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Dokumente weitergeben: welche Schriften sind erlaubt?

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Kubuntu 10.04 (Lucid Lynx)
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Wolfgang.Klein

Anmeldungsdatum:
25. Juni 2007

Beiträge: 750

Hallo,

ich stelle meine Frage mal hier, da ich glaube, daß sie hier ganz gut hinein passt, denn es handelt sich um eine Frage, die unabhängig von einer Distri ist und eigentlich alle Linux-Benutzer betrifft:

Ich schreibe an einem Dokument, das später weitergegeben werden soll. In welchem Format, ob z.B. als OpenOffice-Datei oder PDF, steht noch nicht fest. Viel wichtiger ist jedoch die Frage nach den Schriften, die ich verwenden darf, sollte oder muss. Dabei geht es nicht nur um die Darstellung auf den Zielrechnern, sondern auch um die rechtliche Seite. Welche Schriften sind wirklich frei, welche nicht? Welche Schriften dürfen in veröffentlichten Dokumenten verwendet werden?

(Ich meine mich daran zu erinnern, daß z.B. Schriften von Microsoft eigentlich nur für den persönlichen Gebrauch auf einem Windows-Rechner installiert werden dürfen. Wenn das allerdings stimmt, begeht jede Behörde und jede Firma, die einen Brief schreibt und verschickt, einen Lizenzbruch.)

Ganz speziell suche ich eine Schrift, die es sowohl mit Serifen als auch in einer serifenfreien Variante gibt und die keine Probleme bereitet, wenn sie auf dem Zielrechner nicht installiert ist. Sie muss sowohl auf einem Bildschirm als auch gedruckt gut zu lesen sein.

Was könnt Ihr mir da empfehlen?

Keba Team-Icon

Ehemalige
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Anmeldungsdatum:
24. Juli 2007

Beiträge: 3802

Hallo,

Wolfgang.Klein schrieb:

Ich schreibe an einem Dokument, das später weitergegeben werden soll. In welchem Format, ob z.B. als OpenOffice-Datei oder PDF, steht noch nicht fest.

Wenn etwas weiter gegeben werden soll, sollte man ein Format verwenden, was möglichst überall gleich aussieht. Also PDF, nicht .odt.

Ganz speziell suche ich eine Schrift, die es sowohl mit Serifen als auch in einer serifenfreien Variante gibt und die keine Probleme bereitet, wenn sie auf dem Zielrechner nicht installiert ist. Sie muss sowohl auf einem Bildschirm als auch gedruckt gut zu lesen sein.

Was könnt Ihr mir da empfehlen?

Wikipedia hat eine Liste von freien Schriften:, z. B. die Liberation_(Schriftart). Ist - glaube ich - unter Ubuntu schon vorinstalliert. Die Schriftart versucht die MS-Schriften nachzuahmen. Und du darfst sie verwenden:

Die Liberation-Schriften wurden unter einer erweiterten Version der GPL 2 veröffentlicht. Die wichtigste Erweiterung bezieht sich auf Dokumente, welche diese Schriftart verwenden. Diese Dokumente müssen nicht unter der GPL 2 veröffentlicht werden, sondern dürfen unter einer beliebigen Lizenz veröffentlicht werden.

DejaVu ist auch noch recht beliebt, soweit ich weiß.

Wenn du das ganze vernünftig exportierst, solltest du dir keine Gedanken darum machen müssen, ob jemand die Schriftart installiert hat. Ansonsten sorgt die „metrische Identiät“ der Liberation-Schriftarten dazu, dass MS-Schriften zumindest nicht dein Layout zerstören.

Ich persönlich nutze übrigens die Computer_Modern-Schriftart, da diese per Default in LaTeX verwendet wird. Sieht auch gut aus, finde ich.

Grüße, Keba.

Wolfgang.Klein

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
25. Juni 2007

Beiträge: 750

Danke für den Link zur Wiki-Seite mit den freien Schriften! Hat mir sehr geholfen. Warum ich nicht selber auf die Idee gekommen bin, in Wikipedia nach Open-Source-Fonts zu suchen, weiß ich allerdings auch nicht so recht. Wahrscheinlich eine Folge des sinkenden Koffeinspiegels im Blut.

DejaVu scheint mir am besten geeignet zu sein, da es am Bildschirm besser aussieht als Liberation, was ein wenig zu "gequetscht" aussieht, wie ich finde. Zumindest bei mir, was aber mit der Qualität des Monitors zusammenhängen könnte, denn meiner ist nicht gerade der beste.

adun Team-Icon

Avatar von adun

Anmeldungsdatum:
29. März 2005

Beiträge: 8606

Beim PDF Export ist es eigentlich Standard (LO/OO usw.), dass die Schriften mit exportiert werden.

