Dieser Thread gehört zu diesem Hauptthread. Hintergrundinformationen und weitere Unterthemen siehe bitte dort.
Hier können folgende Fragen diskutiert werden:
Welche Möglichkeiten im Sinne tatsächlicher oder vorstellbarer Vertriebs- bzw. Verbreitungswege gäbe es, um Linux „unters Volk“ zu bringen?
Welchen Zusatznutzen, Services sowie (kostenlosen oder kostenpflichtigen) Support könnte man in diesem Zusammenhang bieten, um Linux attraktiver für aktuelle und potenzielle „Kunden“ zu machen?
Wie könnte man diese Ideen ggf. finanzieren?
Vertriebswege und Verbreitungskonzepte für GNU/Linux¶
Shop-im-Shop¶
lilith2k3 schrieb:
Was spricht denn gegen Crossmarketing? Quasi Ubuntu-Shop im Saturn?
Newubunti schrieb:
Ich stelle mir eine auffällige, gut durchdachte und von einem Linux geschulten Mitarbeiter betreute Linux-Ecke in einem Elektronik-Discounter vor. Die angestrebte Zielgruppe befindet sich dort ohnehin schon der Werbeaufwand zum Aktivieren der Grundaufmerksamkeit würde merklich schrumpfen.
Außerdem stellt man sich damit nicht auch gleich in absolute Konkurrenz zu den Discountern, sondern beteiligt sie am Geschäft, was strategisch sicherlich auch sinnvoller sein dürfte.
Ich finde durch so einen Corner hätte Linux überhaupt erst mal die Chance auch von einer breiteren Masse wahrgenommen zu werden. Ob die Wahrnehmung dann eine positive oder negative ist, hängt von der Gestaltung der Ecke ab. Aber es gibt schon mal ein Wahrnehmung.
Steffen_FG schrieb:
Aber man sollte auch die Bastelfraktion nicht vernachlässigen. Man könnte ja eine Art "Professional-Zone" einrichten, wo es auch alle Computerteile einzeln gibt - für diejenigen, die sich ihren Computer selbst zusammenbauen.
blind schrieb:
Wieso nicht bei ner größern Kette wie arlt z.B. anfragen? Im hiesigen Shop haben die mindestens einen Mitarbeiter der Ahnung von Linux hat. Da die sowieso Rechner ohne System anbieten wäre der Schritt ja nicht so groß. Wenn ich das nächste mal da vorbei komm werd ich mal fragen ob sie auch Rechner mit Linux anbieten, und falls nicht warum nicht.
Newubunti schrieb:
Könnte man Linux nicht in BIO-Supermärkten anbieten? Ich meine das Prinzip von ökologischem (Green-)PC und FOSS müsste sich doch ganz gut zusammen verkaufen lassen. Außerdem passt das Publikum dort eventuell ganz gut zu Linux: Das sind teilweise Leute, die sich immer auch ein paar Gedanken um Hintergründe machen. Da sind sicherlich auch welche dabei, die sich von FOSS überzeugen ließen, auch wenn das (zunächst) mit einer Einschränkung verbunden sein könnte.
"PenguinStores” / PinguinLaden / LinuxLaden¶
cuartetoclash schrieb:
Mal ne kurze Zwischenfrage in die Runde, auf das Thema "vorinstalliert" bezogen: Kennt ihr bzw. gibt es PC-Händler die nur Linux-PCs anbieten? Also z.B. vom Netbook bis hin zum Server? Rechnet sich das schon? Onlineshops gibts ja schon, aber echte Läden?
Solche Shops könnte man ja dann unter ein einheitliches Markenkonzept bringen, ohne dass sie wirklich eine Kette bilden müssten, beispielsweise "PenguinStore" 😉 und diese "Kette" dann z.B. künstlerische Events sponsern lassen etc. und so ins Gespräch bringen. Also ähnlich wie bei Apple, aber mit dem gewissen "Freiheit-Etwas". Begleitet z.B. durch virales Marketing über Youtube.
Vielleicht ist es ja noch zu früh dafür, aber vielleicht wenn mehr Android-Handys rauskommen? Die dürften da ja auch verkauft werden.
dreadnought schrieb:
"PenguinStores - ihr Partner für linux-basierte Systeme und Open Source Software"
cuartetoclash schrieb:
Man könnte es ja so machen wie ich vorhin schon mal kurz angedeutet habe. Kleine und mittlere unabhängige Computerläden, die mit Linux Erfahrung haben und bereit sind, auf diese Plattform zu setzen, in ein gemeinsames Markenkonzept integrieren, auch wenn die Läden selbst weiterhin unabhängig bleiben. Für den Anfang wäre das imho der einzige Weg, wenn kein Großsponsor auftaucht (wenn Canonical profitabel wird, z.B.).
dreadnought schrieb:
Nein, die Leute könne dort schon ganz normal arbeiten. Der "PenguinStore" steht nur für die dahinter liegende Idee. Man könnte sich auch ein Shop-im-Shop-System vorstellen, in der Art: "Dieser Laden ist Mitglied der PenguinStores". Der PenguinStore kann auch der Computerladen um die Ecke sein. Niemand schließt aus, dass dort neben Ubuntu-Rechnern, die in der "PenguinLounge" stehen (dort, wo man zusammen Kaffee trinkt 😉 ), auch Red Hat Serversysteme für professionelle Anwender verkauft werden, oder eben ein "EdelBuntu" inklusive 24/7 Supportpaket für die zahlungskräftigere Klientel, die sich das "gewisse Extra" an Service was kosten lassen will.
dreadnought schrieb: "Otto-Normal-Nutzer" sollte die Wahl haben, ob er
A) in einen anonymen Billigmarkt geht, wo er sich ein preiswertes (proprietäres) System kauft, um sich dann im Falle von Fehlern mit anonymen Hotlines rumschlagen zu dürfen oder
B) ob er in einen "Edel-Store" geht und sich dort einen Apple inklusive 24/7-Vor-Ort-Service kauft
C) (= der "dritte Weg") ob er in einen "PenguinStore" geht, wo er auf freundliche "Gleichgesinnte" trifft, die ihn moralisch aufbauen, wenn seine neue WLAN-Karte vom Mediamarkt nicht mit der aktuellen Version von Ubuntu harmoniert und die sich dann gleich mit den "aktiven" Entwicklern in Verbindung setzen, um das Problem zumindest für die Zukunft zu lösen.
billiejuh schrieb:
der "Kunde" dieses Shops braucht die entsprechenden Informationen, damit er eben nicht im Mediamarkt Hardware kauft die problematisch ist. Vielmehr sollte er sensibilisiert, bewusst Hardware zu kaufen und eben nicht jedes Sonderangebot. Es gibt bereits eine Menge Hardware die unter Linux stabil ihren Dienst tut und diese Info muss an den Verbraucher.
