdruck daran uns persönliche Assistenten an die Seite zu stellen, die wie ein guter Freund für uns sind. Sie liefern uns, was wir wollen, noch bevor wir danach gefragt haben. Das ist ein gewisser Luxus, aber auch eine Möglichkeit Menschen zu manipulieren. Ich kenne Menschen, die Google Now z.B. sehr zu schätzen wissen. Ja, eine Community ist eine Ressource. Sie ist produktiv. Valve setzt zum Beispiel sehr auf Communities. Ich habe in einem Interview (ich glaube Gabe heißt der Typ) gehört, dass die Communities um den Faktor 10 bis Faktor 100 mehr Inhalte produzieren, als es die Firma selbst kann. Wenn also eine bestimmte Art von Inhalten produziert werden muss, um z.B. einen Dienst interessant zu machen, lohnt es sich sehr Werkzeuge zu schaffen, die es einer Community sehr leicht machen, eben diesen Inhalte zu erzeugen. Wird diese "Enabeling Technologie" dann auch noch Open Source, erhält man auch eine Community, die die Werkzeuge weiterentwickelt.
Ein sehr interessanter Punkt! Können Sie uns dieses Interview zur Verfügung stellen?
https://youtu.be/UwW6XATVN_k - Das ist ein Vortrag zu Valves Linux-Strategie.
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Zeng1987
Anmeldungsdatum: 23. Juni 2016
Beiträge: 5
Wohnort: Hamburg
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chris109 schrieb: Es gab nur ein Unternehmen, dass je Smartphones im Besonderen für Firmen entwickelt hat, Blackberry. Dieses Unternehmen wurde von der Entwicklung des Consumer-Marktes überholt. Ich glaube nicht, dass Redhat hier ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf die Straße bringen könnte oder wollte.
Warum wurde Ihrer Meinung nach Blackberry vom Comsumer Market überholt, obwohl das Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit mit der Einführung des Blackberry Priv versucht hat erneut Fuß zu fassen?
https://youtu.be/UwW6XATVN_k - Das ist ein Vortrag zu Valves Linux-Strategie.
Vielen Dank! ☺
Liebe User, am heutigen Tage endet laut Planung die erste Runde des Wettbewerbes.
Da uns die bisher eingebrachten Ideen jedoch außerordentlich gefallen und wir von Ihrer / Eurer Kreativität begeistert sind, möchten wir diese Runde noch um eine weitere Woche verlängern, um Ihnen / Euch und auch anderen Usern die Chance der Einbringung von weiteren Ideen und Konzepten zu geben! Wir freuen uns auf eine weitere Woche voller toller Ideen! Liebe Grüße,
Michael Zeng
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chris109
Anmeldungsdatum: 12. Juni 2006
Beiträge: 375
Wohnort: Kempten
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Warum wurde Ihrer Meinung nach Blackberry vom Comsumer Market überholt, obwohl das Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit mit der Einführung des Blackberry Priv versucht hat erneut Fuß zu fassen?
Blackberry hatte einst ein Alleinstellungsmerkmal in den Produkten, mit dem das Unternehmen seinen Markt erobert hat. Blackberrys waren mobile E-Mail-Maschinen und Telefone. Beides ist für Manager sehr wichtig und muss gut funktionieren. iPhone und Android-Smartphones konnten diese Aufgaben dann auch erledigen. Es gab aber noch keinen Grund für Blackberry Kunden deshalb etwas zu ändern. Mit der Zeit sind die "neuen Konkurrenten" was Marktanteil und Funktionsumfang angeht aber sehr gewachsen. Vor allem sind sie aber als Plattform gereift, die Ihre eigenen umfangreichen Märkte für Lösungen bieten. Dies waren überzeugende Argumente für Kunden zu wechseln. Damit nun Blackberry nach all diesen Kundenverlusten wieder hätte Fuß fassen können, hätten die neuen Produkte wieder zusätzlich etwas bieten müssen, das es bei der etablierten Konkurrenz nicht gibt und das wichtig genug ist zu wechseln. Auf dem riesigen App-Markt für Android und iOS gibt es aber praktisch alles. Somit kann eigentlich gar nicht mehr mit einem Feature nennenswerte Marktanteile erobert werden. Das ist übrigens auch ein Grund, warum Convergence und Continuum etwas besonderes sind. Es ist tatsächlich ein Feature, das die App-Märkte von iOS und Android so nicht bieten können. Wäre Blackberry mit sowas auf den Markt gekommen oder hätte Microsoft das schon auf den Markt gebracht, direkt nachdem sie Nokia übernommen haben, ... vielleicht sähe der Markt heute anders aus. Übrigens ist ein Markt und eine Community im Grunde das gleiche. In beiden Fällen haben wir miteinander konkurrierende und kooperierende grundsätzlich voneinander Unabhängige Teilnehmer, die in ihrem Mitwirken einen persönlichen Nutzen (Geld, Anerkennung, Macht, Möglichkeit die Welt zu gestalten, usw.) sehen. Apple und Google pflegen ihre Communities dabei recht gut, indem sie stets als Schaffer neuer Möglichkeiten (Enabler) für ihre Community-Mitglieder auftreten und handeln.
