weezerle
Anmeldungsdatum: 28. Januar 2007
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Wohnort: Potsdam
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Hi, also als "Windows-Umsteiger" und Linux Neuling muss ich sagen ist Ubuntu schon eine tolle Sache, vor allem diese Community hilft einem ja wo sie nur kann. Und da habe ich auch gleich ein paar Grundlegende Fragen zum Umgang mit Linux, ich habe jetzt auf Systemen parallel Ubuntu laufen (bzw. eines wird gerade wieder formatier, aber wider Ubuntu installiert) Mein Problem ist, dass ich meist selber ersteinmal versuche bevor ich Fragen stelle, da mir die Unendlichkeiten der Linuxwelt jedoch noch zu undurchschaubar sind endet das meist in einem völligen gewuste und ich habe alleine in der letzten Woche ca. 4 mal formatiert um wieder ein "sauberes" und "unverschandeltes" Ubuntu auf dem System zu haben, gerade erst aktuell läuft die Formatierung meines Desktop Pcs weil es mir nicht gelang die Grafiktreiber zu installieren und nachdem Wust an Versuchen die ich unter zu Hilfenahme von Wiki und Forum getätigt habe war das System extrem unstabil geworden und Anwendungen die vorher klappten schmierten in schöner regelmäßigkeit ab oder andere Tools ließen sich erst gar nicht mehr starten. Ich habe das Gefühl, dass Linux doch recht sensibel auf den DAU reagiert und da auch die ständigen Formatierungen irgendwie nervig sind meine Frage an Euch: Wie soll man am besten vorgehen? Leider habe ich nicht das Glück in meinem Bekannten- oder Freundeskreis einen Linuxkenner zu haben und bin daher voll auf die Try-and-Error-Methode angewiesen (was wie beschrieben in einem Formatierungsmarathon zu enden droht). Ich versuche mich schon wortwörtlich an Wiki Anleitungen und Forenbeiträge zu halten, tippe jeden, für mich noch so kryptischen, Befehl ab und wundere mich immer wieder wie in 75% der Fällen, nichts oder nicht das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Gibt es irgendeine Methode das System bzw. den Nutzeraccount so zu sichern dass man bspw. durch installieren von Paketen, Treibern oder sonstigen Einstellungen die nicht zur Formatierung gelangt sondern einfach sagen kann, stell den Status wieder her den ich mal hatte? Denn ich komme zwar Schritt für Schritt voran nur um dann am Ende wieder neu anfangen zu dürfen, das lässt auch meinen enormen Willen Linux endlich einmal (zumindest ansatzweise) zu beherrschen immer wieder in Frust enden. Liebe Grüße, Torben.
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Bauer87
Anmeldungsdatum: 21. August 2006
Beiträge: 1300
Wohnort: Wiefelstede
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Erstell dir eine Partition für dein Home-Verzeichnis. Dann kannst du die privaten Dateien und Einstellungen bei jedem Formatieren behalten. Wobei man eigentlich nicht formatieren braucht, das ist mehr so eine Windows-Angewohnheit. Zugegeben, neu aufspielen ist einfacher als reparieren, aber beides geht. Und wenn du dein Ubuntu nur "verschmutzt" hast, kannst du das in der Regel ignorieren. Naja, egal. Mach dir ne Home-Partition, das sollte das Hauptproblem zumindest lösen. Der Rest kommt mit der Zeit von allein.
