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Durchbruch von Linux nicht möglich?

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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Da kommt aber noch ne Frage auf.

Woher die professionellen Supporter nehmen? Die meisten fähigen haben schon nen besseren Job und ne richtige Ausbildung gibts auch nicht, wo man sagen könnte: "Jo, son Linuxprofessional-assistant hat alles Grundlegende drauf."

lilith2k3

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@adun

Weil die (Media Markt und Saturn) die Marktanteile im mittleren Segment haben und irgendwo müssen die Kunden ja her kommen.

Was spricht denn gegen Crossmarketing? Quasi Ubuntu-Shop im Saturn?

LordSavage

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lilith2k3 schrieb:

@adun

Weil die (Media Markt und Saturn) die Marktanteile im mittleren Segment haben und irgendwo müssen die Kunden ja her kommen.

Was spricht denn gegen Crossmarketing? Quasi Ubuntu-Shop im Saturn?

Falscher Kundenkreis.

uli2

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Wer soll denn diese Läden finanzieren? Die großen Linux-Distributoren sind ja selbst (noch) nicht von Linux auf dem Desktop überzeugt. Und der x-te PC-Höker, der versucht mit Mediamarkt und Co. zu konkurrieren, verschwindet nur zu oft nach kurzer Zeit wieder. Ich sehe auch keinen ausreichenden Kundenkreis: Wer schon lange mit Linux arbeitet, braucht an sich den Linux-Spezialladen nicht. Bei Umsteigern können die beschriebenen Mängel von Linux zu erheblichem Ärger führen: Wer will denn wirklich einen Linux-PC, wenn er damit z. B. nicht mal seine Steuererklärung erledigen kann?

cuartetoclash

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Man könnte es ja so machen wie ich vorhin schon mal kurz angedeutet habe. Kleine und mittlere unabhängige Computerläden, die mit Linux Erfahrung haben und bereit sind, auf diese Plattform zu setzen, in ein gemeinsames Markenkonzept integrieren, auch wenn die Läden selbst weiterhin unabhängig bleiben. Für den Anfang wäre das imho der einzige Weg, wenn kein Großsponsor auftaucht (wenn Canonical profitabel wird, z.B.).

Zum Thema Zielgruppe: Da denke ich auch, dass es keinen Sinn hat, auf den Saturn-Kunden zu setzen, zumindest am Anfang nicht. Man müsste die ansprechen, die sich dafür interessieren, aber nicht trauen. Ich denke schon dass da das Freiheit-Konzept gut mit reinpasst, weil der, der sich für Linux interessiert, dies ja aus bestimmten Gründen tut, und das ist bestimmt nicht so etwas wie "bessere Software". Vielleicht kann man ja auch Hersteller anderer Produkte mit ins Konzept einbeziehen, z.B. Modelabels. Das wäre dann eher eine Art "Ereignisshopping". Und einmal im Monat wird Jamendo-Party im Store gemacht, mit Happy Hour mit diesem Open-Source-Bier 😉 (wie hieß das nochmal?)

dreadnought

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Was für ein Linux wollen wir? Ein Linux, dass sich aufgrund ausgeklügelter Marketing-Strategien und "Lifestyle"-Erwägungen verbreitet? Ein Linux, dass sich von der Kultur der "Eventisierung" und dem Streben nach Profitabilität als einziger Handlungsmaxime einverleiben lässt? Ein Linux, dass es nötig hat, sich zu "verkaufen" im eigentlichen Sinn des Wortes? Ein Linux, dass neben iMacs und Windows-Notebooks als "just another operating system" bei Mediamarkt oder Saturn in einer "Linux-Corner" sein trauriges Dasein fristet?

Liegt die Idee von Linux nicht gerade in der Freiheit? In der Tatsache, dass es für etwas völlig Anderes abseits des Systems von Markt und Preisen steht? Für eine Welt, in der Menschen sich im Sinne einer guten Sache und im Glauben an eine gerechtere Welt auch mal "unentgeltlich" engagieren? Für die Idee, dass Wissen nicht gleichzusetzen ist mit Macht und Profit und ökonomischer Effizienz, sondern mit der Freude am Geben und Nehmen? Dass das uneigennützige Teilen von Wissen und Erfahrung letzten Endes zum Wohle aller beiträgt? Dass auch Menschen, für die Wörter wie "edel" und "cool" gleichzusetzen sind mit unerreichbarem Luxus, ein Anrecht auf ein gutes Betriebssystem und die Teilhabe an der weltweiten elektronischen Kommunikation haben?

