Geissbock
Anmeldungsdatum: 4. Juni 2007
Beiträge: 485
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Ich benutze jetzt seit ca. 5 Jahren Linux. Angefangen mit Suse und seit 1,5 Jahren Ubuntu. Nur irgendwie kommt Linux immer noch nicht aus seinem Schattendasein raus. Nagut es gibt in meinem Bekanntenkreis jetzt einige Leute die linux vom Hörensagen kennen, aber mehr auch nicht. Ich glaube das liegt unter anderem daran das es unzählige Linux Distributionen gibt, was ja erstmal nicht weiter schlimm ist. Aber es kann doch nicht sein das es verschiedene Packetsysteme für die Treiber gibt wie tar.gz, deb, rpm, ... Alleine diese Vielfallt ist doch eigentlich unnötig. Warum kann man sich in so grundlegenden Sachen nicht auf ein Format einigen. Für die Benutzer ist es dann viel einfacher weil es dann einen Linux Treiber für ein Gerät gibt und die Hersteller müssen auch nur einen Linux Treiber entwickeln. Gerade als Anfänger empfinde ich es als eine Zumutung wenn man nur um seinen Drucker ans laufen zu bekommen erstmal einen Treiber kompilieren soll. Auch wenn das nicht eine so große Arbeit ist, aber das schreckt viele Leute schon von Linux ab. Gerade da viele Computernutzer keine Technikfreaks sind, sondern den Computer anmachen wollen und er dann funktionieren muss. Ich weiß das jetzt viele sagen gerade diese Vielfallt macht die Freiheit von Linux aus, aber ich glaube gerade das ist auch das größte Hinderniss. So fundamentale Sachen wie die Treiberinstallation sollten meiner Meinung nach vereinheitlicht werden. So können die Entwicklerteams ja zusammenarbeiten und das besten aus allen Systemen in ein neues einfügen. So sind auch schnellere Entwicklungen möglich, da nicht jeder an seiner eigenen Sache arbeitet und einige Sachen mehrfach "erfunden" werden. Moderiert von adun: Absätze eingefügt
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Rumpelstil
Anmeldungsdatum: 21. August 2006
Beiträge: 281
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Das Einfügen sinnhaltiger Absätze erleichtert die Lesbarkeit enorm! Der Textklotz ist in seiner jetzigen Form eine Zumutung für jeden redlichen Leser. Freundlich grüßt der Rumpelstil
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Chrissss
Anmeldungsdatum: 31. August 2005
Beiträge: 37971
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Rumpelstil schrieb: Das Einfügen sinnhaltiger Absätze erleichtert die Lesbarkeit enorm! Der Textklotz ist in seiner jetzigen Form eine Zumutung für jeden redlichen Leser.
Zur Verteidung von Geissbock, er hat einfache Returns gesetzt. Der Parser macht daraus den Textblock. 😉
Zum Thema:
Aber es kann doch nicht sein das es verschiedene Packetsysteme für die Treiber gibt wie tar.gz, deb, rpm...
Treiber gehören direkt in den Kernel. Sind sie es noch nicht, so kommen sie früher oder später in den Kernel rein - solange sie FOSS sind - Binäre Blobs sind sowieso unerwünscht.
da viele Computernutzer keine Technikfreaks sind, sondern den Computer anmachen wollen und er dann funktionieren muss.
Das ist ja das schöne, wenn Treiber im Kernel sind. Anschalten und es funktioniert.
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uname
Anmeldungsdatum: 28. März 2007
Beiträge: 6030
Wohnort: 127.0.0.1
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Also wenn man auf: http://distrowatch.com/stats.php?section=popularity schaut, so bleibt doch eigentlich nicht viel übrig. Dort stehen zwar 100 Distributionen, aber das ist ja wohl ein Witz. Wer Ubuntu und Xubuntu, Kubuntu und Sonsteinbuntu unterscheidet hat wohl noch nie in die /etc/apt/sources.list reingeschaut. Wenn man dann noch alles was mit Debian zusammenhängt zusammenfasst http://sidux.com/index.php?module=pnWikka&tag=Prolog so verschwindet selbst die Insel Ubuntu als Top 1 aus der Statistik. Übrig bleiben ein paar Hauptentwicklungsrichtungen.