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aasche
Anmeldungsdatum: 30. Januar 2006
Beiträge: 14259
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ja, das ist der klassische Weg: ein Teil der Festplatte fuer das System und ein anderer Teil fuer die Daten bzw. die "Eigenen Dateien" = das /home Verzeichnis. Dann kannst Du auch mal ein anderes Linux ausprobieren, und Deine Daten sind trotzdem noch da ☺ Eine Anleitung gibt es z.B. im Wiki: Partitionierung#head-37d6299a43cf9dcc0fa4e8a4ba2efd9e18433626 , Formatierung Empfehlenswert sind sogar drei Partitionen: eine fuer das System, eine fuer Swap und die dritte fuer Daten. Ueber die Groesse der Partitionen wird seit Generationen gestritten, die Angaben im Wiki sind ok. Als Dateisystem reichen ext3 bzw. swap aus, der Rest ist fuer Spezialisten mit besonderen Anspruechen. Erst ein Ruhe ueberlegen! Eine Neu-Partitionierung ist unter Umstaenden mit totalem Datenverlust verbunden. Braucht man gluecklicherweise auch nicht jeden Tag. viel Erfolg ☺
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droebbel
Anmeldungsdatum: 19. Oktober 2004
Beiträge: 5388
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weezerle hat geschrieben: Ich versuche mich schon wortwörtlich an Wiki Anleitungen und Forenbeiträge zu halten, tippe jeden, für mich noch so kryptischen, Befehl ab und wundere mich immer wieder wie in 75% der Fällen, nichts oder nicht das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann.
Daß Anweisungen im Wiki (außerhalb der Baustelle) nicht korrekt sind, kommt sehr selten vor. Statt zu tippen solltest Du kopieren, das eliminiert die wahrscheinlichste Fehlerquelle. Und dann kann es noch passieren, daß man (vor allem wenn wenn es um Hardware geht) schlicht nicht die richtige Anleitung benutzt.
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weezerle
(Themenstarter)
Anmeldungsdatum: 28. Januar 2007
Beiträge: 212
Wohnort: Potsdam
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Erstell dir eine Partition für dein Home-Verzeichnis. Dann kannst du die privaten Dateien und Einstellungen bei jedem Formatieren behalten.
Den Tipp hab ich bei meinem letzten Format beachtet, hab für /home ne eigene Partition gehabt, das ist schonmal ganz gut. Bleibt da auch nichts "im System" erhalten was evtl. (falls es von mir verhunzt wurde) Auswirkungen auf das neue System haben?
Daß Anweisungen im Wiki (außerhalb der Baustelle) nicht korrekt sind, kommt sehr selten vor. Statt zu tippen solltest Du kopieren, das eliminiert die wahrscheinlichste Fehlerquelle.
Das stimmt wohl, hab auch (fast) immer copy-paste gemacht, besondere Probleme hab ich hauptsächlich bei der Grafikkarte, die will einfach nicht, hab diesbezüglich auch jetzt nach dem erneuten Format mal ein Thread (http://forum.ubuntuusers.de/topic/71695/) eröffnet, da hab ich eigentlich alles 1:1 umgesetzt, theoretisch sollte also alles klappen, tuts aber nicht. Naja, aber ansonsten stimmts schon die Wiki hat mir bei den meisten Problemen doch sehr gut geholfen.
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aasche
Anmeldungsdatum: 30. Januar 2006
Beiträge: 14259
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Bleibt da auch nichts "im System" erhalten was evtl. (falls es von mir verhunzt wurde) Auswirkungen auf das neue System haben?
Doch, aber normalerweise ist das erwuenscht. Die Konfigurationsdaten vieler Programme landen in eigenen Verzeichnissen (.Programmname) und sind damit normalerweise unsichtbar. Wenn Du viel Pech hast, dann sorgt eine dort verborgene Programmoption fuer Probleme auch nach einer Neuinstallation. Dann macht es Sinn, sich die verborgenen Daten einblenden zu lassen und den zum bockigen Programm gehoerenden Ordner durch Umbenennen aus dem Weg zu schaffen. Wenn sich damit das Problem aus der Welt schaffen laesst, kannst Du den umbenannten Ordner auch loeschen.
