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Ist Traffic im WPA2-WLAN für jeden Client individuell verschlüsselt?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx)
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illCP

Anmeldungsdatum:
26. Oktober 2010

Beiträge: 134

Hallo zusammen,

eine allgemeine Frage zum Verschlüsselungsverfahren in einem WPA2-WLAN, zu der ich bisher keine konkreten Aussagen gefunden habe:

Gesetzt den Fall, Client 1 hängt an einem Hotspot, der mit WPA2 arbeitet - er kennt den WPA2-PSK und ist somit korrekt authentifiziert und verbunden. Client 1 loggt sich nun per unverschlüsseltem HTTP über Port 80 auf einem Server ein. Client 2 (der evtl. noch nicht einmal mit dem Hotspot verbunden ist, aber den PSK kennt) loggt währenddessen den gesamten Traffic im WLAN.

Ist bei einer WPA2-Verbindung der Traffic hier für jeden einzelnen Client zusätzlich individuell verschlüsselt oder kann Client 2 die Pakete von Client 1 loggen und unter Kenntnis des verwendeten PSK entschlüsseln? Falls nicht - leistet z.B. IEEE 802.1X über RADIUS entsprechendes?

Foghorn_Leghorn

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Anmeldungsdatum:
19. November 2005

Beiträge: 114

Wohnort: Bern - Schweiz

Hallo illCP

Als Firesheep erschienen ist wurde im Security Now Podcast als Lösung emphohlen die WAP verschlüsselung einzuschalten, so dass die verschiedenen Clients sich nicht gegenseitig belauschen können (WPA provides inter-client isolation).

http://www.grc.com/sn/sn-272.htm

Grüsse Raphael

illCP

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
26. Oktober 2010

Beiträge: 134

"Client Isolation" (zumindest so wie ich es verstanden habe) scheint mir nur ein Feature zu sein, das verhindert, dass verbundene Clients im Infrastruktur-Modus über den AP untereinander kommunizieren - erreicht wird das u.a. dadurch, dass der AP per Funk empfangene Pakete ausschließlich über die Kabelverbindung weiterleitet, nicht jedoch per WLAN. Das würde grundsätzlich nur einen unmittelbaren Zugriff auf Dienste anderer verbundener Clients verhindern, aber nicht bedeuten, dass die einzelnen Verbindungen nochmals verschlüsselt sind.

Im Wikipedia-Artikel zu WPA2 ist nur von symmetrischen Verschlüsselungsverfahren wie AES die Rede. Um die Pakete einzelner Clients tatsächlich zu "isolieren" (respektive individuell zu verschlüsseln) wäre nach meinem Verständnis doch auch noch ein asymmetrisches Verfahren notwendig, oder?

lotharster

Anmeldungsdatum:
7. Oktober 2006

Beiträge: 495

Wenn WPA/WPA2 mit pre-shared key (PSK) verwendet wird, dann wird beim Herstellen der Verbindung mit Hilfe des PSK ein paarweiser Schlüssel (session key) ausgehandelt, der jeweils nur für die Kommunikation eines Clients mit dem Access Point gilt. Ein anderer Client kann, auch wenn er den PSK kennt, die Datenpakete nicht ohne weiteres entschlüsseln, weil er den sesion key nicht hat.

Allerdings kann ein Angreifer den session key ermitteln, wenn er den sogenannten Handshake (das Herstellen der Verbindung und den Austausch des session key) belauscht und den PSK hat. Falls er diesen Handshake verpasst hat, kann er auch ein entsprechendes Paket versenden, das den Client vom AP abmeldet, und damit einen neuen Handshake erzwingen, und den dann mitschneiden.

Das ist aber deutlich komplizierter als der Einsatz von Firesheep und erfordert zusätzliche Software.

Mit einem RADIUS-Server lassen sich allerdings auch andere Schlüsselaustauschverfahren einsetzen, die gegen einen solchen Angriff sicher sind.

Quelle: http://wifinetnews.com/archives/2010/11/can_wpa_protect_against_firesheep_on_same_network.html

Fiasko

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Anmeldungsdatum:
25. Juni 2008

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Hi,

der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich habe noch eine kleine Zusatzfrage: Gibt es die Session Keys auch bei einem komplett unverschlüsseltem WLAN, beispielsweise wie es schonmal in Hotels anzutreffen ist?

Ich habe jetzt schon mehrmals erlebt, dass zwar eine Anmeldeoberfläche für den Internetzugriff kommt, die Einwahl ins WLAN aber ohne PSK erfogt. Da es sich bei den Session Keys um ein Feature von WPA(2) zu handeln scheint, vermute ich, dass es ohne Verschlüsselung entsprechend keine Session Keys gibt und somit alles was nicht verschlüsselt übertragen wird, im klartext mitgesnifft werden kann.

Gruß

elektronenblitz63

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16. Januar 2007

Beiträge: 29307

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Fiasko schrieb:

Da es sich bei den Session Keys um ein Feature von WPA(2) zu handeln scheint, vermute ich, dass es ohne Verschlüsselung entsprechend keine Session Keys gibt und somit alles was nicht verschlüsselt übertragen wird, im klartext mitgesnifft werden kann.

Genau, es ist halt unverschlüsselt. Wenn man solch ein Netz abgesichert nutzen möchte, sollte man z.B. eine zus. VPN-Verbindung verwenden.

Im Detail ausführlicher erklärt z.B. hier ...

Fiasko

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Anmeldungsdatum:
25. Juni 2008

Beiträge: 107

Wohnort: In der SCHÖNEN Eifel

Danke! ☺

root213123

Anmeldungsdatum:
21. Januar 2014

Beiträge: 130

lotharster schrieb:

Wenn WPA/WPA2 mit pre-shared key (PSK) verwendet wird, dann wird beim Herstellen der Verbindung mit Hilfe des PSK ein paarweiser Schlüssel (session key) ausgehandelt, der jeweils nur für die Kommunikation eines Clients mit dem Access Point gilt. Ein anderer Client kann, auch wenn er den PSK kennt, die Datenpakete nicht ohne weiteres entschlüsseln, weil er den sesion key nicht hat.

Allerdings kann ein Angreifer den session key ermitteln, wenn er den sogenannten Handshake (das Herstellen der Verbindung und den Austausch des session key) belauscht und den PSK hat. Falls er diesen Handshake verpasst hat, kann er auch ein entsprechendes Paket versenden, das den Client vom AP abmeldet, und damit einen neuen Handshake erzwingen, und den dann mitschneiden.

Das ist aber deutlich komplizierter als der Einsatz von Firesheep und erfordert zusätzliche Software.

Mit einem RADIUS-Server lassen sich allerdings auch andere Schlüsselaustauschverfahren einsetzen, die gegen einen solchen Angriff sicher sind.

Quelle: http://wifinetnews.com/archives/2010/11/can_wpa_protect_against_firesheep_on_same_network.html

Welche Methoden des sicheren Schlüsselaustauschs gibt es bei RADIUS/WPA2-Enterprise?

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