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Schweizer Kanton stellt von Linux auf Windows um

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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Geissbock

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4. Juni 2007

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In der Schweiz stellt ein Kanton wieder von Linux auf Windows um. Erst 2001 haben die dort angefangen alle Systeme auf Linux umzustellen. Da es aber immer wieder Probleme mit Programmen gab, wird jetzt alles auf Windows 7 umgestellt. Sogar OpenOfficce wird wieder durch Microsoft Office ersetzt.

Von solchen Problemen bei der Umstellung hört man ja öfter, aber das man dann direkt wieder auf Windows umschwenkt? Vielleicht haben die einfach in zu kurzer Zeit zu viel gewollt. Das Problem mit nicht ganz ausgereiften Linux Programmen kenne ich sogar bei mir im privaten Bereich. Ich denke die hätten erst auf Linux umsteigen sollen, nachdem die Programme fertig sind und auch funktionieren.

Hier der Artikel http://www.heise.de/open/artikel/Die-Woche-Bruchlandung-fuer-den-Pinguin-1080686.html

thr512

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16. Februar 2010

Beiträge: 229

Nun, wenn man alles zusammenfassend liest, dann ist das Projekt wohl vorrangig an trefflicher Inkompetenz und auch Borniertheit aller Beteiligten gescheitert. Und irgendwann wurde es dann selbstverständlich zum politischen Problem. Aber ich bin sicher, dieser Thread wird nicht lange auf Verschwörungstheorien warten müssen, die hinter all dem den Geldkoffer Steve Ballmers sehen. ☺

uname

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28. März 2007

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Die Welt ist noch nicht reif. In ein paar Jahren besteht wahrscheinlich ein PC und jedes Gerät nur noch aus Web und App. Viele Firmenvorstände nutzen heute schon iPhones oder Android-Handys ohne zu wissen, dass die Basis jeweils auch nur ein Frickel-UNIX ist. Mit etwas Glück wird iOS, Android, MeeGo bzw. Phone auf die zukünftigen PCs zurückportiert und damit das Ende von Microsoft Windows eingeleitet.

Terrorhorst

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5. Januar 2009

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dafür muss man doch gar nicht verschwörerisches sehen... wenn man den heise artikel leist, wird einem doch klar, warum es gescheitert ist. Am mangelnden Willen... und an der Borniertheit der Mitarbeiter. Eigentlich kaum zu glauben, dass heutzutage Verwaltungskräfte nicht in der Lage sind, drei verschiedene Betriebssysteme zu bedienen.

Und das in der Schweiz Dinge, die etwas fremd erscheinen gern mal abgelehnt werden, haben wir ja gerade erst erfahren dürfen 😉 (wobei das in Deutschland nicht großartig anders ist... ☹ )

Geissbock

(Themenstarter)
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Anmeldungsdatum:
4. Juni 2007

Beiträge: 485

Ich glaube ein Teil der Schuld liegt auch bei den Entwicklern/Projektleitern. Ich kann doch nicht auf ein anderes System umstellen, das ja noch garnicht funktioniert. Das finde ich schon grob fahrlässig. Das manche Sachen nicht am Anfang zu 100% funktionieren ist klar. Aber den Umstieg machen, obwohl man weiß, dass das Programm manche benötigten Funktionen noch garnicht unterstützt finde ich einfach nur dreißt. So musste das ganze ja scheitern.

Vor allem ist das ganze jetzt ein gutes Beispiel für alle, die am überlegen waren auf Linux umzustellen, es doch besser sein zu lassen. Schade.

bkriege

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18. Juli 2007

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Naja, da haben die guten Eidgenossen zwischen 2001 und 2010 ja das grandiose Windows Vista übersprungen. Ich gehe jede Wette ein, das mehr als 10% mit dem System unzufrieden gewesen wären. Und vieles ist Psychologie. Habt Ihr schon mal versucht einen Bekannten oder ein Familienmitglied, der immer nur mit Windows zu tun gehabt hat, für Linux zu begeistern? Kann man vergessen, kostet zu viele Nerven. Dagegen hat es MACOS einfacher. Wenn die Leute sich mal einen IPOD oder Iphone zugelegt haben, merken sie schnell, das die dazu gehörenden Mac Programme einfach und intuitiv zu bedienen sind und würden sich (wenn der Preis nicht wäre) auch einen MAC kaufen.