Der "Kunde" sollte auch zur Zusammenarbeit ermuntert werden, weil eben das Linux aus macht. MS ist für den anonymen Markt und Linux verfolgt eine andere Strategie. Ich möchte jetzt nicht auf die Philosophie von FOSS eingehen, sondern eher auf die praktische Zusammenarbeit mit und in Linux. Dieser Store sollte die entsprechenden Infos für die Nutzer liefern, evt ist es sogar möglich Anbieter von linuxkonformer Hardware zu gewinnen, die dann direkt Hardware liefern könnten.
dreadnought schrieb:
Vorstellbar wären z.B. store-eigene Terminals, an denen der Betreiber direkt und gemeinsam mit dem Kunden nach vorhandenen Problemlösungen sucht - da sieht der Kunde dann gleich, dass (und wo) es ggf. Hilfe gibt und kann zumindest mit einem beruhigten Gemüt nach Hause geschickt werden.
Natürlich müssten die P-Stores auch untereinander über eine Kommunikations-Plattform in Verbindung stehen, so dass gehäuft auftretende Probleme mit bestimmter Hardware beizeiten identifiziert werden können und ihnen in der Community dadurch eine entsprechend hohe Priorität eingeräumt wird. Das wäre auch eine Motivation für die Entwickler: wenn plötzlich in 300 P-Stores das gleiche Problem mit der gleichen Hardware auftritt, dann würde das einen großen Handlungsdruck (ggf. auch auf die Hersteller) ausüben.
PhotonX schrieb:
Man könnte Problemhardware auch einfach wieder aus dem Angebot rausnehmen. Wobei aber sowas nicht passieren würde, wenn man nur Hardware z. B. aus der Hardwaredatenbank im Wiki anbieten würde.
dreadnought schrieb: Da kommt mir ne Idee: Es gibt im Store eine Ecke mit "deprecated Hardware" - die nicht unter Linux funktioniert, und die dann zum Schleuderpreis Windows-Nutzern angeboten wird - so bekommt man auch noch potenzielle Umsteiger in den Laden! Zudem übt man gleichzeitig Druck auf die Hardware-Hersteller aus - denn wer will seine Produkte schon in der "Goofy Hardware Corner" sehen?
cuartetoclash schrieb:
Ich habe beim Googeln nach Linuxläden den hier gefunden. Also einer, der tatsächlich in einer Hamburger Galerie existiert (hat? Ist ja schon ne ziemlich alte Meldung...) und nicht nur im Internet.
Jetzt wäre es natürlich interessant, zu wissen, ob den jemand kennt, ob er noch existiert, wenn nicht, warum er gescheitert ist, mit welchen Problemen er zu kämpfen hatte, usw.. In Berlin (siehe weiter am Anfang) gabs ja anscheinend auch einen. Ich wollte noch mal nach ausländischen Läden gucken, hab aber dort bisher nur Onlinestores gefunden.
Linux-Café¶
Dr Schmoker schrieb:
So, jetzt die Alternative:
Keinen Store eröffnen, sondern so eine Art Cafè, wo man sich locker trifft. Die Kohle wird mit Getränken, Kuchen oder so verdient. Der Linuxtreff in der Stadt. Hier wird gefachsimpelt bis der Arzt kommt, viele Freiwillige sind da, hier und da gibt es kleineren Installationen usw. In einer Ecke gibt es auch einen Store. Überall stehen Linuxrechner mit den verschiedesten Distrubutionen zum Ausprobieren. W-Lan ist auch da. Es dürfen sogar Leute mit Windows oder Mac kommen.
Am Wochenende veranstaltet man Workshops
Wenn alles super läuft, kann man ja immer noch den leerstehenden Laden um die Ecke mieten.
cuartetoclash schrieb:
Gut, wollte mich noch mal zu dem Konzept "Café-Laden" äußern. Ich finde die Idee eigentlich nicht schlecht, da ein Gastronomiebetrieb ja auch kulturelle Veranstaltungen organisieren kann und damit auch "fachfremde" Kunden anzieht. Nehmen wir mal die (glaube ich schon irgendwo erwähnte) Jamendo-Party oder von mir aus Lesungen mit Dichtern, die unter CC-Lizenzen publizieren. Den örtlichen Wikipediastammtisch kriegt man sicher auch in die Kneipe 😉
Andererseits wäre zu bedenken, dass man eben bei einem solchen Konzept, wenn mans schlecht aufzieht, eben nur die anzieht, die sich sowieso schon für Open Source interessieren. Dafür gibts aber dann eventuell finanziell weniger Druck, wenn man bereits den Kundenkreis z.T. kennt und das ganze eher über Mund-zu-Mund-Propaganda aufzieht.
dreadnought schrieb:
Das Café-Laden-Konzept geht schon stark in die Richtung, wie ich es mir mal vorgestellt hatte: dreadnought schrieb: >Genau. Ich stelle mir einen PenguinStore als Ort der Begegnung vor, wo sich freie Menschen und Querdenker treffen, Kaffee oder Tee trinken, über FLOSS, Freiheit der Privatsphäre und soziale Verantwortung quatschen, sich an einem store-eigenen Linux-Terminal an einer Internet-Diskussion um offene Standards beteiligen, um sich dann für ein Treffen des lokalen Linux-Vereins am Wochenende zu verabreden.