Freunde - ihr habt tolle Ideen geäußert und viel Kreativität gezeigt. Aber Linux ist eben nicht Apple und nicht Windows und nicht Coca Cola. Und das soll es auch bitte nicht werden. Linux ist für mich eher die Welt der Vereine, der Stiftungen, des "öffentlich-rechtlichen Internets", der Freiwilligenarbeit, der NGOs und der Freiheit - und nicht die der "Verkäufer" und Franchising-Unternehmen. Der "PenguinStore" muss mit dem "Greenpeace-" und dem "AmnestyStore" kooperieren - nicht mit der Metro AG.

Nächtliche Gedanken eines vermutlich hoffnungslos idealistischen, aber nicht hoffnungslosen Menschen...

BG S*

cuartetoclash

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@dreadnought: Im Prinzip finde ich es richtig, was du anführst. Trotzdem kann man auch aus dem "sozialen" Bereich vermutlich mehr herausholen, wenn man es mit etwas Marketing begleitet. Dann haben wir zwei Fliegen mit der Klappe geschlagen: 1) Die "Coolen" interessieren sich mehr für Soziales, 2) die "Sozialen" gelten plötzlich als cool. Wäre doch gut, oder?

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dreadnought schrieb:

Freunde - ihr habt tolle Ideen geäußert und viel Kreativität gezeigt. Aber Linux ist eben nicht Apple und nicht Windows und nicht Coca Cola. Und das soll es auch bitte nicht werden. Linux ist für mich eher die Welt der Vereine, der Stiftungen, des "öffentlich-rechtlichen Internets", der Freiwilligenarbeit, der NGOs und der Freiheit - und nicht die der "Verkäufer" und Franchising-Unternehmen. Der "PenguinStore" muss mit dem "Greenpeace-" und dem "AmnestyStore" kooperieren - nicht mit der Metro AG.

Nächtliche Worte die vieles trefflich beschreiben. Leider aber wird so genauso wenig ein Linux "Durchbruch" als Betriebssystem der Wahl statt finden wie der Durchbruch von Amnesty als einzig wahre humanistische Institution. Aber vielleicht wird Linux ebenso bekannt wie Greenpeace dann wären alle Linux Gönner einen großen Schritt weiter.

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1. März 2007

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dreadnought schrieb:

Liegt die Idee von Linux nicht gerade in der Freiheit? ... ... Linux ist für mich eher die Welt der Vereine, der Stiftungen, des "öffentlich-rechtlichen Internets", der Freiwilligenarbeit, der NGOs und der Freiheit - und nicht die der "Verkäufer" und Franchising-Unternehmen. Der "PenguinStore" muss mit dem "Greenpeace-" und dem "AmnestyStore" kooperieren - nicht mit der Metro AG.

Sehr schön gesagt, aber so währe ein Linux-Laden mit support nicht möglich, wenn du damit meinst, das die Arbeiter kostenlos arbeiten sollten. Den dann haben sie nicht von 8 - 17 uhr Zeit für den Laden zu Arbeiten, weil sie ja selbst noch Geld verdienen müssen. Und wenn du darauf anspielst, das alles aus Spenden finanziert wird, dann gibts wieder das Problem, das so nen Laden Fixkosten hat und deshalb die Spenden eine gewisse Grenze nicht unterschreiten dürfen.

Sarastro

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5. Mai 2007

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Das Linux und fast alle Programme die es für Linux gibt kostenlos sind, ist bei Endanwender der größte Vorteil. Zumindest wird er dass so sehen. Auch die höhere Sicherheit durch den Umstand dass es fast keine Vieren gibt, ist ein großer Vorteil. Beim Thema Spiele sollte man ehrlich sein und sagen, dass Linux für Spieler nicht das richtige ist.