Rude_Refrigerator

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Anmeldungsdatum:
24. August 2010

Beiträge: 19

bkriege schrieb:

Naja, da haben die guten Eidgenossen zwischen 2001 und 2010 ja das grandiose Windows Vista übersprungen. Ich gehe jede Wette ein, das mehr als 10% mit dem System unzufrieden gewesen wären. Und vieles ist Psychologie. Habt Ihr schon mal versucht einen Bekannten oder ein Familienmitglied, der immer nur mit Windows zu tun gehabt hat, für Linux zu begeistern? Kann man vergessen, kostet zu viele Nerven. Dagegen hat es MACOS einfacher. Wenn die Leute sich mal einen IPOD oder Iphone zugelegt haben, merken sie schnell, das die dazu gehörenden Mac Programme einfach und intuitiv zu bedienen sind und würden sich (wenn der Preis nicht wäre) auch einen MAC kaufen.

Da sind noch andere psychologische Komponenten dabei,denn für Apple wird ja überall geworben,Apple ist immer in den Medien,"Apple ist cool" - was eine Entscheidung zugunsten von Apple noch wahrscheinlicher macht. 😉

Red_Radish

Anmeldungsdatum:
7. September 2007

Beiträge: 770

Kann ich verstehen. Ich würde in solchen Konstellationen auch niemandem zu Linux, Os X oder sonstigen Randsystemen raten. Seien wir doch mal ehrlich: Die Microsoft-Steuer fällt doch im Vergleich zu den ganzen Personalkosten gar nicht ins Gewicht. Mit Windows arbeiten die ganzen Angestellten zu Hause und kennen sich entsprechend gut aus, mit Linux kennen sich die wenigsten aus. Da fallen die Kosten für die Schulung und Hilfestellung der Mitarbeiter dann stärker ins Gewicht. Die Kostenersparnisse durch Wegfall der Microsoft-Steuer ist zum Teil wieder dahin. Und es kommen noch weitere Mehrkosten hinzu: Mit Office und Mail ist es ja nicht getan. Häufig braucht man Spezialsoftware, die auch noch ständig angepasst werden muss, da sich irgendwelche Gesetze ändern. Solche Software ist sehr viel teurer als Software von der Stange. Und wenn man sich dann nicht mit anderen Gemeinden zusammenschließen kann, da deren Lösung nur mit Windows funktioniert, ist das sehr ärgerlich. [*]

Und um mich endgültig unbeliebt zu machen: Ich würde auch lieber Offices-PCs mit Windows 7 betreuen, als eine Linux-Lösung auf Basis von KDE 😉

[*] Ich habe mir sagen lassen, dass es solche Software in der Zukunft immer seltener geben wird. Das wird dann angeblich alles nur noch für die Cloud entwickelt, vom Kunden gemietet und per Browser bedient. Wenn das soweit ist, dann reichen natürlich auch Linux-PCs für alle. Mit OpenSource hat das dann aber auch nichts mehr zu tun. Und welches Betriebssystem als Starter für den Browser dient, wird dann kaum noch jemanden interessieren.

zephir

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Anmeldungsdatum:
20. März 2006

Beiträge: 2766

Das ist dan nach WIENUX schon der zweite Groversuch in der Verwaltung der scheitert. Vom Auswärtigen Amt und der Stadtverwaltung München hört man zum Glück noch nichts übers Scheitern, im Fall von München (LiMux) bin ich allerdings skeptisch. Da wird immer noch Debian Sarge als Basis benutzt, also ein System das schon lange keine Support mehr erhält, KDE 3 als Desktop und Open Office in einer Steinzeit Version. Von einer geplanten Migration auf Lenny oder Squeeze habe ich noch nichts gehört. Das heist ja alle neue Software läuft entweder nicht, oder muß mühsam und kostspielig portiert werden. Von Projketseite hört man zwar nur Erfolgsmeldeungen (zertifizierter Desktop, tausende auf Openoffice umgestellte Rechner, Vorlagensoftware für OpenOffice), aber mich würde es nicht wundern, wenn sich ein Großteil der Mitarbeiter inzwischen Windows 7 wünschen würde. Und es gibt durchaus Kritik daran, das die Migration langsamer und teurer ist als ursprünglich geplant.

