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Wieso wird Ubuntu für 386 kompiliert?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu
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goethe

Avatar von goethe

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7. Juli 2006

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Hallo! Ich mag ja mein Ubuntu/kubuntu sehr, was mich dennoch wundert, ist, dass alle Programme für 386 Prozessoren kompiliert werden, oder liege ich falsch? Weiß nicht so recht, weshalb unoptimiert kompiliert wird. Selbst in der sog. 3.Welt dürften 686 das technische Minimum sein. Ich weiß, dass v.a. Multimedia-Anwendungen von den Befehlssatzerweiterungen profitieren, und dass viele Anwendungen den Prozessor zur Laufzeit erkennen können. Trotzdem habe ich gerade durch Gentoo die Erfahrung gemacht, dass eine Optimierung für jüngere Prozessoren (als 386) für das komplette System (nicht nur Kernel) durchaus Sinn macht, und der Performancevorteil nicht nur messbar ist. Weshalb also diese Beschränkung von Ubuntu?

Dee Team-Icon

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9. Februar 2006

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Afaik ist der generic Kernel ab Edgy nicht für 386-kompiliert, denn für die 386-Architektur gibt es einen extra Kernel. Sprich es gibt linux-image-generic udn extra linux-image-386, die unterschiedliche Kernel beherbergen.

Gruß, Dee

droebbel Team-Icon

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19. Oktober 2004

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Soweit ich weiß, wird tatsächlich nicht für 386er kompiliert, sondern mindestens für 486 (nagel mich nicht fest, ich müsste noch mal nachsehen). Die Bezeichnung i386, die Dich vermutlich zu der Annahme geführt hat, ist lediglich Bezeichnung für die Architektur - es könnte auch ia32 heißen.
Mit 686 greifst Du allerdings zu hoch - Xubuntu, eine noch stärker abgespeckte Version oder einen Server mit einigen einfachen Basisdiensten kann man auch deutlich drunter noch sinnvoll betreiben.

Am besten Du suchst Dich mal durch die -devel Mailingliste. Ich meine, da gab es vor einem halben Jahr oder so mal eine Diskussion über dieses Thema.

goethe

(Themenstarter)
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7. Juli 2006

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Wie finde ich diese Mailingliste? Würde mich sehr interessieren. Denkst du, es sind tatsächlich noch eine nennenswerte Zahl von Prozessoren<686 im Betrieb, sodass diese Beschränkung sinnvoll ist?

adun Team-Icon

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29. März 2005

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Weltweit gerade in den ärmeren Gegenden auf jeden Fall.

Bauer87

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21. August 2006

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i686 ist ein Pentium 2, wenn ich es richtig sehe. Aber wenn ich mich nicht irre, unterstützen AMD K6-Prozessoren nicht alle i686-Befehle. Zumindest habe ich es nicht geschafft, ein AMD K6-System mit 686er Kernel zu booten. Und K6 war die Generation von AMD, die vor dem Athlon war. Das ist nicht soo lange her und die Prozessoren sind für Ubuntu noch echt gut zu gebrauchen. Ich finde das daher schon in Ordnung. Und wenn man es schnell haben will, gibt es ja immer noch apt-build...
Edit: Tippfehler bereinigt

Ubunux

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12. Juni 2006

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Bauer87 hat geschrieben:

Und K7 war die Generation von AMD, die vor dem Athlon war.

Hallo,
sry, dies ist falsch: ein Athlon ist ein K7
Gruß
Ubunux

droebbel Team-Icon

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19. Oktober 2004

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goethe hat geschrieben:

Wie finde ich diese Mailingliste?

https://lists.ubuntu.com/archives/ubuntu-devel/

Bauer87

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21. August 2006

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Ubunux hat geschrieben:

Bauer87 hat geschrieben:

Und K7 war die Generation von AMD, die vor dem Athlon war.

Hallo,
sry, dies ist falsch: ein Athlon ist ein K7
Gruß
Ubunux

Tippfehler. Ich hab die ganze Zeit von K6 geredet... Würde auch keinen Sinn machen, wenn ich dann plötzlich einen K7 zeitlich einordne. Natürlich ist K7 = Athlon.

Erunno

Anmeldungsdatum:
7. Juli 2006

Beiträge: 279

Wer in den Genuss der neueren Befehlssatzerweiterungen kommen möchte kann die 64 Bit Version von Ubuntu mal ausprobieren. Der erste Desktop Prozessor mit 64 Bit Erweiterung war meines Wissens nach der Athon 64 (Clawhammer) und schon dieser unterstützte MMX und SSE1/2. Aufgrund dessen ist es anzunehmen, dass bei diesen Paketen auch alle genannten (Intel-) Erweiterungen aktiviert worden sind (Intel übernimmt umgekehrt keine Befehlssatzerweiterungen vom AMD, also werden diese vermutlich nicht eingesetzt).

otzenpunk Team-Icon

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17. Oktober 2005

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goethe hat geschrieben:

Wie finde ich diese Mailingliste? Würde mich sehr interessieren. Denkst du, es sind tatsächlich noch eine nennenswerte Zahl von Prozessoren<686 im Betrieb, sodass diese Beschränkung sinnvoll ist?

Ja. Aktuelle Via-Eden-Boards (sehr stromsparend) laufen z.B. nicht mit dem 686-optimierten Kernel und auch Rechner der PentiumI-Generation sind noch vielerortens als Heim- oder SOHO-Server im Einsatz.

Zwei verschiedene Kernel anbieten ist da noch problemlos möglich, aber wenn man auch alle Programmpakete für 686 optimiert anbieten will, müsste man das quasi als zusätzliche Architektur i686 mit eigenen Repos, neben i386, amd64, sparc, ppc, etc., anbieten. Das ist es wohl nicht wert.

Bauer87

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21. August 2006

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Außerdem gibt es apt-build, wenn man es dann ganz optimiert haben will... Ich hab mir damit gestern Wine gebaut und es rennt jetzt geradezu. Allerdings hat der compile auc seine Zeit gedauert.

Daimonion

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21. November 2005

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Interessantes Thema.
Hätte nicht gedacht das es da noch diverse Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Mal abgesehen von der Zeit, ist es da ähnlich einfach Programme mittels apt-build zu installieren?

Bauer87

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21. August 2006

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Es ist im Grunde so einfach wie mit apt-get. Es gibt halt kein grafisches Frontend...

adun Team-Icon

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29. März 2005

Beiträge: 8606

Nebenbei bemerkt, ich hab ein Großteil meines Systems mit apt-build world aktuell mit "-march=i686 -O3 -pipe". Bei Rumtesten mit feisty hab ich nicht wirklich einen Unterschied bemerkt. Wenn man sich dann vll bei i586 treffen würde, wäre der Gewinn im Vergleich zu dem Ausschluss von Rechnern meiner Einschätzung nach zu niedrig. Gerade weil ja jeder selbst leicht nachkompilieren kann und die Binaries dann auch einfach anderen zur Verfügung stellen kann.

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