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robotangel
Anmeldungsdatum: 15. Juli 2006
Beiträge: 276
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Als kleinen Tipp gebe ich für Einsteiger eigentlich so oder so immer die Linuxpaten an. Wiki ist ja schön und gut, aber Probleme sind öter individuell. Was ich mit meinen Paten(kindchen) schon hatte was innerhalb 1/2 h gelöst war hätte kein Forum gekonnt (man muss sich zwischendurch halt immer mal wieder nach einigen Infos erkundigen, die Einsteiger nicht so salopp geben können). Das ist schon (gerade für Anfänger) eine tolle Sache. Und wer mich bekommt hat schon direkt einmal Pech gehabt, da kommt er ohne sofort nach zwei Abenden ein _wirklich solides_ Grundwissen zu haben nicht mehr raus 😉
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weezerle
(Themenstarter)
Anmeldungsdatum: 28. Januar 2007
Beiträge: 212
Wohnort: Potsdam
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Hi, also von den Linuxpaten habe ich noch nichts gehört bisher, guter Tipp, das werde ich mir mal anschauen wenn ich wieder mehr Zeit habe, erstmal spannt mich die Uni etwas ein. Hört sich aber sehr interessant an. Im Moment laufen meine beiden Linuxsysteme erstmal recht gut, sicher das gibts noch einiges zu tun aber ich beschränke mich aus Zeitgründen erstmal ausschließlich auch die reine Nutzung der Systeme für Internet und Office ☺ Achja, eine riesen Aufgabe steht mir noch bevor (aus meiner Sicht) den Notebook (derzeit via WLAN wpa_supplicant) bei mir im "Heimnetzwerk" soll noch irgendwie für das VPN der Uni fertig gemacht werden, habe dazu einiges an Material zusammengesammelt und dann wirds die Tage mal in die Uni gehen zu probieren ☺ Dank für die Tipps, Gruß, Torben.
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glasen
Anmeldungsdatum: 5. November 2004
Beiträge: 2690
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Also meine Empfehlung wäre erst einmal folgende : 1. Vergesse alles was du durch Windows gelernt hast, vor allem alle "geheimen Tips&Tricks", welche jede Woche in den einschlägigen Computerzeitschriften angepriesen werden. 2. Lies dir im Wiki den Einsteigerleidfaden durch. Du kannst aber auch jede andere Einsteigerliteratur für Linux lesen. 3. Mach dich mit den Konzepten und Begriffen eines Unix-Systems vertraut (z.B. Mountpoints, Rechtevergabe usw.). 4. Lerne den Desktop deiner Wahl erst einmal kennen und mache dich mit den Anwendungen vertraut (vor allem dem Paketmanager) 5. Taste dich langsam im System voran (Wie mounte ich von Hand eine CD, wie werden Gerätedateien gehandhabt, usw.) Kein Mensch verlangt von einem Neueinsteiger, das er das System in 2 Tagen auswendig kennt. Ich selbst benutze Linux jetzt schon seit über 10 Jahren und entdecke fast täglich etwas Neues. Von Windows auf Linux umzusteigen, ist so ähnlich, wie wenn man schon jahrelang Ski fährt kann und dann versucht Snowboarden zu lernen. Beides hat etwas mit Schnee zu tun und man hat ein Brett an den Füßen, aber das war es schon mit der Gemeinsamkeit.
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Tom-L
Anmeldungsdatum: 22. Oktober 2005
Beiträge: 1181
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Hallo, es gibt auch sehr gute Bücher zum Thema. Manche davon kann man auch online lesen, z. B. dieses sehr schöne Buch, das sich speziell mit Ubuntu beschäftigt und auch Grundlagen erläutert. Es lohnt sich aber m. E. auch durchaus, ein solches Nachschlagewerk als Buch zu hause im Schrank zu haben. Gruß, Tom
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weezerle
(Themenstarter)
Anmeldungsdatum: 28. Januar 2007
Beiträge: 212
Wohnort: Potsdam
