Hehe, die Idee mit dem Wettrennen gefällt mir. Allerdings enttäuscht es mich nicht, wenn Ubuntu selbiges gewinnt. Meine Gefühle Betriebssystemen gegenüber sind jetzt nicht so augesprägt, schluchzen zu wollen oder in Zorn auszubrechen, wenn mal etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Ob Ubuntu oder Fedora ist mir, bezogen auf meine Gemütslage, herzlich egal; bin weder Fanboy hier noch da, nur großer Freund von Linux. Ich setze mich aber im Augenblick konkret mit Fedora auseinander, weil ich mehrere Erwägungen zu berücksichtigen habe; über Debian oder Ubuntu-Derivate kann ich mir Information sehr leicht besorgen, darum mache ich das nicht in diesem Thread (tausend Dinge auf einmal, das führt zu nichts). Da ich aber nicht weiß, was mich in der rpm-Welt erwartet, möchte ich auch nicht nur allein auf einer Fedoraplattform Nachfrage halten (Bias), sondern gerne von Nutzern debianbasierter Systeme wissen, welche Position sie aufgrund ihrer Erfahrungen einnehmen.
Ich wiederhole mich, aber vielleicht definiert es meine Position etwas klarer: Meine Entscheidungen fußen auf betriebswirtschaftlichen Konzepten und Methoden, da sie langfristige Zeiträume betreffen. "Hach, heute mach ich mal was anderes!" kommt da nicht vor. Vielmehr handelt es sich um eine multivariate Betrachtung mit grauslicher Mathematik und fürchterlich vielen griechischen Buchstaben dahinter. (Wenn mir noch jemand schreibt, ich soll doch XY ausprobieren, werde ich die auch posten. @Moderatoren: Bitte nicht wegen gefährlicher Drohung bannen.) Es geht mir auch nicht um Unity; wirklich, es stört mich nicht, mein Vergleich sollte nur verdeutlichen: Jedes Unternehmen weist begrenzte Ressourcen auf. Wofür setzt es diese ein? Was ist sein Schwerpunkt? Was ist das langfristige Ziel? Wie soll dieses erreicht werden? Ich wüte nicht gegen Canonical wegen Unity; vielmehr meine ich, daß sie unglaublich tapfer sind, das auf sich zu nehmen und den Nutzern über mittlere Frist noch ein wenig vom "Gnome 2"-Feeling zu lassen, während andere Distributionen sagen: "Holla, Gnome 2 est mort, vive le Gnome 3!" Auch scheint laut mailing lists momentan nicht gerade Eintracht und Wonne zwischen Compiz- und Gnome-Team zu herrschen. Daher also mein Respekt für Canonical. Allerdings kann ich eine Entwicklung, mit der ich mich zu 100% identifizieren kann, nicht absehen, insbesondere wenn ich die Informationen aus mailing lists oder Launchpad berücksichtige. Darum auch das einfache, leicht verständliche Unity-Beispiel: Ressourcen werden für das Erlebnis der Oberfläche aufgewandt, die andernorts fehlen, weswegen es zu einer Fülle an Disfunktionalitäten kommt. Ich schließe mich hier allerdings nicht den Unity-Hassern an, die die Position "Schickschnack statt Funktion?" vertreten.
Ich teste Fedora nun schon zwei Tage als Dualboot auf einem anderen Rechner und finde es immer noch sehr fein. Die yum-plugins sind eine tolle Idee, die graphische Paketverwaltung war aber wohl schon bei der Belagerung von Sewastopol im Einsatz und läßt eine automatische Aktualisierung nicht zu. (Erledige das aber ohnehin lieber im Terminal; k.A. warum, vielleicht fühle ich mich ganz besonders geekig dabei) Auch war es ein wenig lästig, daß Fedora mir den Grub zerpflückt hat, das ließ sich jedoch mit ein paar Beleidigungen und wüstem Geklapper im Terminal erledigen. Es installiert sich tatsächlich auf Englisch und schlägt gleich mal New York als Standort vor.