Ich glaube ebenfalls, damit dieses Konzept aufgeht, muss etwas "mehr" geboten sein als in einem "normalen" Café oder Kulturtreff: Eben z.B. ein einheitliches Äußeres bzw. Inneres (man will ja mehr Leute erreichen, also vermutlich auch mehrere Läden/Cafés in mehreren Städten haben), die gleichen Merchandising-Produkte/Fan-Artikel (wie T-Shirts, Tux-Anhänger, bedruckte Taschen etc.), spezielle Getränke (z.B. Bionade & Co.), ein wieder-erkennbares (Partner-)Logo, kostenlose Internet-Terminals usw. - die Kunden sollten also immer ungefähr wissen, was sie erwartet, egal, in welcher Stadt sie sind.
Da sollte also schon ein einheitliches Grundkonzept dahinter stehen, das dann der jeweilige Laden/Café individuell ausgestalten kann - so ein bisschen wie die "Hardrock"-Cafés vielleicht... (erinnert sich jemand? Coole weltstädtische Cafés mit Devotionalien für musik-affine Leute). Was ich meine: Es muss schon ein gewisser "Lebensgefühl"-Faktor her, der auch für nicht-PC-affine Leute (z.B. die meisten Frauen) interessant ist - sonst lockst du eben nur wieder die "Freaks" und "Nerds" an.
stfischr schrieb:
Also dass mit dem Café ist bis jetzt wirklich die beste Idee ☺ weil es sich ohne größere finazielle Nachteile wie ein normales Internetcafé betreiben lassen würde. Und man muss halt die richtigen Kellner einstellen 😉 die dann, nachdem sie den Tee gebracht haben, dem User zeigen, wie er seinen Bluetooth-Stick einrichtet. Und je mehr Linuxuser sich dort hinfinden, umso größer wird die Zahl der mithelfenden User. In den meisten Fällen sprechen solche Établissement jedoch nur bestimmte Zielgruppen an. Meist junge Schüler/Studenten, da ist es schwierig andere Leute reinzulocken.
Und dank unserer deutschen Bürokratie, kann ich mir Vorstellen, dass es dann auch Probleme gibt, dort PCs zu verkaufen ☹
Einen deutlichen Unterschied, zu den Hardrock-Cafés gibt es doch noch. In die HR-Cs kommen die meisten Leute, um mal dort gewesen zu sein, nicht weil sie ein Problem mit etwas lösen wollen oder sich etwas neues anschauen wollen.
Weis jemand, welche Zielgruppen sich so in einem Internetcafé aufhalten? Nur Jugendliche oder auch andere Semester? Hab schon lange kein I-Net-Café gesehen gibts sowas überhaupt noch? Also wo ich wohne zumindest nicht.
Services & Support in PenguinStores & Co.¶
dreadnought schrieb:
Sarastro schrieb:
Da stimme ich burli zu. Es wird auch immer von Service und Beratung geredet, die man beim Pluto-Markt nicht bekommt, aber wer soll das alles bezahlen? Ich würde mal schätzen, dass man ca. 50€ die Stunde verdienen muss, damit sich die Sache rentiert. Wenn man sich also viel mit dem Kunden beschäftigen will, muss man ihm auch viel Geld dafür abknöpfen.
User helfen Usern - ist das nicht eins der Prinzipien von Linux? Das würde sich in so einem Laden-Café zumindest zum Teil von selbst realisieren, durch private Bekanntschaften, "User-helfen-Usern"-Aktionen usw. Wer mehr Support will, z.B. 24/7, zahlt eben auch extra. Und abgesehen davon: Wer sagt, dass ein Café 50€/Std. machen muss, damit es sich rentiert? Es kommt immer auf die Größe, Personalbestand usw. an.
Sarastro schrieb:
Ich bezog mich nicht auf das Café, die Idee finde ich interessant, habe aber auch hier meine Zweifel. Die 50€ bezogen sich auf die Ursprünglich Idee des Tux-Ladens und waren geschätzt. Eine suche nach PC und Stundensatz betätigt mir aber meine Einschätzung.
billiejuh schrieb:
Newubunti schrieb:
Kleine Läden haben nicht solche finanziellen Spielräume, d.h. das was sie machen, muss profitabel sein. Sie können es sich nicht leisten, etwas nicht so profitables über längere Zeit "mitzuschleifen".
Kleine Läden müssen auch immer mehr bieten. Nur halte ich es für sehr schwierig, dass auf so vielen Gebieten leisten zu können. Auf Windows als Geschäft kann so ein Laden nicht verzichten. Es ist aber schon sehr viel Arbeit alleine auf diesem Gebiet außerordentlich fit zu sein. Das jetzt auch noch zusätzlich für Linux mit den unterschiedlichen Distributionen zu leisten, halte ich für fast unmöglich.
klar müssen solche Aktionen profitabel sein für das Unternehmen. Ich glaube darum gehts auch nicht zwingend, sondern um entprechende Hardwareangebote auf denen Linux laufen kann und Service und Beratung rund um Linux. AM Verkauf der Hardware verdient der Laden, so oder so. Alle weiteren Services müssen sich dann erst entwicklen!
Newubunti schrieb:
Also aus meiner Sicht muss ein kundenfreundlicher Support auf alle Fälle von Anfang an gewährleistet sein. Denn sonst ist die Gefahr rech groß, dass der Kunde mit dem System nicht zurecht kommt und wieder zu Windows wechselt. Das kann man zwar letztlich sowieso nicht ganz ausschließen, aber einfach nur Linux-Computer verkaufen und dann mal den Support zu entwickeln wäre in der Hinsicht schon kontraproduktiv.
lounge.mark schrieb:
...dann stellt man mit eben diesem Kunden die HW zusammen, hört sich seine SW Wünsche an, lässt sich den PC anzahlen und gibt ihm einen Fix-Termin, wann die Kiste komplett fertig zur Abholung und Restzahlung bereit steht.
Bietet ihm aber auch einen Service der Aufstellung in den Räumen an (kostenfrei), inkl Einrichtung des Netzwerkes.
Wenn DIESER Kunde dann 100% zufrieden ist, werde weitere folgen
Ich würde aber auch noch CentOS und Debian mit in den Umfang aufnehmen, die sich als rock-solid auszeichnen. Grade Kunden, die nicht alle 6mon wieder auf ein weiteres Release springen wollen, sollten solche Optionen haben. (Ich hab das Thema jeden Tag aufs neue bei Kunden)
lounge.mark schrieb:
stfischr schrieb:
Naja Autos sind nicht direkt vergleichbar. Apple hat genau 1 Version ... Und Microsoft auch nur eine (mit minimalen Veränderungen auch mehrere)
Doch, das ist sehr wohl vergleichbar, denn es geht um Vielfalt und Angebot.