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Tempelhüter
Anmeldungsdatum: 22. Juli 2006
Beiträge: 440
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Es liegt weder an den vielen Distris, noch an verschiedenen Paketsystemen oder was auch immer. Es liegt einfach daran, dass MS mit Windows ein Monopol hat und ein Monopol zerschlägt man nicht einfach in ein paar Jahren. Da kann Linux noch so toll sein - Computer = Windows. Das Linux überhaupt bekannt ist (und das von sehr vielen Leuten), ist schon ein starker Schritt. >für jeden redlichen Leser. Deswegen habe ich auch nicht weiter gelesen :>
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Geissbock
(Themenstarter)
Anmeldungsdatum: 4. Juni 2007
Beiträge: 485
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Das mit dem einen großen Textblock tut mir Leid. Beim schreiben sah das noch anders aus. Aber ich hoffe ihr habt trotzdem verstanden worum es mir geht.
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Newubunti
Anmeldungsdatum: 16. Februar 2008
Beiträge: 5149
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Chrissss schrieb: da viele Computernutzer keine Technikfreaks sind, sondern den Computer anmachen wollen und er dann funktionieren muss.
Das ist ja das schöne, wenn Treiber im Kernel sind. Anschalten und es funktioniert.
Naja, vielleicht empfinden das Nutzer als das Problem. Einerseits gehen manche Dinge einfach von selbst, ohne dass der Benutzer sich darum kümmern muss - das ist eigentlich optimal. Hat man nun aber ein Gerät das nicht von selbst funktioniert, dann ist das Prozedere im Vergleich zu dem sonst um nichts kümmern müssen relativ kompliziert. Forum ansteuern, Thema zu dem Gerät suchen und finden und die "Installationsbefehle" dann ins Terminal kopieren. Zugegeben nicht wirklich schwer aber im Vergleich zum Selbst-Erkennen schon ganz anders. Vielleicht empfinden Neulinge diesen "Widerspruch" als verwirrend. Ansonsten bin ich einfach der Meinung, dass es am Image liegt. Linux gilt - ob zu Unrecht oder Recht spielt da keine Rolle - als "Freak-", "Bastler-" oder "Expertensystem". D.h. ein Neuling geht an das System mit der Einstellung heran, dass es wahrscheinlich ziemlich schwer für ihn wird, damit zu Recht zu kommen. Taucht nun ein Problem auf, sieht sich der Neuling gleich in seinem Vorurteil bestätigt und er lässt dann leichter die Finger davon, weil er es ja quasi schon geahnt hat, dass es kompliziert wird. Die Frusttoleranz ist also ziemlich gering. Die Frage wäre also mehr, wie man Linux von diesem Image weg bekommt. Im übrigen stellt sich aus der Sicht eines "normalen" Nutzers auch die Frage, warum er überhaupt von Windows wechseln sollte. Klar hat Windows seine Macken, aber im Prinzip kann der Nutzer die Alltagsaufgaben damit erledigen. Wenn man nun jemanden zum Wechsel bringen will, dann muss das andere System einen klaren Vorteil bieten - wenn schon nicht real, dann wenigstens vom Image her. Mit dem Image "Expertensystem" überzeuge ich aber keine "normalen" Nutzer. Gruß,
Martin
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uname
Anmeldungsdatum: 28. März 2007
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Wenn man nun jemanden zum Wechsel bringen will, dann muss das andere System einen klaren Vorteil bieten - wenn schon nicht real, dann wenigstens vom Image her. Mit dem Image "Expertensystem" überzeuge ich aber keine "normalen" Nutzer.
Linux hat für diese "normalen" Nutzer immer einen klaren Nachteil: es ist anders als Windows. Windows haben sie über 10 Jahre langsam gelernt, Linux wollen sie am besten an einem Tag verstehen. Vielleicht sollte man den Leuten nur klar machen, dass es anders ist, vollkommen anders. Solange man nur klicken muss mag es gehen, aber unter der Oberfläche ist es eben anders als Windows.
