Neue Features programmieren macht den Entwickler mehr Spaß als Testen und Bugs fixen. Und wenn es kein Management gibt, das Wert auf QA legt, leidet die Qualität. Speziell unter Kubuntu 12.04 habe ich in nur 3 Tagen den Crashmanager öfter gesehen als in 2 Jahre Debian-Squeeze-Benutzung. Ich hatte mit einem KDE-Entwickler eine Diskussion über QA und Entwicklungsmethoden, die mich ernüchternt hat.
Dazu kommt, daß die Kontinuität vieler Projekte nicht gewährleistet ist und es keine Standards für die Qualifikation eines Open-Source-Entwicklers gibt. Cowboy Coding funktioniert halbwegs bei kleinen Projekten. Sobald diese aber wachsen und die Komplexität des gesamten Systems durch eine große Anzahl an Frameworks zunimmt, zeigen sich die Grenzen. Und die Menge an Software unter Linux hat zugenommen, außerdem gab es viele Wechsel in den Frameworks (Zb HAL, udev, systemd). Durch Eigenentwicklungen wie Mir macht Ubuntu die Sache leider nicht besser.
Sinnvoll wäre es, sich auf einheitliche Standards für ein Linux-Basissystem zu einigen. Wenn alle das gleiche Basissystem verwenden, kann das besser getestet werden und Bugs können besser nachvollzogen werden. Jeder Entwickler einer Anwendung, die ins Ubuntu-Repository kommt, sollte außerdem automatische Tests mitliefern, mit denen die Anwendung und ihre Integration in eine neue Ubuntu-Version getestet werden kann. Gut getestete Frameworks sollten bevorzugt und weiterenwickelt werden, anstatt das Rad neu zu erfinden.