Apple hat im übrigen auch mehrere Produkte, so dass man im Laden alles sehen will. Hätte der Apple Store nur den Air im Laden, würde ich weitergehen und woanders schauen. Steht neben dem Air aber noch ein MacBook sieht das schon anders aus
Das Problem ist, dass dann der Supporter mit allen Distros wirklich gut vertraut sein muss und immer aufm neusten Stand. Das ist einfach unmöglich in nem kleinen Laden. Das würde in nem großen Linux-Store anders aussehen. Mehrere Supporter, jeder kann sich auf andere Distros spezialisieren.
Quatsch, das ist nicht unmöglich. Es ist bsp MEIN täglich Brot, also tatsächlich machbar. Ich muss dem Kunden auch mehrere Optionen bieten mit allen Stärken und Schwächen, denn nur so erscheine ich kompetent in dem, was ich tue. Ich denke, du willst dich mit dem Laden abheben? Es gibt die Möglichkeit genauso planlos und überfragt zu wirken wie bei Saturn-Karstadt-etc, oder du hast Ahnung von deinem Job und überzeugst auf breiter Front. Such dir selber aus, wofür du stehen willst und dann schau mal, wie gross der Aufwand ist.
Zusatzservices¶
stfischr schrieb:
Man könnte, wenn die Linux-Läden groß genug sind, Schulungen anbieten. So nach dem Motto "Knowing your System" wo so Sachen erklärt werden wie installieren von Anwendungen etc. Halt vor Ort mit 1-2 Servicmitarbeitern, die Liveunterstützung geben. Oder/Und auch fortgeschrittenen Kurse wo es um so Sachen geht wie selbst Kompilieren, Terminal benutzen undsoweiter.
Man könnte praktischen VNC/ssh Fernwartungsservice anbieten. Desweiteren währe es möglich, das user (gegen entsprechendes Geld) ihr /home auf dem Linux-Laden-Server backuppen (geiles wort 🙄 ) und wenns probleme mit Soft/Hardware gibt, kommt der Ersatzcomputer startfertig mit allen eigenen dateien.
dreadnought schrieb:
Das ist bei näherer Betrachtung eine... SEHR gute Idee! 👍 Das ist völlig neu, sowas gibt's im Home-User-Bereich noch nicht. Allerdings bekommst du dann natürlich Probleme in punkto Datenschutz, Privatsphäre, Gewährleistung etc. Da müsste dann eine sehr ausgefeilte Vertragsgestaltung her.
JoschiC schrieb:
... ein Linux-Laden-Server... fertige PC's mit den eigenen Dateien, der eigener Software die man schon immer benutzt hat, die gleichen einstellungen..... stell dir vor, jemand arbeitet mit Linux 5 Jahre lang (natürlich zur vollsten Zufriedenheit), dann braucht er (Der Grafiker, oder Video-Editor z.B.), einen neuen PC weil eben gerade Blender 5.0 (wegen einem geilem neuem FreeMovie) rausgekommen ist, und die alte GraKa unterstützt kein OpenGL 3.5, und er kriegt den neuen PC wie er seinen alten abgegeben hatte, aber die Software ist auf den neuesten Stand gebracht, läuft ca. 10 mal so schnell (gefühlt) und es gibt keine Probleme mit dem PC........... Es wäre so geil... Der Support für X-Betriebssysteme würde so viel Spass machen... doch leider kriecht da ein Gespenst rum... der Heisst mikrosoft, mikroweich, und alle lassen sich mikroweich kriegen.... aus vom Traum.....
stfischr schrieb:
Hatte mehr so an verschlüsseltes Backup gedacht, am besten man verschlüsselt bei den Kunden standardmäßig /home und somit auch das Backup mit dem gleichen Passwort. Der Nutzer merkt nix davon und die Supporter haben keinen Zugang ohne Passwort. (aber sie brauchen natürlich Zugriff auf die Liste der installierten Programme)
Ein Harken gibts da noch und der nennt sich upload ☹ is mir jetzt erst aufgefallen, das es ja ewig dauern würde, wenn der Kunde nen 8GB dvdFilm auf die Platte zieht, dann muss er Wochen warten, bis das Backup wieder syncron ist ☹
underwood schrieb:
Btw. ist die Idee mit dem Backup-Server imho genial. Das könnte ein Punkt sein, bei dem sich ein Linux-Laden von sonstigen Computer-Läden abhebt. Allerdings ist diese Sache auch nicht sehr trivial, vermutlich kann man mit einem weiteren Brainstorming diesbezüglich noch einen Thread vergleichbarer Länge füllen.
dreadnought schrieb:
Was ich mir vorstellen könnte, wäre z.B. eine Kooperation mit einer großen Server-Hosting-Company, die dann z.B. Dedicated / Managed Server anbietet, auf denen man die Backups fährt. Damit wäre zumindest der Sicherheitsaspekt ausreichend abgedeckt: Professionelles Hochsicherheits-Rechenzentrum, regelmäßige Replikation usw. Am besten wäre es natürlich, die Stores würden so ein Zentrum gemeinsam aufbauen und betreiben, aber da hat man natürlich wieder das Problem der hohen Anfangsinvestition...
stfischr schrieb:
JoschiC schrieb:
DVD-Filme gehören auf einen Media-Center oder auf einen MythTV Backend
Nicht unbedingt, bearbeiten, rippen, erstellen ... Mir gings auch mehr darum, das man schnell mal große Dateien aufm Rechner hat.
und auch wenn es so wäre, warum denn Wochen? ... der Kunde kriegt den PC fertig konfiguriert ... ausserdem, 8 Gb in Zeiten von DSL sind ca. 5 Stunden...
