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Direktvergleich zweier Audiodateien

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 20.04 (Focal Fossa)
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atmos

Anmeldungsdatum:
1. November 2018

Beiträge: 735

Hallo!

Es ist ja bekannt, dass es bei einem Album eines Künstlers (Name etc. identisch) unter mehreren Pressungen, oftmals klangliche Unterschiede gibt.

Wenn ich jetzt zwei solche Alben hier habe, beide unter gleichen Bedingungen rippe, und dann die beiden Lieblings-Songs als jeweils ein .flac-File vorliegen habe.

Gibt es irgendeine Möglichkeit/Tool/Tip, womit ich die Qualität dieser zwei Stücke objektiv vergleichen kann?

Viele Grüße!

seahawk1986

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27. Oktober 2006

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Da gibt es Ansätze, um sich das Frequenzspektrum und die Dynamik anzusehen: https://towardsdatascience.com/a-data-scientists-approach-to-visual-audio-comparison-fa15a5d3dcef

IMHO ist Musik etwas sehr subjektives - wenn du da keinen Unterschied raushören kannst, ist es in der Praxis irrelevant, ansonsten nimm die Version, die auf deiner Anlage mit deinem Gehör (man verliert mit zunehmendem Alter einiges im Hochton-Spektrum) besser klingt.

Dakuan

Avatar von Dakuan

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2. November 2004

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Ich glaube nicht, dass das geht, zumindest nicht automatisch.

Bei unkomprimierten Dateien (unter Vernachlässigung der Metadaten) könnte man die Dateigröße als Kriterium heranziehen.

Das einzig verlässliche Kriterium sollte Dein Ohr sein. Beim WAV Format ist die Dateigröße, unter Vernachlässigung der Metadaten, nur von der Länge des Stückes abhängig. Also auch kein Qualitätskriterium.

Eine Frequenzanalyse dürfte da auch nicht weiter helfen, da hohe Frequenzanteile sowohl durch unerwünschte Verzerrungen als auch durch veränderte Abmischung entstehen können.

Ich benutze in solchen Fällen den Hörvergleich mit geschlossenen Kopfhörern (AKG 271).

(man verliert mit zunehmendem Alter einiges im Hochton-Spektrum)

Wenn das zu befürchten ist, kann man sich natürlich zur Sicherheit das Audio Spektrum ansehen (geht mit Audacity). Wenn das Ohr keine schmerzenden Verzerrung wahrnimmt, könnte der Anteil hoher Frequenzen ein Kriterium sein.

Aber ich würde mich da lieber auf mein Ohr verlassen, da bei neueren Abmischungen eher auf Lautheit (Loudness War) geachtet wird, was oft eine Beleidigung für die Ohren ist. (Ich mag diese pumpenden Bässe nicht.)

atmos

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
1. November 2018

Beiträge: 735

Danke vielmals für eure Beiträge! Die Ansätze für den Vergleich des Frequenzspektrums sind auf jedenfall ziemlich interessant und nice to read!

Der Loudness War ist wirklich der Hammer. Das fällt mir immer wieder bei "Best Of"/"Greatest Hits of"-Compilations auf, von verschiedensten Künstlern, die vor 1990 ihre Hochzeit hatten. Wenn man einen Song vom Originalalbum hört klingt dieser ruhig, ausgeglichen usw. (und wenn ich lauter hören will drehe ich den Volumeregler hoch 😉 ). Bei den Greatest Hits Alben etc. klingt der gleiche Song wesentlich lauter, ist oft Remastered (was oft in meinen Augen eher eine Verschlimmbesserung darstellt), und teilweise sogar einfach noch gekürzt..... es ist wirklich ein Jammer. Denn wenn dem nicht so wäre, wären die Greatest Hits CDs ne ganz tolle Sache. Bisher habe ich es immer so gemacht, dass ich mir das Spektrum anschaue, und die Dateigröße (nur bei gleicher Länge der Tracks) als groben Anhaltspunkt nehme, wenn das eigene Gehör versagt. Ansonsten hab ich mcih immer auf die Intuition verlassen. Dachte nur, es gibt vllt noch andere, irgendwelche objektiven Methoden.

Aber wenn nicht, ist das vielleicht garnichtmal so schlecht, denn sonst verbring ich damit wahrscheinlch etwas zu viel Zeit dann alles zu vergleichen ☺

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atmos schrieb:

[…] Loudness War […] Künstlern, die vor 1990 ihre Hochzeit hatten

Der Personenstand des Künstlers und erst recht, ob und wann dieser geheiratet hat, ist für die Problematik Loudness War ohne Belang. Überhaupt hat dieses Phänomen wohl in den meisten Fällen gar nichts mit den Künstlern zu tun, sondern mit den Verwertern der Aufnahmen.

atmos

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1. November 2018

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Welches Wort in welcher Schreibweise hättest du denn statt Hochzeit benutzt? Hatte kein besseres zur Hand ☺

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Es ist allgemein bekannt, dass nach der Hochzeit sowohl die Boxen kleiner werden, die Kabel unsichtbar sein müssen, als auch der Musikpegel insgesamt schrumpft.

Scnr 😉

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atmos schrieb:

Welches Wort in welcher Schreibweise hättest du denn statt Hochzeit benutzt? Hatte kein besseres zur Hand ☺

"Zeit größter Popularität"? Das dürfte unmißverständlich sein 😉

atmos

(Themenstarter)

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1. November 2018

Beiträge: 735

pepre schrieb:

Es ist allgemein bekannt, dass nach der Hochzeit sowohl die Boxen kleiner werden, die Kabel unsichtbar sein müssen, als auch der Musikpegel insgesamt schrumpft.

Scnr 😉

Was dann oft zu super Schnäppchen bei eBay Kleinanzeigen führt..

pepre schrieb:

"Zeit größter Popularität"? Das dürfte unmißverständlich sein 😉

Danke ☺

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31. Oktober 2005

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Zum Thema: das ist so subjektiv, dass man keine generelle Aussage machen kann.

Ja, man kann das Frequenzspektrum ansehen, aber da kann auch im Remix ein Exciter angewendet worden sein. Das klingt dann brillanter, aber die Transparenz leidet.

Man kann auch die Dynamik betrachten, aber da ist die Quelle entscheidend (A/D aufgenommen? Live? Studio? Von LP? Von CD? Für Radio optimiert?). Das hilft also auch nicht weiter.

Zudem gibt es eh zwei Welten mittlerweile: die "Pimper" und die "Puristen". Beide haben höchst unterschiedliche Anforderungen an einen "guten Klang".

Sorry, aber automatisieren läßt sich da gar nix. Es hilft nur: anhören.

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