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Newubunti
Anmeldungsdatum: 16. Februar 2008
Beiträge: 5149
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uname schrieb: Wenn man nun jemanden zum Wechsel bringen will, dann muss das andere System einen klaren Vorteil bieten - wenn schon nicht real, dann wenigstens vom Image her. Mit dem Image "Expertensystem" überzeuge ich aber keine "normalen" Nutzer.
Linux hat für diese "normalen" Nutzer immer einen klaren Nachteil: es ist anders als Windows. Windows haben sie über 10 Jahre langsam gelernt, Linux wollen sie am besten an einem Tag verstehen. Vielleicht sollte man den Leuten nur klar machen, dass es anders ist, vollkommen anders. Solange man nur klicken muss mag es gehen, aber unter der Oberfläche ist es eben anders als Windows.
Das ist zwar auch ein Problem, aber erst mal muss man sie ja überhaupt zum Wechsel animieren. Bei der niedrigen Frusttoleranz spielt vielleicht auch eine Rolle, das Linux nichts kostet. Ich habe einige Bekannte die kürzlich von Windows zu Mac gewechselt sind und dabei ziemliche Anlaufschwierigkeiten hatten - was man übrigens als Mac-Nutzer ungern zugibt, weil Mac das Image hat, "einfach" zu sein. Nun kommt beim Mac neben dem Image aber noch hinzu, dass man dafür einige Steine auf den Tisch legt. Also gibt man da dann nicht so schnell auf, weil man sonst ja auch Geld verpulvern würde. Linux zieh' ich mir aus dem Netz, bügel es auf eine Partition, teste es und schmeiß' es gegebenenfalls wieder runter. Das alles hat dann nicht weh getan, außer dass man ein wenig Zeit investiert hat. Auch das senkt die Frusttoleranz, denke ich. Gruß,
Martin
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uname
Anmeldungsdatum: 28. März 2007
Beiträge: 6030
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- was man übrigens als Mac-Nutzer ungern zugibt, weil Mac das Image hat, "einfach" zu sein.
Natürlich ist der Mac "einfach". Wäre so als wenn Canonical nur Ubuntu-Support für 5 unterschiedliche Rechner geben würde und zudem die Softwareauswahl extrem einschränken würde. Dann würde dieses Ubuntu natürlich super laufen können. Und wenn man dann noch den ganzen Schrott für die anderen ca. 4995 Rechnerarten rausschmeissen würde wäre das System/Kernel sehr klein und robust. Der Spass wäre dann aber auch wohl vorbei. Und alle könnten sich helfen, da alle das gleiche System und somit die gleichen Probleme hätten. Da das dann Hip wäre müsste man natürlich für diese 5 Rechner mehr bezahlen und das Ubuntu wäre natürlich auch nicht mehr umsonst. Denn umsonst ist ja sowieso Schrott.
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Knopfloch
Anmeldungsdatum: 23. Februar 2008
Beiträge: 157
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Und täglich grüßt das Murmeltier... lg von Knopfloch, die heute gesehen hat, dass ihr neuer Prof SuSE verwendet und danach in den Computerraum gegangen ist um sich an einen der Ubunturechner zu setzen
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C.R.I.Z
Anmeldungsdatum: 25. April 2006
Beiträge: 686
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Ich kann Geissbock schon verstehen. Ist mir gestern erst wieder unter gekommen: Ich will OpenOffice 3.0 installieren. Ja welchen download nehme ich denn da? O.k. außer deb kann ich alles vergessen, aber ob das deb für mein U8.04 ist? Oder meine spezial Programme, egal ob Bluetooth-Stick, Handy oder GPS, keines der Geräte läuft so gut unter U8.04 wie unter Windows. Selbst für mein Kathrein Linux Receiver gibt es keine SW die ohne Probleme unter Linux läuft um das Ding etwas zu tunen. Wenn ich nicht so überzeugt von Linux wäre, und damit auch leidensfähig, dann wäre ich längst wieder zu Windows gewechselt. Die Vielfalt hat bestimmt seine Vorteile, aber auch gewaltige Nachteile. PS: Hey Rumpelstil, ich dachte es gäbe nur noch deinen Geist?