Mein Upload bei 2000 DSL 224 kBit/s = 27 KiB/s das mach bei 8 GiB 85 Stunden = 3,5 Tage = zu langsam ☹ Eventuell ließe sich da was mit ner lokalen Lösung machen, aber auf diesen Superservice mit dem Komplettbackup des /home + Liste der installierten Programme sollte man nicht verzichten, das währe ein relativ leicht zu verwirklichendes Alleinstellungsmerkmal.
Eventuell könnte man den Upload auf die Liste der inst. Progs. + Configdateien beschränken und beim Kunden (lockal) nen gespiegeltes (+ rotierendes) Backup vom /home machen.
Kooperationen, „Non-Profit-Franchising“¶
dreadnought schrieb:
Genau: Es geht um geschickte Kooperationen, natürlich auch mit größeren Firmen, um Wissens- und Interessenbündelung (Stichwort Einkaufsgenossenschaften etc) und um die bewusste Positionierung nicht gegen aber parallel zum (gedanken- und ideenlosen) Mainstream! Details und Ansätze siehe weiter oben. Zur Anfangs-Marketingstrategie (hohe Anfangsinvestitionen usw., das hat Martin ja schon ganz gut beschrieben) mach ich mir selbst noch Gedanken.
cuartetoclash schrieb:
Will nicht abschweifen, aber ein paar interessante Artikel zum Thema "Linux/Open Source und Finanzkrise":
Profitiert Open Source von der Finanzkrise? (Zumindest behauptet das der Chef von Red Hat)
Im Artikel Finanzkrise als Chance für Open Source gehts ums selbe Thema. Ein Zitat aus dem Artikel:
In zwei Wochen findet auf der Wall Street ein Linux-Event des Konsortiums statt, das laut Zemlin (Anm: Geschäftsführer der Linux Foundation) bereits ausgebucht ist. „IT-Verantwortliche wissen, dass Open Source ihnen dabei hilft, ihre Ressourcen für wichtige Bereiche zu bündeln, bei denen man nicht einfach Kosten senken kann.“ So käme man beispielsweise auch in Zeiten von knappen Budgets nicht umhin, in effektive Sicherheitslösungen investieren.
Diesen Aspekt müsste auch ein "Pinguinladen" ausnutzen, d.h. auch Unternehmen in den Kundenkreis einbeziehen, die vor diesen Problemen stehen.
dreadnought schrieb:
Wenn Du genau liest, dann ist man sich ja noch nicht einig darüber, ob ein selbständiger Shop oder ein "Shop im Shop".
Eben. Vorstellbar wäre schon mal die vorgeschlagene Kooperation aller bisherigen kleinen und mittleren Läden, die (auch) Linux vertreiben und die sich unter dem Dach der "PenguinStores" zusammenschließen, Einkaufsgenossenschaften betreiben usw. - alles schon oben erwähnt. Das Promo-Material muss natürlich von einer zentralen Instanz kommen. Hier könnte man sich eine Art "Non-Profit-Franchising-System" vorstellen, bei dem die Linux Foundation, Canonical oder andere Organisationen einheitliche Werbematerialien mehr oder weniger zum Selbstkostenpreis (da ja non-profit) den angeschlossenen Läden zur Verfügung stellen, welche dann wiederum einen Teil ihrer (Penguin-)Umsätze an die Gemeinschaft zurückführen, um weitere Werbemaßnahmen zu finanzieren, die allen zugute kommen.
Letzten Endes läuft es bei McDonald's und ähnlichen Systemen genauso - wobei ich das natürlich nicht als Vorbild für Linux verstanden wissen möchte. 😉 Das funktioniert auch bei vielen Öko-/Bio-Labels ähnlich.
Wie gesagt, die zentrale Instanz sollte Non-Profit sein, um auch über die "Ideale" der Community wachen zu können und eine "totale Kommerzialisierung" zu vermeiden. Und diese zentrale Instanz kümmert sich auch um die Kooperationen mit anderen Non-Profit-Organisationen, um die richtigen Werbeträger (siehe z.B. die hübschen Frauen oben) und das entsprechende Auftreten nach Außen. Gleichzeitig steht sie den kleineren Läden beratend in allen finanziellen, marketingtechnischen und rein technischen Belangen (welche Hardware nehmen etc.) zur Seite.
Geissbock schrieb:
Vielleicht sollte man das ganze kleiner anfangen und auf vorhandene Infrastruktur aufbauen.
Bei uns gibt es einen kleinen PC Laden mit guter Beratung. Dort werden aber nur Windows PC's verkauft, da niemand nach Linux fragt.
Wenn der Laden im Schaufenster irgend so ein Ubuntu Partner Logo oder so was ähnliches hätte und im Laden einen laufenden Rechner, damit die Leute sofort Linux asuprobieren können, dann kann ich mir vorstellen das einige Leute auch Linux nehmen würden. Dem Shop müssten dann Werbematerialien und vielleicht ein paar Flyer oder Faltblätter zur Verfügung gestellt werden auf denen kurz Linux erklärt wird.
Solch kleine PC Läden gibt es doch in jeder Stadt und in genau so Läden gehen Leute die beraten werden möchten. Wenn man genau dieses Leute zeigt was Linux alles kann, z.B. Office Paket inkl. und die gute Beratung im Shop, dann werden sicher einige ein Linux System wählen.
Finanzierung / Vorleistung¶
lilith2k3 schrieb:
Der einzig wirklich unsichere Punkt, den ich derzeit erkennen kann, ist lediglich die Finanzierung.
lounge.mark schrieb:
Ihr vergesst bei der ganzen Sache etwas. WER tritt denn in Vorleistung und finanziert eure Ideen? Welcher Hersteller geht denn grade in der heutigen Zeit ein derart grosses finanzielles Risiko ein und plaziert entsprechende Läden? Vor allem sollte solch ein Shop in jeder grösseren Stadt sein, um überhaupt genügend Interessierte anzusprechen.
