In meinem lokalen Netzwerk (Internet – ISP-Modem – OpenWrt-Router – LAN) verhält sich ein Server (Ubuntu 24.04 LTS) überraschend in Bezug auf IPv6. Mit der folgenden netplan-Konfiguration:
1 2 3 4 5 6 7 | network:
ethernets:
eno1:
accept-ra: true
dhcp6: false
ipv6-privacy: true
version: 2
|
– wird per SLAAC eine EUI64-Adresse generiert –
inet6 <ipv6-prefix>:<eui64>/64 scope global dynamic mngtmpaddr noprefixroute
valid_lft 86399sec preferred_lft 86399sec– über die ich keine Adressen außerhalb des lokalen Netzwerks (<ipv6-prefix>::/64) erreichen kann. Die Pakete werden laut tcpdump vom Router entgegengenommen und über das WAN-Interface weitergeleitet, versanden dann aber irgendwo.
Laut einem älteren Thread sollte mich das wegen der Flags mngtmpaddr noprefixroute nicht überraschen.
Wenn ich die Privacy Extensions aktiviere (ipv6-privacy: true), wird eine temporäre Adresse generiert und der Internet-Zugriff (mit dieser Source-Adresse) ist möglich – allerdings nur für eine Stunde:
inet6 <ipv6-prefix>:e857:eaec:4817:63df/64 scope global temporary dynamic
valid_lft 3596sec preferred_lft 85873secLaut sysctl müsste die temporäre Adresse deutlich länger verfügbar sein –
net.ipv6.conf.all.temp_prefered_lft = 86400 net.ipv6.conf.all.temp_valid_lft = 604800 net.ipv6.conf.all.use_tempaddr = 2
– und vor allem sollte sie automatisch erneuert/ersetzt werden (was nicht passiert – sie verschwindet am Ende ihrer Lebenszeit spurlos). Wenn ich die Adressgenerierung modifiziere (ipv6-address-generation: stable-privacy), entsteht eine Adresse mit denselben Flags wie die EUI64-Adresse –
inet6 <ipv6-prefix>:<stable-privacy-address>/64 scope global dynamic mngtmpaddr noprefixroute
valid_lft 86398sec preferred_lft 86398sec– die aber geroutet wird. Praktisch betrachtet ist mein primäres Problem (Internet-Zugang per IPv6) also gelöst, aber ich bin trotzdem verwirrt (und würde lieber temporäre Adressen für den WAN-Traffic verwenden).
Warum hat die temporäre Adresse eine so kurze Lebensdauer (3600 statt 604800 Sekunden)?
Warum wird sie nicht automatisch erneuert?
Warum kann über eine Stable Privacy-Adresse geroutet werden, trotz der Flags mngtmpaddr noprefixroute (und an welchem Knoten scheitern die Pakete mit der EUI64-Adresse des Servers)?
Andere Clients im lokalen Netz (u.a. ein Ubuntu-Laptop und ein MacBook) haben dieses Problem nicht: Sie generieren ohne Anpassung der Netzwerkkonfiguration eine statische (interne) Adresse und regelmäßig erneuerte temporäre Adressen. Im Fall des Ubuntu-Laptops ist der Unterschied zum Ubuntu-Server nicht in der netplan-Konfiguration abzulesen.
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