Ich denke, dass die meisten Menschen sich nicht sonderlich für Ideologie von FLOSS interessieren, man sollte daher nur auf die praktischen Vorteile die sie bietet eingehen. Zum Beispiel das Ubuntu rein nach dem Gesichtspunkt gestaltet ist, die beste Auswahl an Software zu bieten, wären auf Windowsrechnern jede Menge Crapware vorinstalliert wird, die man dann kaufen soll. Auch MS versucht ja immer wieder (leider mit Erfolg) so eigene Software wie z.B. MSN-Messenger durchzudrücken.

dreadnought

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21. Juli 2006

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Es geht nicht darum, den Leuten irgendeine Ideologie zu „verkaufen“. Es geht um Werte wie Freiheit, Schutz der Privatsphäre, soziale und gesellschaftliche Verantwortung.

Das muss nicht heißen, dass sich der PenguinStore ausschließlich aus Spenden finanziert. Auch soziale oder ökologische Projekte müssen wirtschaftlich (im Sinne von kostendeckend) arbeiten. Und natürlich muss auch hier ein gewisses Maß an „Marketing“ betrieben werden – wobei ich hier eher von „Public Relations“ oder Öffentlichkeitsarbeit sprechen würde. Denn es darf dabei nicht um Profitmaximierung gehen. Dafür gibt es Firmen wie RedHat oder Novell. Das „freie“ Linux ist die Alternative dazu.

Ein Linux/Penguin/UbuntuStore könnte seine Anfangsinvestitionen zum Beispiel auch (zum Teil) aus Spenden decken: Die „zentrale Instanz“ (Canonical oder die Linux Foundation) stellt den angeschlossenen Stores kostenloses oder günstig zu beziehendes Material wie Banner, Logos, Aufkleber für die Rechner, T-Shirts für die Mitarbeiter, Bonbons für die Kleinen und Giveaways für die Großen zur Verfügung. Und warum sollten die „Supportmitarbeiter“ nicht auch mal unentgeltlich in ihrer Freizeit alten, behinderten, oder sozial benachteiligten Menschen beim Einrichten ihres Systems helfen? Gesellschaftliches Engagement und Geldverdienen müssen sich nicht immer ausschließen. Auch bei Greenpeace oder Amnesty gibt es Hauptberufliche.

Als Vertriebskanäle bzw. Kooperationspartner abseits von Metro & Co. kämen z.B. auch Handelsketten in Frage, die sich schon immer soziale und ökologische Verantwortung auf die Fahnen geschrieben haben, wie z.B. „tegut“ oder „dm-Markt“ - wobei ich nicht weiß, ob es dort jeweils ins Portfolio passen würde. Aber zumindest als Aktionsware könnte man sich einen Ubuntu-Rechner dort gut vorstellen – als Alternative zum „Aldi-Rechner“ eben.

cuartetoclash schrieb:

1) Die "Coolen" interessieren sich mehr für Soziales, 2) die "Sozialen" gelten plötzlich als cool. Wäre doch gut, oder?

Ja, das wäre es. Es muss cool sein, sozial und verantwortungsvoll zu handeln und deshalb Linux zu benutzen.

genios schrieb:

Aber vielleicht wird Linux ebenso bekannt wie Greenpeace dann wären alle Linux Gönner einen großen Schritt weiter.

Genau. Ich stelle mir einen PenguinStore als Ort der Begegnung vor, wo sich freie Menschen und Querdenker treffen, Kaffee oder Tee trinken, über FLOSS, Freiheit der Privatsphäre und soziale Verantwortung quatschen, sich an einem store-eigenen Linux-Terminal an einer Internet-Diskussion um offene Standards beteiligen, um sich dann für ein Treffen des lokalen Linux-Vereins am Wochenende zu verabreden. Dort basteln sie dann gemeinsam an einem neuen "Green-IT" Konzept für einen mobilen Ubuntu-Rechner, helfen unentgeltlich einem behinderten oder alten Menschen bei der barrierefreien Einrichtung seines Systems, erklären einer Gruppe von Schülern den Unterschied zwischen "OpenSource" und "proprietär", oder sie verteilen in der Fußgängerzone kostenlose Live-CDs an Passanten - an einem Gemeinschaftsstand mit Greenpeace, Amnesty und Bürgerrechtsorganisationen. Und über dem Ubuntu-Stand prangt der Claim: „Linux – operating for a better world.“