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Gideonmoeller
Anmeldungsdatum: 25. Februar 2014
Beiträge: 138
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Guten Abend liebe User, zur Erinnerung:
Am morigen Tag endet die erste Runde des Wettbewerbes. Heute habt Ihr / Sie noch einmal die Chance etwas zu posten, dass bei der Auswertung der ersten Runde noch Berücksichtigung findet. Am morgigen Tag werden wir in die zweite Runde übergehen.
Ich werde Zusammenfassungen Eurer / Ihrer eingereichten Ideen und Szenarien vorstellen.
Hiermit möchte ich Euch / Sie bitten, diese zu lesen und mir etwaige Änderungswünsche mitzuteilen. Der Zeitansatz für die zweite Runde betrögt drei Tage.
Direkt im Anschluss werden wir in die dritte Runder übergehen. Schon jetzt möchte ich mich bei jedem herzlichst bedanken, der an diesem Wettbewerb teilgenommen hat.
Die bisherigen Ideen und Szenarien sind faßzinierend! Beste Grüße,
Gideon Möller
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Gideonmoeller
Anmeldungsdatum: 25. Februar 2014
Beiträge: 138
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Es ist so weit, heute endet die erste Runde des Wettbewerbs. Zugleich startet mit dem heutigen Tag die zweite Runde. Zur Erinnerung:
toddy schrieb: Die zweite Runde
Die von Euch geteilten Ideen und Konzepte werden so weit wie möglich thematisch gruppiert. Lassen sich nicht alle eingereichten Ideen und Konzepte gruppieren, bekommt Ihr die Möglichkeit mittels einer Umfrage diese zu bewerten. Die gruppierten und gewählten Ideen dieser Umfrage werden in die nächste Runde übernommen. Dauer der zweiten Runde: 3 Tage
Im Folgenden stehen die von uns zusammengefassten Ideen und Szenarien. Wie bereits erwähnt, bitte ich Euch / Sie diese zu lesen und Wünsche zur Änderung zu äußern. //// horstpenner
„Big Brother is watching you!“. Eine Dystopie. Open Source Betriebssysteme dienen als Instrument zur Flucht aus der Kontrolle eines totalitären Regimes durch Staat und Kontrollunternehmen.
Es wurden Zwangsgesetze für Bürger und Unternehmen zur Kontrolle und Beobachtungen erlassen. Kritische Äußerungen sind verboten und „zum Schutz“ werden die Bürger rund um die Uhr überwacht. Der Anteil der Linuxnutzer steht nun bei 40 %. Mit Hilfe einer großen Community werden Anonymisierungsverfahren entwickelt mit deren Hilfe die Nutzer kommunizieren können.
Um einen Putsch entgegen zu wirken, ist die Regierung bereit Kompromisse zu schließen. Die Menschen sind zuversichtlich, die Gefahr der totalen Kontrolle abgewendet zu haben. //// chris109
Nicht anders, aber besser: Freie Software steckt größtenteils in allen Software-Produkten.
Manager großer Software-Konzerne verstehen inzwischen durchgängig die Open Source Community als wichtige Ressource, die man entweder eine konkurrierende Lösung oder die eigene Unterstützt. Ein neuer Trend hat sich hierdurch entwickelt. Das sogenannte „Eierlegen“. Dabei werden gezielt Open Source Projekte geschaffen und Communities aufgebaut, um eine Bühne für ein eigenes Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen.
Der PC ist längst nicht mehr das dominierende System und stark in den Hintergrund gerückt stattdessen liegen Smartphones, die man in Docking-Stations steckt und die dann zum PC werden im Trend. Das Internet Of Things ist größer geworden, hat aber noch nicht die Ausmaße angenommen, die Prophezeit worden sind. Manchmal kommt es einem vor, dass der einzige Grund darin besteht ein Thing ans Internet anzuschließen, um dem Hersteller Daten zu liefern. Insgesamt wird 2030 für Open Source also vordergründig nicht viel anders sein als heute, aber besser. //// Mumpitz
Der Sturz in die Belanglosigkeit: Es steht zu befürchten, dass Open Source Software bis 2030 wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Aufgrund von fehlenden Projektmanagements spalten sich immer mehr Communities auf und bilden weitere Forks, deren Kurzlebigkeit durch abflachenden Enthusiasmus der Entwickler verstärkt wird.