Wolfgang.Klein

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
25. Juni 2007

Beiträge: 750

adun schrieb:

Beim PDF Export ist es eigentlich Standard (LO/OO usw.), dass die Schriften mit exportiert werden.

Das ist richtig, aber ich glaube, man sollte trotzdem darauf achten, welche Schriften man benutzt und weitergibt, wegen der Sache mit den Lizenzen.

Biocyborg

Anmeldungsdatum:
29. April 2011

Beiträge: 18

Ich meine, dass es egal ist. Man gibt ja die Schriftart nicht weiter, sondern ein selbst erstelltes Dokument. Wenn jemand anderes auf seinem PC diese Schriftart nicht hat, dann wird das Dokument in einer anderen Schriftart dargestellt. Bei pdf-Dateien gebe ich auch nicht den Font in nutzbarer Form weiter. Die Schriftart ist im pdf-Dokument mit MEINEM Inhalt eingebettet. Ein anderer kann das Dokument zwar anzeigen lassen, er kann die im pdf-Dokument eingebettete Schriftart aber nicht zur Nutzung auf seinem PC installieren. Und genau darum geht es ja:

Ich darf jedes Dokument in jeder beliegigen, auch proprietären Schriftart weitergeben. Wenn der Empfänger den entsprechenden Font selbst nicht installiert hat, dann wird ein anderer angezeigt, wodurch regelmäßig die Formatierung zerschossen wird. Was ich nicht weitergeben darf ist lediglich der installierbare und verwendbare Font.

Sonst dürfte ja keine Tageszeitung ihre Zeitschriften ausliefern. Zeitungen und Bücher werden zwar in proprietären Schriftarten gedruckt, aber Du bekommst die ausgedruckte Zeitung und nicht den Setzkasten des Schriftsetzers geliefert. So ähnlich ist das auch mit pdf-Dokumenten. Die Schriftart wird zwar angezeigt, so wie man sie z.B. in einer Tageszeitung anschauen kann. Aber sie kann nicht wie ein Setzkasten zum setzen eines anderen Dokuments verwendet werden.

Wolfgang.Klein

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
25. Juni 2007

Beiträge: 750

Biocyborg schrieb:

Sonst dürfte ja keine Tageszeitung ihre Zeitschriften ausliefern. Zeitungen und Bücher werden zwar in proprietären Schriftarten gedruckt, aber Du bekommst die ausgedruckte Zeitung und nicht den Setzkasten des Schriftsetzers geliefert. So ähnlich ist das auch mit pdf-Dokumenten. Die Schriftart wird zwar angezeigt, so wie man sie z.B. in einer Tageszeitung anschauen kann. Aber sie kann nicht wie ein Setzkasten zum setzen eines anderen Dokuments verwendet werden.

Hmmm, ich kann mir vorstellen, daß es einen Unterschied macht, ob ein Verlag eine eigene Schrift kreiert, damit eine Zeitung bedruckt und diese Zeitung verkauft, oder ob jemand auf seinem PC mit einem proprietären Betriebssystem, bei dem Schriften zum persönlichen Gebrauch installiert wurden, etwas kommerziell bedruckt.

Habe gerade extra noch mal nachgesehen: unter http://www.microsoft.com/typography/RedistributionFAQ.mspx steht z.B.

The fonts are governed by the same restrictions as the products they are supplied with. You are not allowed to copy, redistribute or reverse engineer the font files. For full details see the license agreement supplied with the product.

Das bedeutet doch nichts anderes, als daß ich z.B. eine Schrift, die nicht unter die frei verfügbaren Schriften von MS fällt (die Core-Fonts, die MS auch zum Runterladen anbietet) eben nicht in ein Dokument einbinden darf, das ich elektronisch weitergebe. Bei einem ausgedruckten Schriftstück, sei es ein Brief oder ein Plakat, sieht das wahrscheinlich anders aus, weil dadurch ja die Schrift nicht auf einen anderen Rechner übertragen wird.

Andere Firmen werden das ähnlich geregelt haben. Wenn ich z.B. eine Vollversion von Photoshop kaufe, sind doch bestimmt eine Menge Schriften dabei, die ich zwar mit dem Kauf von Photoshop zum persönlichen Gebrauch lizenziert habe, die ich aber nicht weitergeben darf. Und wenn ich sie in ein Dokument einbinde und mit dem Dokument weitergebe, wäre das ein Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen.

Mag sein, daß ich mich irre, ich bin auch kein Jurist. Aber etwas Vorsicht schadet wohl nicht.

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