Bin mir nicht sicher, ob die Linux Entwicklunszyklen und -modelle wirklich mit Behördenverwaltungen kompatible sind. Grade die Schwierigkeit aktuelle Software auf einer stabielen Basis mit Langzeit Support laufen zu lassen, macht mich skeptisch. Eine große Behörde oder ein Unternehmen kann es sich nicht leisten, alle 2 Jahre ein neues System einzuführen, aber auch nicht Softwareseitig völlig von der Entwicklung abgehängt zu sein.

KeiserWiliem

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Anmeldungsdatum:
17. Mai 2009

Beiträge: 231

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Ich habe ein paar Artikel über denn Fall in der Schweiz gelesen. Es gab nur wenige Problem beim Wechsel und rund 10% waren Unzufrieden. Der Wechsel wurde schlecht und viel zu schnell durch geführt. Da Haupt Problem waren die Medien die einfach nur scheiße gebaut haben. Sie haben einfach komplett einseitig berichtet. Die Medien waren eindeutig auf der Seite von Windows und den 10% die Probleme hatten.

Die Behörden und Firmen müssen Linux Langsam einführen. Stück für Stück neue Mitarbeiter nicht auf Windows schulen und keine Neuen Windows PCs und Anwendungen einführen. Am besten auf keinem PC Linux installieren sondern einfach keine Windows PCs mehr anschaffen. Wenn Windows auf einem PC den Geist aufgibt kann m,an es durch Linux Ersetzen. Bei dem Kauf von Druckern usw. achtet man darauf das sie Unter Linux gut Funktionieren und benutzt am besten einheitliche, Ordnung ist das halbe Leben. 😉

Es gibt auch immer mehr Firmen und Behörden die Erfolgreich Linux verwenden.

DerMaex

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3. Januar 2009

Beiträge: 820

Wohnort: Las Palmas/Gran Canaria

Die Entscheidung von Linux auf Windows umzusteigen ist für mich nachvollziehbar, was weniger nachvollziehbar ist, ist der Umstieg von Open Office auf MS Office. Das Ziel sollte immer offene Standards sein, ob die Plattform, auf der diese laufen jetzt Linux, oder Windows heisst, ist vorerst eh mal nebensächlich, aber für die Zukunft von Bedeutung, da man von keiner Betriebsplattform mehr abhängig ist.(theoretisch zumindestens mal)

Wenn die Unzufriedenheit und Unwilligkeit bei Mitarbeitern öffentlicher Ämter da ist kann man nichts machen. Das ist nicht so wie in der Privatwirtschaft, wo sich der Mitarbeiter dem Unternehmen anpassen muss, da ja in den öffentlichen Ämtern meist pragmatisierte Kräfte arbeiten.

V_for_Vortex Team-Icon

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1. Februar 2007

Beiträge: 12091

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Ich persönlich finde es sowieso seit jeher ein Unding, dass staatliche Organe sensibelste Daten mit proprietärer Technik einer ausländischen Firma verarbeiten. Selbst Regierung, Militär, Finanzverwaltung etc...

uname

Anmeldungsdatum:
28. März 2007

Beiträge: 6030

Wohnort: 127.0.0.1

Naja. Den Entscheidungsträgern ist das vollkommen egal. Warten wir mal ab bis das erste Atomkraftwerk hochgeht, weil über einen Trojaner ein Angreifer einfach mal die Brennelemente fernsteuern möchte. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Denn mit Linux wäre das nicht so schnell passiert. Hierbei habe ich genug Vertrauen in Microsoft und deren Mitarbeitern, jedoch nicht genug Vertrauen in deren Software.

Bordi Team-Icon

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5. März 2006

Beiträge: 4549

Wohnort: Erlinsbach, SO (CH)

thr512 schrieb:

Nun, wenn man alles zusammenfassend liest, dann ist das Projekt wohl vorrangig an trefflicher Inkompetenz und auch Borniertheit aller Beteiligten gescheitert. ..