Im Vordergrund steht nun nicht mehr die Weiterentwicklung der Open Source Software selbst, sondern die zugehörige Kultur. Das Konzept Open Source hat als Idee so viele evolutionäre Vorteile, dass sich allein daraus genügend Anreize für eine kontinuierliche Weiterentwicklung ergeben. Durch die Einführung von Sammelfonds, die durch Lizenzgebühren finanziert werden, wird die Bereitstellung und Betreuung von technischer Infrastruktur garantiert, auf der Open Source Projekte frei von Einflüssen Dritter entwickelt und abgelegt werden können. //// Palmstroem
Ordnung durch Struktur: Revolutionierung des Ablagekonzepts von Open Source Projekten durch die Etablierung eines anerkannten und plattformübergreifenden Standards in Hinsicht auf Filesharing, Coworking, etc.
Andere Programme können somit problemlos auf vorhandene Ordnerstrukturen zugreifen und diese nutzen. Was sagt Ihr / sagen Sie zu unserer Aufteilung? Passt das so oder sollte etwas geändert und/oder ergänzt werden? Beste Grüße, Gideon Möller und Michael Zeng
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horstpenner
Anmeldungsdatum: 7. Februar 2016
Beiträge: 364
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Die Zusammenfassungen halte ich für sehr gelungen. Sie geben in wenigen Worten extrem viel Inhalt der Ausführungen wieder, sodass auch jemand, der die Diskussion bisher nicht verfolgt hat, sich die Bilder vor Augen führen kann. Bei meinem "Big Brother is watching you!"- Szenario wäre 2030 vielleicht von etwas mehr als 40 Prozent Linuxnutzer(Wobei das natürlich nur auf den PC- Desktop bezogen ist, was ich wohl auch nicht direkt erwähnt habe) auszugehen, wenn schon 2025 ca. 40% auf ihrem Desktoprechner Linux nutzen würden. Andererseits wären sehr hohe Zahlen sicherlich ein wenig zu optimistisch, zumal es sich um logistisches Wachstum handeln müsste, sodass es trotzdem dabei bleiben kann. Da es sich um ein theoretisches Szenario handelt, sollten die Prozentangaben ja nur grob eine denkbare Richtung andeuten.
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chris109
Anmeldungsdatum: 12. Juni 2006
Beiträge: 375
Wohnort: Kempten
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Sehr gute Zusammenfassung, wenn man die Abschnitte liest. Die Überschrift "Nicht anders, aber besser" allein drückt leider nicht die gesteigerte Bedeutung der Communities aus, die ein Wesentlicher Kern des Textes ist, ich habe aber auch keine bessere Idee für die Überschrift. Deshalb: "Gefällt mir!" 😉
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Mumpitz
Anmeldungsdatum: 20. Januar 2010
Beiträge: 55
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Gideonmoeller schrieb:
//// Mumpitz
Der Sturz in die Belanglosigkeit: Es steht zu befürchten, dass Open Source Software bis 2030 wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Aufgrund von fehlenden Projektmanagements spalten sich immer mehr Communities auf und bilden weitere Forks, deren Kurzlebigkeit durch abflachenden Enthusiasmus der Entwickler verstärkt wird.
Im Vordergrund steht nun nicht mehr die Weiterentwicklung der Open Source Software selbst, sondern die zugehörige Kultur. Das Konzept Open Source hat als Idee so viele evolutionäre Vorteile, dass sich allein daraus genügend Anreize für eine kontinuierliche Weiterentwicklung ergeben. Durch die Einführung von Sammelfonds, die durch Lizenzgebühren finanziert werden, wird die Bereitstellung und Betreuung von technischer Infrastruktur garantiert, auf der Open Source Projekte frei von Einflüssen Dritter entwickelt und abgelegt werden können.
Die Gründe für meine Befürchtung sind etwas vielschichtiger als nur Verbesserungsmöglichkeiten im Projektmanagement. Das lässt sich aber nicht in zwei Sätzen subsummieren. Insofern kann ich mit dem ersten Absatz leben. Beim zweiten hingegen möchte ich ergänzen, dass Lizenzgebühren nur ein Beispiel für eine Finanzierungsmöglichkeit sind. Außerdem sollen die Fonds nicht nur die technische Infrastruktur bereitstellen, sondern auch die Open-Source-Kultur fördern, z.B. durch Hilfe beim Projektmanagement.
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