Euer Vorhaben in allen Ehren, aber wäre es nicht so langsam mal an der Zeit, dass sich eine Art Arbeitsgruppe zusammensetzt, die Ideen bündelt und damit geschlossen an die evtl. Unternehmen heran tritt in der Hoffnung auf Zuspruch und Kohle? Ansonsten wird der Thread irgendwann 250 Seiten haben, ohne Ergebnis ☺
Newubunti schrieb:
Wie wird die breite Masse - die für mich grundsätzlich noch im Elektronik-Discounter kauft - auf diesen Shop aufmerksam? Das erfordert aus meiner Sicht einen sehr hohen Werbeaufwand. Außerdem ist so ein Shop auch sehr kostspielig. Er muss ja dort liegen, wo die Masse auch hingeht. Und die Masse bewegt sich dort, wo die Gewerbemieten eher teuer statt günstig sind. Der reine Linux-Laden ist also eine sehr schöne Wunschvorstellung und vielleicht auch geeignet als Endziel aber in der Anfangsphase eher nicht oder nur mit sehr hohem Risiko finanzierbar.
burli schrieb:
Newubunti schrieb:
Ich stimme diesem Einwand zu - der ja hier nicht neu ist. Der Laden ist im Moment einfach zu kostspielig. Bei der "Shop im Shop" Lösung gilt m.E. im Prinzip das gleiche, wenn das auch schon ein Stufe billiger sein könnte.
Ich rede noch nicht mal von Kosten. Ich will damit nur zeigen das man selbst mit einer derartig flächendeckenden Aktion nur einen Bruchteil der Bevölkerung erreicht. Das einzige, was man hoffen könnte, wäre das die Medien darauf aufmerksam werden und die ganze Aktion ein paar Tage durch die Medien geht.
uli2 schrieb:
Was uns im Grunde fehlt, ist der Hardware-Mark-Shuttleworth, d. h. jemand, der von Linux überzeugt ist und in die Idee einer Linux-Ladenkette einige Millionen EUR investiert, wobei das natürlich kein großzügiges Geschenk an die Linux-Community sein muss, sondern sich langfristig durchaus rechnen sollte. Das wäre zumindest ein besserer Ausgangspunkt als der kleine Idealistenladen mit einem Startkapital von 50.000 EUR. Aber dafür ist die derzeitige Wirtschaftssituation wohl nicht ideal.
uli2 schrieb:
Es sind diese Feinheiten, die die Personalkosten für Beratungsgespräche bei einem P-Store enorm in die Höhe treiben können. Wenn ein Mitarbeiter mit dem Kunden 1 Stunde in irgendwelchen Foren nach einer Lösung sucht, entstehen nun mal Kosten von mindestens 50 EUR, deshalb würden sich ja die großen PC-Läden niemals auf so etwas einlassen. Ich glaube, wir können nicht davon ausgehen, dass für den P-Store alle kaufmännischen Regeln außer Kraft gesetzt sind und die Mitarbeiter nur aus Idealismus dort arbeiten.
dreadnought schrieb:
[Edit] @uli2: Ich verstehe deinen Punkt, ganz Unrecht hast du da natürlich nicht. Wie gesagt, geht es um die richtige Mischung aus kaufmännischem Verhalten, Idealismus und Verweis auf die Community. Wenn ein User mit Beschwerden über seinen alten (für sein Windows-System gekauften) Scanner, der nun nicht mehr richtig funktioniere, in den P-Store kommt und Stress macht, muss man ihn natürlich (nach dem Verweis auf die Community) höflich aber bestimmt darauf hinweisen, dass das letzten Endes nicht das Problem des P-Stores ist, sondern dass er/sie sich bitte an den zuständigen Hersteller bzw. die damalige Bezugsquelle wenden möge. Ein geschickter Verkäufer würde den Kunden/die Kundin dann natürlich gleichzeitig darauf hinweisen, dass man gerade seit Kurzem einen neuen - und natürlich kompatiblen! - Scanner im Angebot habe ("Vielleicht sollten Sie sich einfach überlegen, ob es nicht ohnehin Zeit für einen neuen Scanner wäre? Damit würden Sie sich sicher viele Unannehmlichkeiten ersparen... *schwups*, ein Geschäft mehr! ☺ )
lounge.mark schrieb:
lilith2k3 schrieb:
Es wäre IMHO sowieso klüger sich (lediglich) auf den Privatanwender zu konzentrieren - für den Unternehmensbereich sorgen schon andere. Mehr oder weniger hat man da den Eindruck, daß der kleine Anwender um die Ecke für die Großen Fische uninteressant zu sein scheint.
Der Privatanwender spült aber kein Geld in die Kassen, wie der Weltraum-Mark mitlerweile ja auch merkt. Die Unternehmen sind es, die man locken sollte. Ich hab das schon x-mal erlebt, dass ein Mitarbeiter eines migrierten Unternehmens mich dann privat kontaktierte mit dem Wunsch, auch einen Pinguin sein eigen nennen zu können.
Nein. Sich auf den Privatkundenmarkt zu beschränken halte ich für klüger, als sich an Unternehmen zu überheben.
Der Privatanwender spült aber kein Geld in die Kassen, wie der Weltraum-Mark mitlerweile ja auch merkt. Die Unternehmen sind es, die man locken sollte.
Das kommt daruaf an, wie Deine Geschäftsphilosophie lautet. Wenn irgendwann der Break-Even erreicht wird, kann man sich immer noch Gedanken machen über die Zukunft des Stores. Aber vorrangig sollte wichtig sein, daß erstmal so einen Laden, bzw. so eine Kette auf die Beine gestellt wird. und wenn sie dann noch kostendeckend arbeitet, kann man weitersehen. Beim Pluto/blödmarkt ist die Situation ja eine andere. Die arbeiten ja schon mehr als kostendeckend und sind an höheren Gewinnen orientiert. Das "Problem" stellt sich erst nach Jahren für einen PenguinStore.
Geissbock schrieb:
Ich glaube so lange kein großer Konzern wie canonical hinter der ganzen Aktion steht, hat das ganze wenig Chancen Erfolg zu haben. Es muss eine Menge Geld alleine für Werbung investiert werden, damit die Leute erstmal erfahren das es überhaupt Linux gibt. Es müssen Anzeigen geschaltet werden, so das der Name ubuntu bzw. Linux in der Presse präsent ist und von den Leuten auch wahrgenommen wird.
Finde die Plakataktion von Canonical nicht schlecht. Da steht auch ein Slogan drauf den ich ziemlich gut finde und der es auf den Punkt bringt
Ungültiges MakroDieses Makro ist nicht verfügbar
lounge.mark schrieb:
lilith2k3 schrieb:
Das kommt vorallem auf die Kosten an, ob sich sowas trägt oder nicht. Pauschal zu sagen: das trägt nicht, halte ich für ein wenig vorschnell.