Das ist mein Linux-Traum.... ☺

BG S*

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dreadnought schrieb:

Ein Linux/Penguin/UbuntuStore könnte seine Anfangsinvestitionen zum Beispiel auch (zum Teil) aus Spenden decken. Die „zentrale Instanz“ (Canonical oder die Linux Foundation) stellt den angeschlossenen Stores kostenloses oder günstig zu beziehendes Material wie Banner, Logos, Aufkleber für die Rechner, T-Shirts für die Mitarbeiter, Bonbons für die Kleinen und Giveaways für die Großen zur Verfügung. Und warum sollten die „Supportmitarbeiter“ nicht auch mal unentgeltlich in ihrer Freizeit alten, behinderten, oder sozial benachteiligten Menschen beim Einrichten ihres Systems helfen? Gesellschaftliches Engagement und Geldverdienen müssen sich nicht immer ausschließen. Auch bei Greenpeace oder Amnesty gibt es Hauptberufliche.

Würde aber bedeuten, das der LinuxStore nur ab und zu offen hatt (Weil die leute auch irgendwann Geld verdienen müssen). Vieleicht könnte man es einrichten, dass am Wochenende durchgehend besetzt ist aber dann gibts wieder Probleme mit dem Verkauf von Computern am Wochenende (Sonntag).

Ich weis garnicht, obs in Deutschland überhaupt rechtlich möglich ist, dass ein Verein als Verkaufsladen fungiert.

dreadnought

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Nein, die Leute könne dort schon ganz normal arbeiten. Der "PenguinStore" steht nur für die dahinter liegende Idee. Man könnte sich auch ein Shop-im-Shop-System vorstellen, in der Art: "Dieser Laden ist Mitglied der PenguinStores". Der PenguinStore kann auch der Computerladen um die Ecke sein. Niemand schließt aus, dass dort neben Ubuntu-Rechnern, die in der "PenguinLounge" stehen (dort, wo man zusammen Kaffee trinkt 😉 ), auch Red Hat Serversysteme für professionelle Anwender verkauft werden, oder eben ein "EdelBuntu" inklusive 24/7 Supportpaket für die zahlungskräftigere Klientel, die sich das "gewisse Extra" an Service was kosten lassen will.

BG S*

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Ah jetzt verstehe ich glaube erst wie du das genau gemeint hast. Das währe natürlich perfekt.

dreadnought

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Ja, und ich glaube, dass es ein großes Potenzial für solche Konzepte gibt. Spätestens seit den täglichen Finanz- und Klima-Horrormeldungen merken die Leute, dass das ständige (unkontrollierte) Streben nach Masse, Profit und quantitativem Wachstum auf Dauer an seine Grenzen stößt. Man realisiert, dass es einen "dritten Weg" zwischen Marktwirtschaft/Partikularinteressen einerseits und Non-(oder Reduced-)Profit/Gemeinwohl andererseits geben muss. Solchen einen Weg könnte Linux mit den PenguinStores beschreiten (wie gesagt, der Name dient hier nur als Platzhalter für die Idee).

Erfolgreiche Konzepte wie die "tegut"- oder "dm"-Märkte zeigen, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und verantwortungsbewusstes Handeln in einer entwickelten Gesellschaft nicht gegenseitig ausschließen müssen. So könnte man sich z.B. vorstellen, dass von jedem PenguinPC, der verkauft wird, je ein paar Euro automatisch an die Free Software Foundation oder an Initiativen wie den Global Marshall Plan gehen, die es dann wiederum an Projekte weiterleiten, die z.B. ausgemusterte Alt-PCs mit Ubuntu bestücken und an Schulen in Entwicklungsländern verbringen.

Der Kunde soll aus dem Store herauskommen nicht mit dem Gefühl "Geiz ist geil!", sondern sich sagen können: "Ich habe durch meinen Kauf etwas Gutes getan!". Ich bin absolut fest davon überzeugt, dass ein solches Konzept aufgehen würde.

BG S*