Hm, als Anfänger solltest du - vor allem für Effekte! - besser erst den klassischen Workflow nutzen. Das bedeutet: Roh-Signal per (mehrerer) Aux-Send auf die Effekte schicken, und diese dann schlicht per Aux-Return zumischen. Dann hast du nur einen Aux-Return-Fader, den du bedienen musst. Damit hast du schon sehr viele Möglichkeiten die Effektierung (auch sehr drastisch) während des Stücks zu ändern.
Aber wie merkt sich das Programm, die Veränderungen, die ich in dem Plugin vornehme?
Das nennt sich "Automation". In Ardour findest du das im Editor-Modus, indem du mit Rechtsklick auf den Spur-Header klickst (nicht in die Spur selbst). Dort gibt's dann den Punkt "Automationen". Da findet sich direkt der "Fader", für zB das o.g. Szenario. Wenn du denn unbedingt zur Laufzeit an den Effektparametern drehen willst, so findet sich aber auch "Prozessorautomation", unter dem du die Effekte und deren Parameter findest.
Ardour speichert Automationen quasi als eigene Spur (pro Track) ab. Das ist sehr übersichtlich, solange man nicht zu viele Automations-Parameter verwendet. Wenn man das auf einen Fader begrenzen kann, so sollte man das tun.
Generell gilt für das kreative Schaffen: plötzliche Wechsel in der Effektierung klingen bescheiden. Das wird vom Gehör eher als "zwei unterschiedliche Instrumente" wahrgenommen. Und so sollte man das dann auch aufnehmen: besser zwei Spuren, die man ggf crossfadet.
Sollte wirklich der Effekt im Vordergrund stehen, so sollte man die Originalspur effektieren, und als eigene "effektierte Spur" aufnehmen. Das hält es weit übersichtlicher als mit etlichen Automationen zu arbeiten. Es gilt wie immer: keep it simple!
Noch: die Programmierer von Ardour sind von Calf nicht rundweg begeistert. Wenn da ein Plugin hakt, dann reißt es idR Ardour gleich mit in den Abgrund. Da hat sich zwar viel getan in Punkto Stabilität, aber im Hinterkopf sollte man das schon behalten. - Aus Erfahrung weiß ich: Calf läuft wesentlich stabiler, wenn man ordentlich Rechenpower zur Verfügung hat. Seit meinem 8 Core Ryzen, der bei jack-Nutzung brav mit festgenagelten 3GHz vor sich hinschuftet, sind Abstürze von Calf/Ardour fast verschwunden.