Ich habe mir vor kurzem PC-BSD 9.0 (RC2) angesehen, das ist ein auf FreeBSD basierendes Betriebssystem mit KDE (oder LXDE) und einem hauseigenen Binärinstallerformat namens PBI. Die Bedienung war durchaus intuitiv, die komplette Hardware samt WLAN wurde out of the box erkannt und tatsächlich kann man das ganze bedienen, ohne das Terminal benutzen zu müssen.
Programme wie Opera oder Skype gibt es auch fertig auf pbidir.com und die üblichen Open-Source-Programme sind sowieso fast alle für FreeBSD/PC-BSD portiert; Flash ist sogar vorinstalliert. Insofern steht PC-BSD quasi auf dem gleichen Niveau der Anwendbarkeit wie eine beliebige Linux-Distribution, die sich an Anfänger richtet.
Daneben gibt es seit kurzem auch die Projekte GhostBSD (FreeBSD mit Gnome) und GNOBSD (OpenBSD mit Gnome), sowie OpenIndiana oder NexentaOS, beide basierend auf Solaris (bzw. dem Fork Illumos, wenn ich das richtig verstehe).
Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist, ob sich so ein System überhaupt durchsetzen könnte, also einen größeren Nutzerkreis sammeln kann. Letztendlich gibt es für den Desktopuser keinen echten Vorteil, ein BSD oder Solaris zu benutzen statt einem Linux, selbst wenn die Benutzerfreundlichkeit auf dem gleichen Niveau eines Ubuntu, Opensuse, Fedora oder Mandriva sein sollte. Dafür ist aber letztendlich die vorhandene Software und die Hardwareunterstützung geringer, auch wenn die wichtigsten Anwendungen abgedeckt sind.
Da Linux die echten Unix-Systeme schon auf dem Servermarkt in Bedrängnis bringt, frage ich mich außerdem, ob es für diese Systeme überhaupt noch eine Zukunft geben wird (langfristig), oder ob sich der Markt nicht auf Windows, Linux und Mac konsolidieren wird, von einigen Liebhabersystemen vielleicht mal abgesehen (es gibt ja schließlich auch noch den OS/2-Nachfolger eComStation, oder das "Open-Source-BeOS" Haiku, aber messbare Marktanteile haben die nicht und werden sie garantiert nie kriegen).
PS: Mac OS X zählt nicht, auch wenn unter der Haube FreeBSD steckt.