Ein "Nur-Privatkunden" wird sich nicht tragen. Schau dir mal die Margen an, die in den Discountern herrschen. Gewinn ist da fast lachhaft. Um also den Laden und das drumherum finanzieren zu können, bedarf es mehr, als nur den Otto Normalverbraucher mit einem neuen Rechner zu beglücken.
Einige?
Ganz viele 😉 Unter 50 Rechner-Migrationen bzw Neuinstallationen läuft bei mir nur die Nase, aber sonst nichts, um mal eine Zahl in den Raum zu werfen.
dreadnought schrieb:
Ein Linux/Penguin/UbuntuStore könnte seine Anfangsinvestitionen zum Beispiel auch (zum Teil) aus Spenden decken: Die „zentrale Instanz“ (Canonical oder die Linux Foundation) stellt den angeschlossenen Stores kostenloses oder günstig zu beziehendes Material wie Banner, Logos, Aufkleber für die Rechner, T-Shirts für die Mitarbeiter, Bonbons für die Kleinen und Giveaways für die Großen zur Verfügung. Und warum sollten die „Supportmitarbeiter“ nicht auch mal unentgeltlich in ihrer Freizeit alten, behinderten, oder sozial benachteiligten Menschen beim Einrichten ihres Systems helfen? Gesellschaftliches Engagement und Geldverdienen müssen sich nicht immer ausschließen. Auch bei Greenpeace oder Amnesty gibt es Hauptberufliche.
Linux in Schule & Bildung / Linux-Vereine¶
Newubunti schrieb:
billiejuh schrieb:
Aber ich denke trotzdem, dass Schulen zu der Zielgruppe von Linux gehört. Netzwerklösungen lassen sich mit Linux sehr rasch und effizient erstellen, insbesondere da diese Schulnetzwerke nicht eine so große Nutzerzahl hat (<100).
Also ich sehe es sogar als Pflicht an, dass der Bereich Schule von Linux mitbesetzt wird - was ja wie angedeutet auch schon teilweise geschieht. Denn letztlich gilt: "Was Hänschen lernt...". Allerdings kann ich mir vorstellen, dass hier den Lehrern noch unter die Arme gegriffen werden muss. Denn es soll letztlich beim Schüler nicht der Eindruck entstehen, dass Linux "nur" für die Schule gut ist und ansonsten ziemlich "uncool". Dann hätte es gleich wieder einen negatives Image.
Da kommt es also auch auf die Art der Vermittlung an.
Newubunti schrieb:
Ein Problembereich den ich aus dem Bekanntenkreis kenne: Kinder brauchen heute für die Schule einen PC - teilweise schon in der Grundschule. Allerdings habe ich beispielsweise Bekannte, für die das eine nicht unerhebliche Herausforderung darstellt. Bei diesen Leuten fällt z.B. auch schon eine Schullizenz von MS Office ins Gewicht. Wie wäre daher mit einem Verein, der FOSS im Bildungsbereich fördert. Für so ein Projekt dürften sich auch sicherlich noch relativ leicht Spender finden lassen.
billiejuh schrieb:
In unser Kommune bin ich selbst im Schulträgerausschuß tätig. Die Mehrheit der eigentlich Entscheider verlässt sich nur auf die Meinung der Planungsbüros, die Projekte auch im IT-Bereich an Schulen planen und realsieren. Dort spielt FOSS keine Rolle, weil sich damit kein Geld verdienen lässt, da diese Planungsbüros nach der Auftragssumme anteilig bezahlt werden. Was daraus folgt, ist offensichtlich.
Eigenplanungen werden überhaupt nicht berücksichtigt. Ich habe einmal mit dem zuständigen Admin, der auch die Schulen betreut, einen Konzeptentwurf entwickelt für ein Schulnetzwerk (Schul-PC und Arbeitsclients für Verwaltung). Dieses Konzept hätte keine Neuinvestition in PCs vorgesehen, sondern nur Austausch von defekten Komponenten (Mäuse, Tastaturen ...). Das Konzept sah als OS-Grundlage Ubuntu vor. Durch eingesparten Haushaltsmittel wäre noch ein Server für Backup oder sonstige Zwecke drin gewesen. Die Mehrheit im Ausschuß hat sich für neue PCs ausgesprochen und wurden auch beschafft. Leider wurde Titel "Support" etwas dürftig angesetzt und reicht nicht aus. Dem eingesetzten Nachtragshaushalt wurde nicht zugestimmt und nun stehen in einer Schule 5 neue PCs von 15 nicht betriebsbereit in der Ecke.
Ist zwar leider etwas offtopic der Beitrag, aber es beschreibt die Situation, wenn unkundige Entscheider Entscheidungen treffen im öffentlichen Bereich.
lounge.mark schrieb:
Sooooo offtopic ist das gar nicht. Mir ist das auch bestens bekannt, und ich bin in solchen Situationen dann eben hart.
Natürlich wird im Unterricht mit MS-Office gearbeitet. Hausaufgabe war ein fliessender Farbverlauf innerhalb einer selbst designten Visitenkarte. Mit MS-Office ist das kein Problem, OO kann das nicht. Alle Optionen versucht, mich mit Developern von OO in Verbindung gesetzt und angefragt, ob die Option ggf versteckt sein könnte. Es geht halt nicht. Ergo: Tochter bekam schlechtere Note.
Da platzte mir etwas der Hintern und ich saß bei der Rektorin. Man geht allen Ernstes davon aus, dass jeder Haushalt mind. 1 Rechner besitzt, einen I-net Anschluss hat und Office installiert. Da diese Schulklasse aber auch 5-6 Migranten hat, deren sozialen Background ich kenne, kann man nicht davon ausgehen, dass tatsächlich jeder soviel Geld hat und seinen Kids genau diese Ausstattung kauft. Der Klopfer war ja noch, dass es nicht Vista sein soll, sondern XP wird vorausgesetzt, da die Schulrechner dies ebenfalls installiert haben.
