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Unix auf dem Desktop

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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Tar0n

Anmeldungsdatum:
21. Juni 2007

Beiträge: 447

Ich habe mir vor kurzem PC-BSD 9.0 (RC2) angesehen, das ist ein auf FreeBSD basierendes Betriebssystem mit KDE (oder LXDE) und einem hauseigenen Binärinstallerformat namens PBI. Die Bedienung war durchaus intuitiv, die komplette Hardware samt WLAN wurde out of the box erkannt und tatsächlich kann man das ganze bedienen, ohne das Terminal benutzen zu müssen.

Programme wie Opera oder Skype gibt es auch fertig auf pbidir.com und die üblichen Open-Source-Programme sind sowieso fast alle für FreeBSD/PC-BSD portiert; Flash ist sogar vorinstalliert. Insofern steht PC-BSD quasi auf dem gleichen Niveau der Anwendbarkeit wie eine beliebige Linux-Distribution, die sich an Anfänger richtet.

Daneben gibt es seit kurzem auch die Projekte GhostBSD (FreeBSD mit Gnome) und GNOBSD (OpenBSD mit Gnome), sowie OpenIndiana oder NexentaOS, beide basierend auf Solaris (bzw. dem Fork Illumos, wenn ich das richtig verstehe).

Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist, ob sich so ein System überhaupt durchsetzen könnte, also einen größeren Nutzerkreis sammeln kann. Letztendlich gibt es für den Desktopuser keinen echten Vorteil, ein BSD oder Solaris zu benutzen statt einem Linux, selbst wenn die Benutzerfreundlichkeit auf dem gleichen Niveau eines Ubuntu, Opensuse, Fedora oder Mandriva sein sollte. Dafür ist aber letztendlich die vorhandene Software und die Hardwareunterstützung geringer, auch wenn die wichtigsten Anwendungen abgedeckt sind.

Da Linux die echten Unix-Systeme schon auf dem Servermarkt in Bedrängnis bringt, frage ich mich außerdem, ob es für diese Systeme überhaupt noch eine Zukunft geben wird (langfristig), oder ob sich der Markt nicht auf Windows, Linux und Mac konsolidieren wird, von einigen Liebhabersystemen vielleicht mal abgesehen (es gibt ja schließlich auch noch den OS/2-Nachfolger eComStation, oder das "Open-Source-BeOS" Haiku, aber messbare Marktanteile haben die nicht und werden sie garantiert nie kriegen).

PS: Mac OS X zählt nicht, auch wenn unter der Haube FreeBSD steckt.

Blubbie

Anmeldungsdatum:
5. Januar 2011

Beiträge: 186

Man ist viel cooler, weil es weniger Leute nutzen als Linux 😉. Außerdem nutzen ja nur so wenige Leute BSD, weil sie es nicht kennen, es ist natürlich viel besser, schneller und sicherer als Linux.

k1l

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22. September 2006

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Den "normalen User" überfordert doch schon die Auswahl bei Windows: Ultimate? Home? Pro? 64bit? Da ist der "Linux-Dschungel" noch unübersichtlicher ohne den BSD kram.
Ich glaube nicht, dass sich das durchsetzt.

user_unknown

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10. August 2005

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ob sich so ein System überhaupt durchsetzen könnte, also einen größeren Nutzerkreis sammeln kann.

Tja, da wird der eine schwammige Begriff mit dem anderen erklärt. Was ist ein größerer Nutzerkreis? Größer als heute?

Wenn die Systeme heute mit kleinerem Nutzerkreis existieren, wieso dann nicht morgen?

Tar0n

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
21. Juni 2007

Beiträge: 447

Nimm dir mal das Beispiel PC-BSD. Das wird von Profis gemacht und ist an den Allerweltsanwender und ausdrücklich auch Anfänger gerichtet. Aber benutzt es eine größere Zahl der Zielgruppe tatsächlich im Alltag? Oder ist das nicht eher auch bloß anderen Profis und bisherigen BSD-Anwendern bekannt? Demnach wäre das ganze für die Entwickler auf die Dauer etwas frustrierend, dass zwar alle zu ihrem Produkt sagen "Aha, ja, gut gemacht", aber keiner ist ernsthaft interessiert, das Ding auch zu benutzen.

nightsky

Anmeldungsdatum:
20. Januar 2011

Beiträge: 312

Tar0n schrieb:

Nimm dir mal das Beispiel PC-BSD. Das wird von Profis gemacht und ist an den Allerweltsanwender und ausdrücklich auch Anfänger gerichtet. Aber benutzt es eine größere Zahl der Zielgruppe tatsächlich im Alltag? Oder ist das nicht eher auch bloß anderen Profis und bisherigen BSD-Anwendern bekannt? Demnach wäre das ganze für die Entwickler auf die Dauer etwas frustrierend, dass zwar alle zu ihrem Produkt sagen "Aha, ja, gut gemacht", aber keiner ist ernsthaft interessiert, das Ding auch zu benutzen.

Die Frage ist doch, was sich in Zukunft ändert. Schließlich gibts die Projekte ja seit Jahren, und der Punkt mit der geringen Nutzerzahl schien nie jemanden zu stören. Warum also Morgen?

Tar0n

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
21. Juni 2007

Beiträge: 447

Das ist letztendlich nicht vorhersehbar. Es gibt schon in der Linux-Welt eine Vielzahl kleinerer Distributionen, an denen recht wenig Leute mitarbeiten, und die deshalb früher oder später aus Lustlosigkeit eingestellt werden.

Die Frage ist vielmehr, ob es überhaupt einen Bedarf geben könnte, Unix statt Linux zu benutzen.

nightsky

Anmeldungsdatum:
20. Januar 2011

Beiträge: 312

Tar0n schrieb:

Das ist letztendlich nicht vorhersehbar.

Naja, die Entwicklung von einem einzigen Projekt mit wenig Anhängern ist nicht vorhersehbar, das stimmt. Aber warum plötzlich alle Unix Entwickler die Frustration merken und reihenweise ihre Arbeit einstellen sollten geht mir nicht so ganz rein.

Die Frage ist vielmehr, ob es überhaupt einen Bedarf geben könnte, Unix statt Linux zu benutzen.

Ich wüsste nicht, warum. Vielleicht kennt ja jemand hier schlagende Vorteile. Meine Kontakte zu Unix haben sich recht schnell im Sande verlaufen....

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