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Danke für den Tipp Tom L, das Buch habe ich schon komplett durchgearbeitet. Ich bin gerade wiedereinmal vollkommen begeistert von meinen beiden Ubuntus, sie laufen zuverläsig, die ATI Karte hab ich installiert bekommen, viele neue Anwendungen habe ich kennengelernt und der Umgang mit dem System (ist zwar noch nicht annähernd sicher) wird spannender und von mehr und mehr Erfolgen gekrönt. Gerade eben habe ich bspw. einen (für meine ehemaligen Windows-Systeme zum Zwecke der WM'06 erworbenen) DVB-T Empfänger installiert bekommen. Wie so oft weiß ich zwar nicht genau wie, ich hab halt die Anweisungen aus diversen Foren bzw. Webseiten befolgt, aber es funktioniert... (ich hab ein paar Treiber ? o.ä. heruntergeladen, ein v4l - wo ich nicht weiß was es genau ist - mit make/make install eingebunden ? naja und wirklich ohne jegliche Probleme ließen sich dann mit Kaffeine die Sender finden und ich hab DVB-T auf Linux) Das wirkt sicher etwas chaotisch und unbeholfen, aber so taste ich mich halt Schritt für Schritt ran und experimentiere mit dem System, ihr glaubt gar nicht wie groß die Glücksgefühle sind wenn mal wieder (wie gerade mit dem DVB-T) etwas auf Anhieb funktioniert. Achja, hättet ihr für Linux Noobs eigentlich irgendwelche Zeitschriften-Empfehlungen? Ich bin da bspw. etwas blauäugig an die Sache ran gegangen und hab mir die aktuelle Ausgabe des "Linux Magazins" gekauft, da ist zwar einiges interessantes drin, doch es wird ein Vokabular verwendet das mir noch nicht so richtig vertraut ist ☺ Also meine Interessen liegen da eindeutig eher auf dem Privatnutzer und Anfängerbereich, naja und wenns ein Magazin gäbe welches eine Nähe zu Ubuntu hat wäre das natürlich das beste 😉 Liebe Grüße und tausend Dank (immer wieder) an diese tolle Ubuntugemeinde, Torben (alias weezerle)
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_dev_null
Anmeldungsdatum: 21. Februar 2007
Beiträge: 92
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hallo, ich denke deine annäherung an die linux welt ist ganz gut...😉 kalr ist manches frustrierend, aber man lernt immer weiter und scheinbar bist du ja einer, der nicht an den eingetrichterten fensterbetriebssystemprinzipien festzuhalten versucht, sondern sich gerne der herausforderung stellt. wichtig bei deinem vorgehen ist, dass du dir die funktionierenden wege gut merkst. mit der zeit verstehst du immer besser, was du eigentlich machst. was sicher hilfreich ist ist der tip mit dem paten, falls du nicht jemanden aus dem bekanntenkreis als mentor findest. es ist ja meist so, dass leute aus der "community" (und dazu rechne ich alle nutzer von oss projekten jeglicher art) gerne ihr wissen weitergeben und helfen wo sie können. des weiteren ist es für den anfang sicher auch wichtig, dass du die grundelegenden strukturen des verzeichnisbaumes kennst. wo ist was versteckt und so weiter... je nach allgemeinen computermässigen und programmiertechnischen vorkenntnissen hilft dir vieleicht schon sowas viel weiter: http://www.oreillynet.com/linux/cmd/ deine angst vor dem fachjargon solltest du aber schnellstens ablegen!😉 an das vokabular gewöhnt man sich schnell und es ist recht hilfreich. für mich ist immer noch die shell zentral (hast du ja scheinbar auch schon erfahrungen damit gemacht). die schell ist imho eine art schlüssel alles systemen, die auf einem unix ähnlichen konzept aufbauen. dazu musst du nue einige wichtige kommandos und programme kennen und dann gehts ab, die shell rockt mächtig! mit den man pages findest du z.b. sehr schnell hilfe, wenn man sich mal an den "jargon" gewöhnt hat. den windows jargon hat man sich ja schliesslich auch angeeignet. mit dem entsprechenden jargon ist es auch einfacher sich helfen zu lassen! so... gl und hf...
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elendil
Anmeldungsdatum: 13. April 2005
Beiträge: 10506
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Hi weezerle, wenn Du interesse an Linux-Zeitschriften hast, dann empfehle ich Dir 'Linux-User'. Hier werden hauptsächlich Linux-Desktop-Themen behandelt und es ist auch für Anfänger verständlich. Das von Dir gekaufte 'Linux-Magazin' ist eher was für den Bereich Server und Netze. Gruss Andreas
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