seaman schrieb:
o-saft schrieb:
In den Informatikräumen war eine Zeit lang nur Linux installiert (ich glaube Ubuntu, OpenSuse und Mandriva), dann haben sich aber die Lehrer beschwert, weil es anders aussah als XP.
Ich gehe mal davon aus, dass das ein Witz war. Wenn ich mir vorstelle, dass solche ..... Menschen Kinder unterrichten und ihnen etwas beibringen sollen, dann läuft mir der kalte Schauer über den Rücken.
Solche lernresistenten Menschen habe im Lehrerberuf nichts zu suchen!!! Als Lehrer sollte man immer offen gegenüber neuem sein, ansonsten hat man den falschen Beruf "gelernt". Gerade als Lehrer muss man bereit sein, ständig dazu zu lernen und sich etwas neu anzueignen.
Das was du da angesprochen hast, bzw. was hier im ganzen Thema angesprochen wird, zeigt nur allzu deutlich, in was für einer prekären Lage unser Bildungssystem steckt. Es wird von Menschen "regiert" die selber keine Lust auf das "vermehren" ihrer eigenen Bildung haben.
Nu aber mal langsam. Erstmal: das war wohl kein Witz, das ist so. Das ist aber überall so, nicht nur unter Lehrern. Ich kenne recht gute und hochintelligente Professoren, denen in den 80ern und 90ern alles außer Macintosh zu technisch war. Solche Leute wollen sich einfach mal nicht mit technischen Details beschäftigen, die alle paar Jahre überholt sind - die haben was Besseres zu tun.
Auch Lehrer sind fachlich und kognitiv wohl eher dadurch für den Job geeignet, daß sie Sachen beherrschen, die über den Tag hinaus Bestand haben. Dazu gehört zwar auch irgendwie, neue Systeme zu verstehen, aber doch bitte dort, wo es nötig oder wo es sinnvoll ist. Oder wo es fundamental ist. Lieber Politische und ökonomische Systeme verstehen als ein Betriebssystem. Lieber Mengenlehre und Logik verstehen als Python oder Lisp.
Ich schimpfe ja gerne über Lehrer, und gerne mit Dir zusammen, aber bitte an der richtigen Stelle. Etwa in der Frage, welcher Unsinn unterrichtet wird und welche wichtigen Inhalte dafür weggelassen werden. Wie sehr den Schülern wirklich zugehört wird, wie sie erzogen oder nicht erzogen werden usw. Also: bei wichtigen Sachen. Oder: auf welche Kompetenzen wirklich Wert gelegt wird ...
Meine Erfahrung ist halt, daß man, so man nicht mehr unter 30 oder 40 ist, schon ganz gut weiß, wie man noch grundlegend was Neues verstehen und sich umstellen kann. Aber man überlegt sich, ob sich das praktisch und im Endeffekt lohnt. Denn "man" kennt reizvolle und anregende und tiefgründige andere Dinge als nur Betriebssysteme, und man kalkuliert mit der eigenen verbleibenden Zeit und Energie.
Damit es nicht nur offtopic ist: im Schulbereich herrscht die Vorstellung, daß man den heiligen Gral der sensiblen Daten zu hüten hat, daß aber zugleich ca. 600 Hacker im Gebäude sind. Das führt oft zu enorm konservativen Entscheidungen bzgl. der EDV. Dazu kommt, daß die Administration oft von einem Lehrer übernommen wird, dem dafür vielleicht eine Wochenstunde erlassen wird, der computertechnisch aus den 70ern kommt, der außerdem noch einen Lehreralltag hat. Insgesamt führt dies zu defensivem Verhalten. Und wie schnell sind trotzdem mal unerwartet alle Home-Ordner des Kollegiums gelöscht und mit ihnen alle Daten des Tages, die noch nicht übertragen werden konnten, die aber zugleich nicht dupliziert werden können/dürfen. (Das können mehrere Stunden Arbeit an Einträgen in Tabellen sein.) Alles schon erlebt ... war zum Glück nicht mein Fehler. Und so ein Datenverlust ist ja noch der geringste Unfall.
Ich freue mich immer, wenn an einer Schule Linux läuft, weil ich mich da besser auskenne und meine Dateitypen verwenden kann. (Ein ordentliches Latex lief übrigens noch an keiner Schule, die ich kenne.) Aber insgesamt ist das doch irrelevant.