Würde ich nie glaube, selbst wen mir das Hr. Bader persönlich mitteilen würde. Es zeigt viel mehr wie vulgär & niederträchtig sich eine kleine Gruppe von Schweizern aufführen kann. Und weshalb das ganze? Geld, Geld, Geld und die Bequemlichkeit den eigene Ar*** nicht vom Fleck bewegen zu müssen. Ihr glaubt gar nicht was in der Schweiz alles möglich ist, wen man sich nur Primitiv und Lautstark genug aufführt. Meiner Meinung nach hat in dem Fall ein kleine Gruppe von vielleicht 150 Schweizern, welche wiederum von vielleicht 10 aggressiv anführenden und gut positionierten Personen, dazu geführt, das eine 10 Jahre lang aufgebaute IT-Infrastruktur eines ganzen Kantons (der ganze nebenbei nicht viele Finanzielle Mittel zur Verfügung hat), gnadenlos und Hinterlist eingestampft wird. Dein teil finde ich dafür wirklich sehr passen:

All das führte schließlich dazu, dass Informatik-Chef Bader diesen Sommer seinen Posten räumen musste und ein Kantonssprecher den Wechsel zu einer dualen Strategie ankündigte, bei der neben Open-Source-Software auch Microsoft-Lösungen zum Einsatz kommen sollen.
  • 1. Den gehassten Pionier abschiessen.

  • 2. Die wogen glätten.

  • 3. Die echten Pläne schnellt möglich, und mit maximal Finanziellem Aufwand umsetzen.

Würde mich nicht wundern wen die Aktion von Punkt 1-3 nur wenige Stunden gedauert hätte. Ein Volksentscheid wahr das jedenfalls nicht! 😢

Wen ich das so lese schäme ich mich richtig stark dafür Schweizer und Soloturner zu sein, und verurteile nach wie vor solche Vorgehensweisen, egal in welcher Branche. Am schlimmsten finde ich aber das Hr. Bader seine Hut nehmen musste. Sein Einsatz wahr Vorbildlich, und ist bei den ganzen Widerlichkeiten mit denen er Bombardiert wurde nicht hoch genug einzuschätzen.

Berger

Anmeldungsdatum:
13. Juli 2010

Beiträge: 48

Man muss immer den Faktor der profanen, tumben, breiten Masse einkalkulieren. Wie ich im IT-Support jeden Tag erfahre sind 90% aller Menschen träge und überaus dumm. Viele sind sogar so dumm, dass sie nicht einmal verstehen, wie man die Systemsteuerung bei Windows XP zwischen der klassischen Ansicht und der Kategorieansicht umstellt. Der durchschnittliche tumbe PC-Nutzer ist ist völlig verwirrt, wenn sein Desktop einmal geringfügig anders aussieht.

Wenn sich zu dieser Dummheit der breiten Masse noch die extreme Trägheit und Sturheit von Beamten dazugesellt, dann hat so ein Projekt verloren. Es war schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Beamten sind träge und faul, das weiß jedes Kind. Beamten sind nicht in der Lage, sich auch an geringste Veränderungen in ihrem Ablauf zu gewöhnen.

Einem Callagent kann ich einfach auf OpenOffice umstellen. Ich sagen ihm: "Ab heute arbeitest Du mit OpenOffice. Die Anleitung haben wird ins Intranet gestellt. Lese das auf Avail durch. In einer Übergangszeit von 2 Wochen geben wir eine Zeitzugabe von 30 Sekunden pro Vorgang, danach gilt wieder der übliche Schnitt." Basta. Wenn sie ihren Schnitt nicht halten verlieren sie ihren Leistungsbonus. Bei einem Grundgehalt von 1400 Euro brutto macht der Bonus von 250 Euro schon etwas aus. Bereits nach 3 Tagen hatten sich die meisten Agents an OpenOffice gewöhnt und wieder ihren alten Schnitt gehabt.

Diesen faulen und trägen Beamten sollte man endlich mal feste Zeitvorgaben für die Bearbeitung ihrer Vorgänge setzen und nur ein ganz niedriges Grundeinkommen bezahlen! Wer mit seinem Schnitt mal daneben liegt bekommt keinen Bonus. Wer dauerhaft deutlich länger als alle anderen braucht bekommt eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung, wird fristlos bereits in der Probezeit entlassen oder bekommt seinen befristeten Arbeitsvertrag nicht mehr verlängert.

Ohne Druck kein Ruck! Diesen faulen Beamten sollte man endlich mal Feuer unter dem Hintern machen, statt unsere sauer erarbeiteten Steuern aus dem Fenster werfen lassen. Wer nicht anständig mit der bereitgestellten Software arbeitet hätte erst einem Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung bekommen sollen und im Wiederholungsfall die fristlose Kündigung!

Am besten hätte man die Beamten gleich durch Zeitarbeitskräfte ersetzen sollen. Die sind schnell und flexibel und damit hätte man die Gehaltskosten gleich um zwei Drittel gesenkt.

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