Angeblich hätten die örtlichen Märkte dies auch. Ich hab mir schriflich jeweils bestätigen lassen, dass dies nicht so ist. Nach kurzer Androhung, den Kultusminister zu informieren und im gleichen Atemzug die Schulaufsichtsbehörde wegen Diskriminierung, ging es dann plötzlich. Die Kids können ihre Aufgaben gleich in der Schule unter Aufsicht erledigen. Ebenfalls abgeschafft wurde der Zwang, sich die Aufgaben aus dem I-net herunter zu laden. Die Klassenlehrerin gab dafür eigens immer FTP-Links an die Klasse weiter, wo ihre vorbereiteten Aufgaben bereit liegen würden.
Schulen gehen heutzutage extrem kaltschnäuzig mit einem um, dass man echt nur die harte Schiene fahren kann, oder man frisst eben Dreck und beugt sich. Erst gestern wurde in einem Rundschreiben an alle Eltern der Schule kundgegeben, dass zukünftig keine PC Nutzung privat mehr stattfinden muss, da man einen örtlichen Sponsor gefunden habe, der 20 Rechner der Schule bereit stellt. Geht doch 😉
Newubunti schrieb:
Sarastro schrieb:
Für das was man in der Schule macht, sollten die Unterschiede zwischen MSO und OOo so gering sein, dass sie nicht weiter ins Gewicht fallen. Wenn ich in einem Unternehmen mit Office 2007 arbeiten soll, ist es wohl ziemlich egal ob ich in der Schule mit OOo oder Office 2003 gearbeitet hat.
Also ich sehe das ein bisschen anders. Die Schule sollte einen eigentlich nicht verblöden sondern bilden. Ein EDV-Ausbildung in der Schule nach dem Motto, wir bringen MS Office bei und wenn das nicht zur Verfügung steht, kann man sehen wo man bleibt, empfinde ich als absolute Frechheit der Jugend gegenüber.
Meiner Ansicht nach sollen die Schulen den Schülern den allgemeinen Umgang mit dem Computer vermitteln, d.h. dass man im Unterricht z.B. mal mit MSO und mal mit OO oder mit was auch immer arbeitet. Schließlich wird im Berufsleben heute Flexibilität gefordert. Wenn man dann nur stupide die Programme des Marktführers antrainiert, ist das für mich Volksverdummung und grenzt ja schon fast an Gehirnwäsche.
Ziel sollte es sein, dass der Schüler in der Lage ist, sich später auf jede Software einzustellen und da spielt es jetzt keine Rolle, welche Software der Schule aus welchen Gründen zur Verfügung steht.
Das ist durchaus eine lösbare Aufgabe - wenn man denn will.
Newubunti schrieb:
DocBriggs schrieb:
Das wird nur zeitproblematisch im Sinne des Lehrplans.
Gut, wenn man das ganze so versteht, dass in einer Woche z.B. Serienbrief mit Word durchgenommen wird und dann in der nächsten Woche das ganze noch mal mit Writer, dann würde das natürlich die doppelte Zeit kosten.
Man kann es aber auch so machen:
Gleiche Aufgabenstellung für alle
50 % müssen die Arbeit mit MSO lösen, 50 % mit OO
In der nächsten Unterrichts-Einheit werden die Gruppen dann bei neuer Aufgabenstellung getauscht.
Es geht dabei nicht darum, dass man jeweils die Aufgabe auf beiden Plattformen mal erledigt hat. Durch den Wechsel sollte - nach anfänglichen Schwierigkeiten - ein Gefühl dafür entstehen, dass die Plattform nicht so sehr die Rolle spielt, sondern man Aufgaben eben einfach so löst, wie es das Programm zulässt. Außerdem sollte auch schnell deutlich werden, dass die Unterschiede mehr im Detail liegen die grundsätzlichen Vorgehensweisen aber wiederkehrend sind.
Vertriebs-/Verbreitungskonzepte: Sonstige Ideen¶
Newubunti schrieb:
Im übrigen würde ich gerne noch mehr über Alternativen zum reinen Linux-Laden sprechen, weil der einfach das teuerste Modell darstellt. Bis her haben wir daneben nämlich nur:
"Shop im Shop" mit verschiedenen Lokalitäten und auch das ist immer noch eine recht teure Lösung.
Dann fiel hier mal noch die Cafe Idee - allerdings noch völlig unreflektiert.
Und es gab noch den Vorschlag für einen einfachen Stand für Einkaufszentren usw.
Was fällt Euch noch an Vertriebsmöglichkeiten ein?
Mir fiele jetzt noch ein - ohne davon gleich überzeugt zu sein:
Ein Pinguin-Mobil, dass von Stadt zu Stadt fährt
barristan schrieb:
Wie wärs mit: Wir schleichen uns in den nächsten Mediamarkt und verstecken paar Ubuntu CDs in der Softwareabteilung mit dem Aufdruck: kostenlos + neue Windows Version Evtl klappts ja 😬
Geniale Idee: Guerilla-Marketing oder auch "subversive Marketing"... 😊
dreadnought schrieb:
Newubunti schrieb:
Was fällt Euch noch an Vertriebsmöglichkeiten ein?
dreadnought schrieb:
organisiert euch in Vereinen ("Freie-Software-Freunde-Freiburg") ;o)
redet mit euren MS-Nutzer-Freunden drüber (siehe auch meinen Beitrag weiter oben)
schreibt in Schüler- oder Studentenzeitungen über eure Erfahrungen
diskutiert es in der Klasse oder im Seminar (z.B., indem ihr ein Referat über Freie Software haltet)
installiert es eurer Freundin oder Freund, die weniger Ahnung von PCs haben
verschenkt USB-Dongles mit vorinstalliertem Minibuntu zu Weihnachten
ruft bei Hardwarehersteller-Hotlines an, nervt sie mit Fragen und sagt dann, dass ihr das Teil nicht kaufen werdet, weil es keine Linux-Treibersoftware dafür gibt
programmiert mit
(wenn ihr das nicht könnt oder wollt: ) sendet Bugreports oder supportet im Forum
versendet Mails mit Links auf hippe Linux-Downloads
...
(ist zwar jetzt alles weniger "kommerziell", aber auch eine Form von "Vertrieb"... 😉 )