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uname
Anmeldungsdatum: 28. März 2007
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Oder meine spezial Programme, egal ob Bluetooth-Stick, Handy oder GPS, keines der Geräte läuft so gut unter U8.04 wie unter Windows. Selbst für mein Kathrein Linux Receiver gibt es keine SW die ohne Probleme unter Linux läuft um das Ding etwas zu tunen.
Das Problem liegt woanders. Die Leute wollen Hardware verkaufen. Und da 99 Prozent der Leute Windows nutzen wird sie eben für Windows optimiert. Natürlich muss es unter Windows direkt laufen, die Kasse muss doch stimmen.
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C.R.I.Z
Anmeldungsdatum: 25. April 2006
Beiträge: 686
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uname schrieb: Oder meine spezial Programme, egal ob Bluetooth-Stick, Handy oder GPS, keines der Geräte läuft so gut unter U8.04 wie unter Windows. Selbst für mein Kathrein Linux Receiver gibt es keine SW die ohne Probleme unter Linux läuft um das Ding etwas zu tunen.
Das Problem liegt woanders. Die Leute wollen Hardware verkaufen. Und da 99 Prozent der Leute Windows nutzen wird sie eben für Windows optimiert. Natürlich muss es unter Windows direkt laufen, die Kasse muss doch stimmen.
Ne, die SW die meine wird von engagierten Usern geschrieben um etwas mehr aus den Geräten zu holen, und trozdem gibt es da fast keine Linux Programme.
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Neckreg
Anmeldungsdatum: 15. November 2007
Beiträge: 552
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Tempelhüter schrieb: Es liegt weder an den vielen Distris, noch an verschiedenen Paketsystemen oder was auch immer. Es liegt einfach daran, dass MS mit Windows ein Monopol hat und ein Monopol zerschlägt man nicht einfach in ein paar Jahren. Da kann Linux noch so toll sein - Computer = Windows. Das Linux überhaupt bekannt ist (und das von sehr vielen Leuten), ist schon ein starker Schritt.
Das Microsoft mit Windows ein fast Monopol hat liegt einzig und alleine an der Marktstrategie. Das hat nichts damit zu tun das Windows so toll, einfach und leicht zu bedienen ist. Microsoft hat es einfach geschafft dafür zu sorgen das Komplettsysteme mit Windows ausgeliefert werden. Und das sind nun mal die meist verkauften PCs weltweit. Die wenigsten Leute gehen her und spielen sich ihr Betriebssystem selbst auf. Ergo, damit Linux weiter verbreitet wird, muss es seine Marktpolitik ändern. Einen erster Schritt geht hier Dell. Wenn Novell, Canonical, RedHat u.s.w. sich Partner suchen die bereit sind solche Systeme anzubieten, wird Linux auch einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen. Erst dann hat Linux eine Chance sich besser zu etablieren. Wenn Drittanbieter darauf aufmerksam werden und feststellen das eine Nachfrage besteht, besteht die Chance das Treiber und Software besser angepasst werden. So lange der User aber selbst Hand anlegen muss, wird daraus nix. Bis jetzt muss man Linux im Internet suchen, selbst runterladen, brennen und installieren. Vorher muss man sich informieren ob Linux überhaupt auf dem PC läuft. Für den einfachen Anwender viel zu umständlich. Er möchte sich einen PC kaufen auf dem alles vorinstalliert ist. Einschalten und loslegen. Und dieser Trend wird sich auch weiter fortsetzten. So lange man sich aber den marktpolitischen Gesetzen entzieht ist die Frage: wann, oder warum ist der Durchbruch von Linux nicht möglich, müssig. Da kann Linux noch so toll und einfach sein.
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